Winzer klagen über Sonnenbrand an Trauben

Weinbau : Winzer in Sorge: Auch Weintrauben können einen Sonnenbrand bekommen

Die mehrere Tage andauernde starke Hitze und die intensive Sonneneinstrahlung haben viele Beeren beschädigt.

Winzer Jörg Bauer aus Mülheim ist leicht frustriert. „Jedes Jahr etwas anderes“, sagt er. Diesmal war es die mehrere Tage andauernde enorme Hitze bis zu 40 Grad in der vergangenen Woche und die intensive Sonneneinstrahlung, die zu Schäden an den Trauben geführt hat.

Das Phänomen nennt sich Sonnenbrand. Und es ist nicht neu. In den vergangenen Jahren ist dieses Schadbild bereits häufiger aufgetreten, diesmal aber besonders schlimm. Das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) schreibt in seiner jüngsten Rebschutzmitteilung: „Sonnenbrandschäden wie noch nie zuvor! Im ganzen Beratungsgebiet hat die Hitzewelle der vergangenen Woche teils erhebliche Schäden verursacht.“

Hitze und intensiver Sonnenschein schädigen die ungeschützten Traubenbeeren, sie färben sich rötlich-braun, welken und trocknen ein. Betroffen sind Trauben, die der Sonneneinstrahlung ungeschützt ausgesetzt sind. Das Problem: Viele Winzer entblättern im Juli die Traubenzone, damit diese nach einem Regen schneller abtrocknet und so die Ausbreitung von Pilzkrankheiten verhindert werden kann. Am empfindlichsten reagieren Beeren, die während der Wachstumsperiode lange beschattet waren und sich nach einer Entlaubung nicht rechtzeitig an die neuen Verhältnisse anpassen konnten.

Winzer Jörg Bauer hat festgestellt, dass die nach Osten gewandten Trauben kaum betroffen sind, während die nach Westen gewandten Trauben teilweise starke Schäden aufweisen. Bauer: „Die Trauben sind dort der prallen Nachmittagssonne ausgesetzt. Auf der einen Seite sind die Traubenbeeren wunderschön dick und gesund, auf der anderen findet man hingegen braune und eingetrocknete Beeren.“ Wie groß der Schaden in seinem Weinberg ist, kann er noch nicht sagen. Zum Glück ist es zurzeit trocken und windig, so dass die geschädigten Beeren eintrocknen und sich der Botrytispilz nicht ausbreiten kann.

Das DLR schreibt: „Besondere Maßnahmen sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht durchzuführen, da sich  erst zum Reifebeginn zeigen wird, wie heftig die Schäden tatsächlich sind.“

Gut getan hat den Reben hingegen der Regen am Samstag und Sonntag. Stellenweise gingen 50 Liter Regen und mehr pro Quadratmeter nieder. „Es war allerhöchste Zeit“, sagt Jörg Bauer, „in einigen Weinbergen konnte man bereits vergilbte Blätter sehen.“

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