"Wir feiern, fahren aber nicht"

Unter dem Motto "Ohne Führerschein ist das ganze Jahr Aschermittwoch - Wir feiern, fahren aber nicht" werben derzeit in den Verbandsgemeinden Zell und Traben-Trarbach die Prinzenpaare und andere Karnevalisten auf Postern dafür, nach dem Feiern mit Alkohol das Auto stehen zu lassen.

Traben-Trarbach. "Fastnacht ist eine gefährliche Zeit. Dann passieren überdurchschnittlich viele alkoholbedingte Unfälle." Das sagt Lothar Schneider von der Polizeiinspektion Zell und Leiter der Polizeiwache Traben-Trarbach. Schneider und seine Kollegen wissen, wovon sie sprechen, denn die alljährliche "Fastnachtsbilanz" der Polizei ist ernüchternd. Immer wieder setzen sich Personen nach Fastnachtsfeiern ans Steuer, obwohl sie das eine oder andere Glas Wein, Sekt oder Bier zuviel getrunken haben.

Die jetzt gestartete Plakataktion hat sich Polizeioberkommissar Hugo Mähser, der die Jugendverkehrsschule bei der Polizei Zell betreut, einfallen lassen. Die Verbandsgemeinde Zell, die beiden Kreisverkehrswachten Cochem-Zell und Bernkastel-Wittlich und die Karnevalsvereine in und rund um Zell/Traben-Trarbach unterstützen die Aktion. Am Mittwoch stellte die Polizei zusammen mit dem Traben-Trarbacher Prinzenpaar Aldo I. und Simone II. im Sitzungssaal der Verbandsgemeinde-Verwaltung Traben-Trarbach das Plakat vor, auf dem unter anderem Aldo I., Simone II. sowie das Enkircher Prinzenpaar Falk I. und Carmen I. abgebildet sind. Das Plakat hängt bereits in zahlreichen Gaststätten, an Veranstaltungsorten, in Schulen und Geschäften.

Bürgermeister Ulrich K. Weisgerber begrüßt ausdrücklich die Aktion der Zeller Polizei. Sicherlich werde dadurch der eine oder andere dazu animiert, nach einer feucht-fröhlichen Feier besser ein Taxi zu nehmen, so Weisgerber.

Bei Alkoholunfällen im vergangenen Jahr im Dienstbezirk der Polizeiinspektion Zell wurden zwei Menschen getötet, ein Mensch schwer und sechs Menschen leicht verletzt. Lothar Schneider: "Die Wahrscheinlichkeit, in einen Unfall verwickelt zu werden, steigt ab 0,8 Promille rapide und exponentiell an und ist bei 1,5 Promille bereits 25-mal höher.

Die Polizei wird auch in diesem Jahr während der närrischen Tage verstärkt Alkoholkontrollen durchführen. Im vergangenen Jahr ordnete die Polizei Zell bei Routinekontrollen wegen Verdachts der absoluten Fahruntüchtigkeit (1,1 und mehr Promille) 27 Blutproben an. Im Rahmen von Präventionsstreifen konnten die Beamten in 22 Fällen verhindern, dass sich Betrunkene ans Steuer setzen konnten.

Meinung

Hände weg von harten Sachen

Alkohol und Autofahren vertragen sich nicht. Auch wenn das jeder weiß, bleibt es wichtig, immer wieder gebetsmühlenartig dar auf hinzuweisen. Gerade im Vorfeld der so genannten tollen Tage. Bei vielen, die sich in das närrische Treiben stürzen, hat sich diese Erkenntnis ja auch durchgesetzt. Unbelehrbare gibt es aber immer. Wenn nur einige von ihnen durch solch eine Aktion ins Nachdenken geraten, ist schon viel gewonnen. Eines sollte dabei aber nicht vergessen werden: Es sind teilweise die Karnevalisten selbst, die dazu beitragen, dass der Alkohol zu einem Problem wird. Was teilweise bei den Fastnachts-Umzügen speziell an "harten Sachen" ausgeschenkt wird, auch an Minderjährige, geht längst weit über das erträgliche Maß hin aus. Die Karnevalisten sollten sich bei der Ausschenk-Praxis mehr Zurückhaltung auferlegen. Es ist doch eine Mär, dass sich das närrische Volk erst ab einem erhöhten Promille-Spiegel auch richtig närrisch verhält. c.beckmann@volksfreund.de