"Wir sind enttäuscht"

Das Engagement der Interessengruppe (IG) "Gastronomie" im Verein Stadtmarketing Wittlich steht und fällt mit einer Handvoll Aktiver. Zum offenen Treffen der IG kamen fünf Interessierte.

 „Take five“ für Wittlich? Hereinspaziert in die IG! Alwin Reitz, Jürgen Werner, Dietmar Beckhäuser, Elmar Becker und Dagmar Kolberg wollen mit mehr Kollegen kooperieren. TV-Foto: Sonja Sünnen

„Take five“ für Wittlich? Hereinspaziert in die IG! Alwin Reitz, Jürgen Werner, Dietmar Beckhäuser, Elmar Becker und Dagmar Kolberg wollen mit mehr Kollegen kooperieren. TV-Foto: Sonja Sünnen

Wittlich. Es ist auch eine kommunikative Branche, die Gastronomie. Über 70 Betriebe von der Kneipe übers Restaurant bis zum Hotel zählen in Wittlich dazu. Warum nicht auch miteinander reden, aktuell etwa über die "Nichtraucher-Debatten" und speziell vielleicht über ein gemeinsames Angebot der Gastronomie zu den Verkaufsoffenen Sonntagen oder darüber, wie man sich zum Altstadtfest präsentiert, ob man als "Wittlich bittet an die Theke oder zu Tisch" auf Synergieeffekte setzt? Im Prinzip ist dafür die "IG III" im Verein Stadtmarketing Wittlich die Plattform. Ihr sind neben der Gastronomie auch Tourismus und Freizeit zugeordnet sind. Aus einer Idee dieser Gruppe wurde zum Beispiel das Altstadtfest, sie organisierte einst eine Freilos-Aktion "Die Wittlicher Gastronomen sagen Dankeschön" zur Adventszeit oder stellt alljährlich das Mai- und Zunftfest auf die Beine. Unterstützung kommt dabei vom Stadtmarketingverein. Die Initiative lädt immer wieder zu Treffen, die jedem offen stehen ein. Zuletzt diese Woche - wie in lokalen Medien mehrfach verbreitet. Dietmar Beckhäuser (Getränkevertrieb und Sprecher der IG), Alwin Reitz (Canapee), Elmar Becker (Klosterschenke), Jürgen Werner (Treibhaus) und Dagmar Kolberg (Bitchen) kamen zum Treffen. Sie sind enttäuscht vom Desinteresse ihrer Kollegen. "Die, die immer meckern, sie würden nicht gefragt oder nicht eingeladen, kommen nicht. Es ist eigentlich das Gleiche wie in den anderen IG", sagt Dietmar Beckhäuser, "dabei wäre es an der Zeit zu erkennen, dass man miteinander mehr erreichen kann als alleine." So bliebe Arbeit "immer an denselben hängen", man beschwere sich, sei aber nicht bereit, etwas dagegen zu setzen, etwas zu tun. "Wir hatten früher Versammlungen mit 20 Leuten. Warum keiner mehr kommt, wissen wir nicht. Und es kann keiner sagen, er hätte nichts davon gewusst", meint Jürgen Werner. Zudem wird am runden Tisch auch über allgemeine Neuerungen geredet: Das Rauchverbot oder Änderungen bei der Pflichtversicherung der Berufsgenossenschaft. Würde die IG die Arbeit einstellen, gebe es weder Altstadt- noch Maifest noch finanzielle und logistische Unterstützung des Stadtmarketing Vereins. Wären der Aktiven mehr, könnte man mehr stemmen: "Gewollt wird immer viel. Aber dafür muss man Zeit aufbringen. Zunächst ist das natürlich mal Arbeit", sagt Dietmar Beckhäuser. Meinung Viel zu tun mit Süppchen kochen Woran liegt es, dass nur ein "harter Kern" zu den Treffen kommt? Sicher ist die Gastronomie ein internationales Feld, das zudem von wechselnden Inhabern betroffen ist. Das erschwert eine stabile Kommunikation und Kooperation. Womöglich ist das Desinteresse auch dadurch zu erklären, dass die Nicht-Nutzer des Angebots zufrieden sind und daher wohlgemut gerne weiter erfolgreich ihr eigenes Süppchen kochen. Dazu passen jedoch nicht die Aussagen der Aktiven. Man gewinnt den Eindruck, dass, wie so oft, Kritik lieber an inoffiziellen "Stammtisch-Gesprächen" geäußert wird. Das verschafft den Einzelnen kurzfristig Luft, verpufft aber ergebnislos. Auch das Meckern darüber, nicht gefragt worden zu sein vom "Geheimclub Gastronomie" geht an der Sache vorbei. Wenn in der Stadt mehr los ist, profitieren alle von dem, was wenige stemmen. Und wem deren Angebot nicht passt, ist als Verbesserer gefragt. s.suennen@volksfreund.de

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