1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

"Wir wollen keine Bomben auf Kinder"

"Wir wollen keine Bomben auf Kinder"

MALBORN. (urs) Der Irak-Krieg beschäftigt auch ganz junge Menschen. Deshalb laden Schüler und Lehrer der Grundschule Malborn am Freitag zu einem Friedensgottesdienst in die katholische Kirche ein. Die Anregung dazu ging von den Kindern aus.

In den vergangenen Tagen drehte sich bei den Schülern der Malborner dritten Grundschulklasse alles nur noch um das Thema "Krieg und Frieden". Die Acht- und Neunjährigen sorgen sich um die Menschen im Irak und wollen nicht einfach tatenlos zusehen. In Gesprächen mit ihren Lehrern wurde die Idee zu einem Friedensgottesdienst geboren. Deshalb galt nicht nur im Unterricht, sondern vor allem auch zu Hause, ihr größtes Interesse dem Gestalten von Plakaten und Transparenten, die sie in Verbindung mit dem Wortgottesdienst durch den Ort tragen wollen. Wobei die Schüler einen beachtlichen Enthusiasmus entwickelt haben. "Wir wollen keinen Krieg", "Gewalt ist grausam" oder "Keine Bomben auf Kinder" ist auf den Plakaten zu lesen. Auf die Frage, warum sie sich für diese Aktion so sehr engagieren, kommen ohne zu zögern zahllose Antworten. "Weil Krieg schlimm ist und unschuldige Menschen sterben", sagt der achtjährige Dean und spricht damit allen Klassenkameraden aus dem Herzen. Viele von ihnen verfolgen wie Anna Lena die Ereignisse im Irak über die Nachrichten. Warum Häuser zerstört werden und Frauen und Kinder leiden müssen, ist für Lukas nicht nachvollziehbar.Mitleid mit den unschuldigen Opfern

"Schulen gehen in Bruch und Krankenhäuser und Ärzte können keinem mehr helfen", sorgt sich Janine. Anna Maria denkt an die "Kindergärten, die kaputt gemacht werden und Krankenhäuser, in denen vielleicht kranke Menschen sind." "Das Gemeine ist, dass der, der den Krieg angezettelt hat, im Bunker sitzt und da nur unschuldige Menschen sterben", stellt der neunjährige Jonathan fest und fügt hinzu: "George Bush und Saddam Hussein sollten sich untereinander prügeln." Und der gleichaltrige Mathias fragt rhetorisch: "Wieso überhaupt Krieg um Öl?" Die Initiative für den Friedensgottesdienst ging laut Franz Bauer von den Kindern aus. Als sie vermehrt Fragen zum Krieg stellten, fiel die Entscheidung, dies im Unterricht zu thematisieren. Antrieb von Lehrern und Schülern ist laut Bauer: "Wir wollen zeigen, dass wir gegen Gewalt sind und uns für den Frieden in der Welt einsetzen." In einer Information an die Eltern ist zu lesen: "Vielleicht können wir ein wenig dazu beitragen, Krieg, Unrecht und Gewalt als Verletzung der Menschenwürde anzuprangern und unseren Kindern die Einsicht vermitteln, dass es sich lohnt, für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung einzutreten." Die Friedensmesse beginnt am Freitag, um 8.30 Uhr, in der katholischen Pfarrkirche St. Briktius.