"Wir zahlen zu viel"

KRÖV. Das Thema Mosellandtouristik ist ein Dauerbrenner im Verbandsgemeinderat Kröv-Bausendorf. Weil in der VG die Übernachtungszahlen sehr hoch sind (unter anderem wegen des Feriendorfs Mont Royal), ist auch der jährliche Beitrag an die Mosellandtouristik hoch. Jetzt will die Mosellandtouristik wegen eines höheren Fehlbetrags einen Nachschlag. Der VG-Rat stimmte nur zähneknirschend zu.

So richtig froh mit der Arbeit der Mosellandtouristik sind im Verbandsgemeinderat Kröv-Bausendorf nicht viele. "Wir zahlen zu viel an diese überregionale Werbegemeinschaft und bekommen dafür zu wenig zurück", heißt es immer wieder. Und weil die Mosellandtouristik im kommenden Jahr wegen erhöhter Werbeaufwendungen anstatt des vertraglich festgelegten Zuschussbedarfs in Höhe von 620 000 Euro nunmehr 753 600 braucht, werden die Gesellschafter, sprich die kommunalen Gebietskörperschaften, noch mehr zur Kasse gebeten. Für Kröv-Bausendorf bedeutet das finanzielle Mehraufwendungen in Höhe von 5089 Euro. Der Beitrag steigt insgesamt von 21 600 auf rund 26 700 Euro. Im Rat wurde kontrovers, teilweise sehr emotional darüber diskutiert, ob man diese Erhöhung akzeptieren soll. Schärfster Kritiker ist der Reiler Ortsbürgermeister Artur Greis (SPD). Vehement sprach er sich gegen einen höheren Zuschuss seitens der VG aus. Greis: "Wir in den Gemeinden müssen unseren Fremdenverkehrsetat ausgleichen. Warum kann das die Moselland-Touristik nicht? Man wird einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Wir sollten die 5000 Euro nicht zahlen. Lassen wir es doch einfach einmal darauf ankommen." Greis sprach sich für eine gänzlich neue Beitragsstruktur aus. Auch Bürgermeister Otto Maria Bastgen ist über die derzeitige Kostenverteilung nicht erfreut. Schon mehrmals hat der Verwaltungschef gegen den aus seiner Sicht zu hohen Beitrag der Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf gewettert. Bastgen: "Unsere drei Fremdenverkehrsgemeinden Kröv, Reil und Kinheim müssen mehr zahlen als die Stadt Cochem. Das kann doch nicht sein." Dennoch sprach sich Bastgen dafür aus, der Erhöhung des Zuschüsse zuzustimmen. Aber nur unter der Bedingung, dass es sich um eine einmalige Erhöhung handelt. In Zukunft dürfe der im Gesellschaftervertrag vereinbarte Gesamtbetrag aller Zuschüsse in Höhe von 620 000 Euro nicht überschritten werden."Zeit für einen neuen Vertrag"

Eugen Klein (CDU) sieht das ähnlich: "Wir können es uns nicht leisten, dagegen zu sein." Andere, kritischere Töne, schlug SPD-Sprecher Dieter Junk an: "Wir sind der Meinung, dass dies keine einmalige Erhöhung sein wird. Die Mehrkosten werden von einem ganzen Maßnahmenkatalog verursacht. Es wird Zeit, einen neuen Gesellschaftervertrag aufzustellen." Für einen größeren Einfluss der Gemeinden in den Gremien der Mosellandtouristik plädierte Paul Schnitzius (CDU). Rüdiger Löwen (FDP) sagte: "Wir müssen darauf achten, dass die Mosellandtouristik auch effektiv arbeitet." Ein Plädoyer für die Mosellandtouristik und eine überregionale Werbung hielt Wilfried Servatius (CDU). Es werde im VG-Rat engstirnig gedacht, kritisierte er. Servatius zeigte sich enttäuscht über die Meinungen aus den Reihen der SPD. Man könne sich der Zuschusserhöhung nicht verschließen. Die Mosel sei die Ferienregion in Deutschland, die sich mit am besten entwickele. Servatius: "Es geht nicht, dass jede Gemeinde immer nur fragt: Was habe ich davon?"

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