1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Wird die Fußgängerzone geöffnet?

Wird die Fußgängerzone geöffnet?

Die Frage, ob die umstrittene Fußgängerzone in Idar wieder geöffnet werden soll, wird zwei Jahre nach der letzten Grundsatzdebatte jetzt noch einmal diskutiert.

Idar-Oberstein. (kuk) Wird die Fußgängerzone in Idar wieder für den Verkehr geöffnet? Oberbürgermeister Bruno Zimmer (SPD) hat nichts gegen einen Testversuch einzuwenden, den die SPD-Stadtratsfraktion angeregt hat. Die CDU will sich bei einer Fraktionssitzung am Montag positionieren. Neu ist die Initiative der Sozialdemokraten nicht: Vor zwei Jahren war die Freie Liste (FL) mit exakt dem gleichen Vorschlag abgeblitzt.

Damals hatte die FL-Stadtratsfraktion einen Antrag gestellt. Ihr Begehren, die 1996 eröffnete Zone probeweise wieder für den Verkehr freizugeben, hatte sie mit den Unterschriften von 35 Einzelhändlern untermauert. "Was nützt die schönste Fußgängerzone in einer Geisterstadt?", hatte FL-Sprecher Hans-Dieter Alt den Vorstoß in einer daraufhin anberaumten Bürgerversammlung begründet.

Einzelhändler hatten dort dar auf verwiesen, dass früher, als noch Autos durch die Hauptstraße fuhren, mehr Leben in der Stadt war. In einer nicht öffentlichen Bauausschusssitzung hatte Alt seinen Antrag wieder zurückgezogen - vor allem unter dem Eindruck der Kostenrechnung, die der damalige Oberbürgermeister Hans Jürgen Machwirth und Mitarbeiter des städtischen Bauamts in der Bürgerversammlung aufgemacht hatten: Danach würde auch nur die versuchsweise Einrichtung einer verkehrsberuhigten Zone rund 500 000 Euro kosten, weil dafür das Pflaster auf einer Breite von dreieinhalb Metern durch ein Teerband ersetzt werden müsste.

Zudem droht die anteilmäßige Rückzahlung der Landeszuschüsse, die 1995 und 1996 für den Bau der insgesamt 1,3 Millionen Euro teuren Fußgängerzone geflossen waren, hieß es bei der Diskussion vor zwei Jahren.

Ein weiteres Gegenargument kam von Stadtplaner Peter Priebe: Wegen der Bäume und Aufbauten sowie der Außengastronomie könnten insgesamt nur elf Kurzzeitparkplätze angelegt werden: "Damit kann man keine Geschäfte beleben."

Kosten bereiten Politikern Sorgen



Jetzt aber soll, wenn es nach der SPD und dem OB geht, alles noch einmal genau geprüft werden: "Ich bin bereit, alles zu tun, was wir tun können", so der OB. Wie damals die Freie Liste will er allerdings keine Zufahrt aus dem Kreisel über den Schleiferplatz ermöglichen. Stattdessen sollen die Autos vom Marktplatz aus Kurs auf die Zone nehmen - und das auch nur im Schritttempo.

Ob es dazu kommt, hängt jetzt auch von der CDU ab. Die damit verbundenen Kosten bereiten dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Lothar Jockenhövel Sorgen. Er will sich vor der Fraktionssitzung der Christdemokraten am Montag allerdings nicht festlegen: "Die Mehrheit muss entscheiden, wie wir uns in dieser Frage verhalten."