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Wirtschaftsförderer zieht erste Bilanz

Wirtschaftsförderer zieht erste Bilanz

Seit Dezember 2009 setzt sich der promovierte Diplom-Kaufmann Josef Adams für Neuansiedlungen und mehr wirtschaftliche Dynamik in der Verbandsgemeinde Thalfang ein. In dieser Zeit hat sich einiges getan: Eine Rechtsanwältin kam nach Thalfang. Ein Sanitätshaus und der Regionalladen mit einer Praxis für Ergotherapie wurden eröffnet und ein Supermarkt erweitert.

Thalfang. Gerade hat der Verbandsgemeinderat den Masterplan zur Förderung der gewerblichen Wirtschaft und des Tourismus verabschiedet, den Dr. Josef Adams gemeinsam mit Touristiker Klaus Hepp erstellt hat. "Ich sehe mich als Kümmerer in einem Netzwerk vieler, die Unternehmen helfen können", erklärt Adams dem TV seine Art zu arbeiten.
Als der promovierte Diplom-Kaufmann am 1. Dezember 2009 im Thalfanger Rathaus seinen Job als Wirtschaftsförderer antrat, analysierte er zunächst den Ist-Zustand der örtlichen Wirtschaft. "Einerseits habe ich Leerstände und freie Flächen in Gewerbegebieten, andererseits aber auch gute Standortfaktoren vorgefunden", sagt Adams.
Niedrige Grundstückspreise und Gewerbesteuerhebesätze, gute Verkehrsanbindungen, eine intakte Natur und gute soziale Strukturen spielen dabei eine wichtige Rolle, was Adams mit dem Satz zusammenfasst: "Hier wohnt man nicht nur, hier lebt man." Die gute Zusammenarbeit mit dem Standortmarketing der örtlichen Unternehmer hält Adams für enorm wichtig.
Er ist nach eigenen Angaben immer ansprechbar, auch einfach so auf der Straße, bietet denjenigen Hilfe an, die zu ihm kommen und spricht auch Unternehmer an, die ihn noch nicht kennen. "Die Gewerbeanmeldungen im Rathaus sind eine wichtige Quelle", sagt Adams. Er klärt über Steuervorteile auf und erläutert von wem Zuschüsse oder Fördermittel kommen könnten.
Anzeigen in Fachblättern machen auswärtige Investoren auf Thalfang aufmerksam. "In Thalfang gab es keinen Anwalt. Jetzt gibt es zwei", freut sich Adams. Rechtsanwältin Manuela Brandt aus Düsseldorf erfuhr aus einer Justizzeitschrift von diesem Mangel und ist seit 1. Juli vergangenen Jahres bereits mit einer Zweigstelle ihrer Kanzlei in Thalfang vertreten.
Die 38-Jährige sagt: "Ich hatte gleich einen guten Eindruck von Thalfang. Die offene Herzlichkeit der Menschen hat mir gut gefallen." Mit der neuen Nutzung wurde auch gleich ein leerstehendes Haus renoviert und neu genutzt. Auch ein neuer Arbeitsplatz wurde geschaffen.
Weitere Erfolge sind ein Sanitätshaus, ein Regionalladen mit Praxis für Ergotherapie, die Erweiterung eines Supermarktes, der Neubau "Wohnpark am Weiher", die Sanierung einiger weiterer Häuser, der Verkauf des alten Sägewerkes in Berglicht, das einer neuen Nutzung zugeführt wird, und ein erster Unternehmer, der sich im nagelneuen Gewerbegebiet in Malborn ansiedeln will. Bei vier Neuansiedlungen, sechs Erweiterungen und drei Umsiedlungen von Firmen konnte Adams helfen. Mit insgesamt 130 Unternehmern steht er in Kontakt, von der Fußpflegerin bis zum Großunternehmen.
Wie viele Arbeitsplätze in seiner Zeit in Thalfang bereits entstanden sind, kann er nicht sagen, denn: "Die neuen Stellen werden ja nicht bei mir gemeldet."
Adams\' Chef, Bürgermeister Hans-Dieter Dellwo, sagt: "Wirtschaftsförderung ist eine Langzeitaufgabe. Diese Arbeit wird sich mittel- bis langfristig auszahlen."
Ermittlungen laufen noch: Bevor Josef Adams nach Thalfang kam, war er 16 Jahre lang stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer (HWK) in Trier. Im Rahmen des Subventionsskandals im Umweltzentrum der HWK räumte Adams genauso wie Hauptgeschäftsführer Hans-Hermann Kocks seine Stelle. Gegen Adams wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Laut Hans Peter Gandner von der Staatsanwaltschaft Koblenz ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen. Vor dem Herbst sei damit nicht zu rechnen. mai