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Wittlich hat ab sofort Weihnachtstage

Wittlich hat ab sofort Weihnachtstage

Tschüss Weihnachtsmarkt, willkommen zu den Weihnachtstagen: Wittlichs Beitrag zur Adventszeit besinnt sich auf seine Stärke: Sie heißt nicht Größe, sondern Gemütlichkeit. Alle Höhen und Tiefen der Traditionsveranstaltung hat Axel Mertes mitgemacht: Zum 30. Mal schenkt er ab heute Glühwein aus.

Wittlich. Ein Topf, ein Gaskocher, eine Schöpfkelle und ein 17-jähriger Winzersohn am Glühweinstand. Das war 1983. Und am Glühweinstand steht er jetzt zum 30. Mal: Axel Mertes mit seiner Frau Simone. "Ich bin für den Weihnachtsmarkt das, was der HSV für die Bundesliga ist, ein Dinosaurier. Immer ohne Unterbrechung dabei", sagt Axel Mertes. Unterbrochen wurde der längste Einsatz aller Standbetreiber bei der Traditionsveranstaltung nur durch höhere Gewalt - durchs Wetter: einmal wegen Sturmwarnung, einmal wegen Blitzeis, und einmal gab\'s ein Gewitter.
Zur Tradition gehört auch: "Immer weißer Glühwein, nie rot. Da bleiben wir dabei. Rezept ist auch geblieben. Zimtstangen, Nelken, Pfefferkörner, keine Fertigaromen - ein eigener, ehrlicher Grundwein." Nur wie das heiße Getränk in den Becher kommt, das hat sich geändert. "Nach dem Topf kam ein Einkocher ohne Hahn, dann mit Hahn, und jetzt haben wir im dritten Jahr eine Zapfanlage", sagt Simone Mertes.
Glühwein, Waffeln, Handarbeit


Und was sagen die "Dinosaurier" zum neuen Namen Wittlicher Weihnachtstage? "Naja, bei uns haben schon mal Leute gefragt: Wo ist denn jetzt der Weihnachtsmarkt? Dazu sage ich: Ist doch alles da: Glühwein, Waffeln, Reibekuchen, Handarbeitssachen, Karussell: Mehr brauchste nicht", sagt Axel Mertes. Seine Frau Simone sagt: "Der Vergleich mit Bernkastel oder Trier geht einfach nicht. Wittlich ist Wittlich, das hier gehört zu Wittlich."
Ähnlich argumentiert auch Karsten Mathar vom Stadtmarketingverein: "Unter Weihnachtsmarkt stellt man sich einfach etwas anderes vor." Obwohl die Grundausstattung stimmt: fünf Holzhütten, eine Bühne für Musik, ein Karussell, Weihnachtsbeleuchtung ringsum plus Nadelbäume. Zum Beispiel die riesige Nordmanntanne vor dem Alten Rathaus. Es gab schon Beschwerden, warum sie nicht mitten auf dem Markt steht. Grund: Dann hätte die Neustraße für den Verkehr gesperrt werden müssen.
Ansonsten sieht man in Wittlich von spektakulären Aktionen wie der Schlittschuhbahn oder gar Unterwasser-Baumschmücken oder -Weinproben wie an der Mosel ab. Dafür hält sich das Defizit in Grenzen: rund 6000 Euro, die der Stadtmarketingverein übernimmt. Er rechnet mit Kosten von 20 000 Euro für Auf- und Abbau, die komplette Weihnachtsbeleuchtung nebst Verkabelung, Strom plus Müllentsorgung. Einnahmen: 7000 Euro Zuschuss durch die Stadt plus 7000 Euro an Standgeldern.
An Extras gibt es im Programm der Weihnachtstage Finnenfeuer zur Eröffnung am heutigen Freitag und am Schlusstag (16. Dezember) sowie mittwochs und donnerstags ein Kinderprogramm für die kleinen Besucher. Und einen großen Stern: Der wird aus rund 400 Ministernen mitten auf den Markt geklebt. Er wird nur unsichtbar, wenn das passiert, was Simone Mertes als ihren bisher schönsten Wittlicher Weihnachtstag in Erinnerung hat: "Vor zwei Jahren der viele Schnee. Das war herrlich." Eröffnung ist heute um 17 Uhr. Die Stände haben täglich von 11 bis 19.30 Uhr geöffnet.