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Wittlich hat hohe Einnahmeverluste wegen Corona

Kostenpflichtiger Inhalt: Wegen Corona : Wittlich erwartet Millionen-Minus

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen haben auch finanzielle Auswirkungen auf die Stadt. Vor allem bei der Gewerbesteuer fehlen mehrere Millionen Euro.

Mit Abstand haben die Mitglieder des Wittlicher Stadtrats am Donnerstagabend auf den Zuschauerrängen im Eventum bei ihrer zweiten Sitzung für dieses Jahr Platz genommen: Jeweils drei Plätze zwischen ihnen waren frei, eine Stuhlreihe Abstand war nach oben beziehungsweise unten unbesetzt. Bürgermeister Rodenkirch, die Beigeordneten und Büroleiter Rainer Stöckicht saßen auf dem Feld des Eventums, hinter ihnen eine Leinwand: Wegen der Corona-Pandemie fand die Sitzung unter besonderen Abstands- und Hygieneregeln statt. Und das Thema Covid-19 und die Auswirkungen der Krankheit spiegelten sich auch in der Sitzung selbst wider. Bürgermeister Rodenkirch erläuterte die Lage der Stadt.

Infizierte Der erste offizielle Fall eines mit dem Coronavirus infizierten ist demnach in Wittlich am 25. März registriert worden. Die Lage in der Stadt sei „nie eskaliert“, insgesamt seien die Menschen sehr diszipliniert gewesen. Das sei auch darauf zurückzuführen, dass in Deutschland Bund und Land die Lage gut gemanagt hätten. Bis zum zurückliegenden Donnerstag habe es in der Stadt insgesamt 25 Fälle gegeben, 19 seien bereits genesen, ein Mensch sei gestorben.

Finanzen Die Corona-Pandemie reißt ein dickes Loch in den Haushalt der Stadt, vor allem bei der Gewerbesteuer fehlen mehrere Millionen Euro gegenüber den geplanten Einnahmen. Zwischen sechs und knapp elf von 16 Millionen Euro fielen insgesamt weg, je nachdem, wie sich die Krise weiter entwickle, sagte Rodenkirch. Die Verwaltung habe ihren Berechnungen zwei Szenarien zugrunde gelegt, die diese Zahlen begründen: eines für den Fall, dass die Pandemie in der zweiten Jahreshälfte überstanden sei, und ein sogenanntes „Worst-Case-Szenario“, eine Berechnung für den derzeit schlimmstmöglichen Ausgang und einen Fortgang der Krise bis Jahresende. Zudem rechne man im kommenden Jahr mit Einbußen bei der Umsatz- und Einkommenssteuer. Auch im Bereich Forst (keine bis kaum Nachfrage nach Fichtenholz vonseiten der Industrie) und in der zeitweilig geschlossenen VHS (keine Einnahmen wegen der ausgefallenen Kurse) könnten die Ziele nicht erreicht werden, so Rodenkirch. Die Stadt hat zwar ein finanzielles Polster, diese Gelder wurden jedoch, um Negativzinsen zu vermeiden, in Sparbriefen kurzfristig angelegt. Zur Überbrückung hat der Stadtrat einstimmig den Entwurf zum Nachtragshaushalt genehmigt und den Gesamtbetrag an Krediten auf acht Millionen Euro angepasst.

Kita und Schulen Der Schulbetrieb sei in den Einrichtungen in Trägerschaft der Stadt ohne große Probleme angelaufen, berichtete Rodenkirch. Im erweiterten Notbetrieb der Kitas sei man fast bis an die Grenzen gekommen, man versuche zusammen mit den Kita-Leitungen, ans Maximum zu gehen. Zwischen zehn und 40 Plätzen stünden in den Einrichtungen zur Verfügung.