Wittlich in Klimaschutz-Mission

76 Tonnen des Klimakiller-Gases CO spart die Stadt Wittlich. Drei Photovoltaikanlagen, neuerdings zwei Elektrotankstellen und ein Elektroauto tragen dazu bei. Außerdem braucht die Straßenbeleuchtung weniger Energie. All das listet der Sachstandsbericht 2013 zum Klimaschutz in Wittlich auf. Die Verwaltung hat nun eine Drei-Jahres-Bilanz vorgelegt.

Wittlich. Keine "Effekthascherei", sondern "langfristige Wirkung" verfolgt die Stadt Wittlich beim Thema Klimaschutz. Das schickt Bürgermeister Joachim Rodenkirch dem aktuellen Bericht der Verwaltung zum Thema Klimaschutz in Wittlich voran. Die Bilanz listet auf 18 Seiten Projekte der vergangenen drei Jahre auf und gibt Ausblicke auf weitere Schritte. Zentrale Punkte sind:

Photovoltaik: Die neue Großsporthalle Eventum und der Servicebetrieb der Stadtwerke, Rudolf-Diesel-Straße, haben sie schon, die Kindertagesstätte Vitelliuspark bekommt sie noch: eine Photovoltaikanlage. Sind die drei Anlagen in Betrieb, will die Stadt jährlich 76 Tonnen des schädlichen CO-Gases sparen und so viel Strom erzeugen, wie 28 Haushalte im Jahr brauchen. Außerdem wurde Wittlichs älteste Photovoltaikanlage auf dem Dach der Georg-Meistermann-Schule 2010 erweitert.

Elektromobilität: In Wittlich gibt es zwei Elektrotankstellen (Schlossplatz, Stadthaus). Damit betankte Fahrzeuge stoßen keine Schadstoffe aus und machen keinen Lärm. So wie das Elektroauto, mit dem das Ordnungsamt der Stadt in Wittlich unterwegs ist. Außerdem hat die Verwaltung zwei E-Bikes für Dienstfahrten.

Baustellen: Dass die Stadt auf möglichst zentrumsnahe Neubauten setzt, Stichwort Innen- vor Außenentwicklung, wird ebenfalls im Klimabericht als Plus vermerkt. Vitelliuspark, Talweg, Wohnen auf dem Kalkturm oder auch Projekte wie Fürstenhof, Schlossgalerie, Altstadt - die Neue und aktuell Lieserdomizil sind als Beispiele gelistet, die "ein Ausufern der Siedlungsflächen" und "unnötige Verkehre" vermeiden und damit ebenfalls den CO-Ausstoß vermindern.

Sanierung: Im Bereich energetische Sanierung städtischer Altbauten hat die Verwaltung unter anderem das Ziel, Kessel und Brenner der Grundschulen Bombogen und Friedrichstraße in "den nächsten Jahren mit regenerativen Energien" zu modernisieren. Auch für das Vitelliusbad steht ein Sanierungskonzept an, das 2013 beschlossen werden soll. Für die Gebäude des Sportzentrums ist eine Generalsanierung vorerst kein Thema. Ein für 2013 gesetztes Projekt ist die Sanierung und Erweiterung der Kindertagesstätte Jahnplatz. Ziel: "Obwohl die Fläche mehr als verdoppelt wird, wird der Energiebedarf gesenkt werden."

Großbauten: Das Eventum ist im Standard eines KfW-Effizienzhauses 85 erbaut worden. Das heißt, die Großsporthalle erfüllt moderne Energiestandards. Das gilt noch mehr für die Kita Vitelliuspark, die qualitätsgeprüftes Passivhaus ist. Die Kita braucht weniger als 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter.

Denkmäler: Im Alten Rathaus soll 2013 der Heizkessel (Erdgas) ausgetauscht werden. Die Synagoge soll eine Gaswärmepumpe und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung bekommen. Im Haus der Jugend ist eine Erneuerung der Fenster im Erdgeschoss aber keine energetische Sanierung geplant. Letzteres gilt auch fürs Türmchen, dessen weitere Nutzung ungeklärt bleibt.

Wohnhäuser: Das Haus Himmeroder Straße 42 neben der Synagoge im städtischen Besitz soll abgerissen werden. Die 30 Wohnhäuser der Stadt im Bergweilerweg, Fallerweg, Unterm Gänsberg haben "erheblichen Sanierungsstau", eine energetische Sanierung ist nicht geplant, aber ein Verkauf wird zurzeit geprüft.

Stadtwald: Wittlichs 1200 Hektar große Grüne Lunge mit 70 Prozent Laubwald hat mit einer ökologisch ausgerichteten nachhaltigen Bewirtschaftung ebenfalls CO-Senkfunktion. Da mehr Holz wächst, als geschlagen wird, kann auch jährlich mehr CO gespeichert werden. Zudem ersetzt der nachwachsende Rohstoff Holz Heizöl.

Stromsparen: 30 000 Euro im Jahr, umgerechnet 180 000 Kilowattstunden elektrische Energie, sparen die Stadtwerke im Jahr, weil sie das Wasserwerk Am Schaff mit neuen Motoren und Pumpen modernisiert haben. Das macht zwei Cent Ersparnis je gefördertem Kubikmeter Wasser aus. Und auch bei der Straßenbeleuchtung geht man von 1800 Euro weniger Stromkosten aus. Gespart werden soll das Geld durch neue Leuchten mit LED-Technik (Eventum, Fürstenhof) und 55 umgerüstete Altstadtlampen.