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Wittlich kämpft mit immer mehr Müll

Wittlich kämpft mit immer mehr Müll

Parkplätze, Radwege, McDonald's und der Stadtpark zählen zu den Brennpunkten in Wittlich, wo sich besonders viel Müll anhäuft. Und der Berg wird jedes Jahr größer. Der städtische Bauhofleiter schätzt den jährlichen Zuwachs auf zehn Prozent.

Wittlich. "Fragen Sie mich lieber, was wir noch nicht gefunden haben", antwortet Oliver Pohlen (38) lachend auf die Frage, welche Kuriositäten ihm bei seiner Arbeit schon in die Hände gefallen sind. Von leeren Portemonnaies, also Diebesgut, bis zum Massagestab für Frauen war schon alles dabei.
Viel landet auch daneben


Pohlen ist einer von zehn Bauhofmitarbeitern, die sich darum kümmern, dass Wittlich sauber bleibt. Theoretisch ist ein Mann das ganze Jahr nur damit beschäftigt, die 340 öffentlichen Abfallbehälter zu leeren, daneben und auf seinen Routen liegenden Müll aufzusammeln. Praktisch aber teilen sich die Kollegen die Arbeit.
Und sie haben immer mehr zu tun. Ihr Chef, Bauhofleiter Edmund Kohl, spricht gar von einer "sukzessiven Vermüllung" und einer "zunehmenden Wegwerfmentalität". Dies in den Griff zu bekommen, erfordere einen immer größeren Aufwand. Grob schätzt Kohl, dass jedes Jahr zehn Prozent mehr Müll in den öffentlichen Abfallbehältern in Wittlich und leider auch daneben landet: auf Plätzen und Radwegen, an Straßen und im Stadtpark. Um Letztere kümmern sich vor allem Hilfskräfte.
Rechnet man die Kosten für Fahrzeug, Personal und Entsorgung zusammen, muss die Stadt dafür im Jahr etwa 100 000 Euro zahlen, schätzt Kohl. Besonders ärgerlich: Ein Großteil des Abfalls, der meist in den großen, grünen Behältern entsorgt wird, ist Hausmüll. Um Geld für zusätzliche Leerungen zu sparen, entledigen sich Bürger auf diese Weise ihres Restmülls. In einem Fall habe ein Einwohner seine Restmülltonne kein einziges Mal herausgestellt - obwohl jeder für zwölf Leerungen ohnehin zahlen muss - und sie sogar mit einem Schloss versehen, damit niemand anderes sie füllt, erzählt Kohl.
Menschen, die mit ihrer Mülltüte durch die Stadt laufen, sind auch für Pohlen kein seltenes Bild. Damit sie diese nicht komplett in den öffentlichen Abfallbehälter entsorgen können, setzt der Bauhof verstärkt auf kleinere Mülleimer.
Wegen der größeren Anonymität sei das Problem in der Innenstadt wesentlich größer als in den Stadtteilen. Die Situation am Rommelsbachparkplatz habe sich verbessert, seitdem dort weniger Mülleimer stehen.
Dafür falle mehr Dreck auf den Parkplätzen von Dunlop und Dr. Oetker an (siehe Extra).
Gefährliche Stoffe finden die Bauhofmitarbeiter aber nur selten. "Hier und da stehen beim Müll Laugen, Öl oder Farben, aber das ist nicht so oft", sagt Kohl. Dafür wird es brisant, wenn kaputte Glasflaschen auf dem Mosel-Maare-Radweg liegen.
Kohl: "Wir freuen uns über die Anrufe der Bürger, die uns gerade in solchen Fällen Bescheid geben."Extra

Wo sich der Müll in Wittlich besonders häuft: Im Bereich um McDonald\\'s finden sich besonders viele Verpackungsreste, sagt Edmund Kohl. Außerdem listet er die Dr.-Oetker-Straße, den Park-and-ride-Parkplatz, die Bahnhofstraße, den Dunlop-Parkplatz und die Böschung am Realmarkt auf. Auch der Maare-Mosel-Radweg muss beispielsweise in Höhe der Getränkequelle häufiger saubergemacht werden. Im Stadtpark sind die Mitarbeiter des Bauhofs im Sommer täglich anzutreffen, sagt Kohl. Der Zob wird täglich gereinigt, auch der Weg zwischen den Schulen und dem Zob sei oft verschmutzt. Weitere Brennpunkte: der Bereich zwischen dem Aldi-Zen-trallager und der römischen Villa, der Kreisel am Konversionsgebiet, Teile der Trierer Landstraße, die Leitplanken rechts und links der B 50 bis zum Stadtpark, der Parkplatz der Reitsportanlage, der Fußweg zum Hela, der Lieserpfad zwischen Altstadtbrücke und Viezmühle beziehungsweise Oling, das Industriegebiet II und die Friedrichstraße. In Lüxem ist viel Müll am Rad- beziehungsweise Wirtschaftsweg (Unterführung der B 49) zu finden, in Bombogen am Friedhofsparkplatz und am Hofflürchen. uq