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Wittlich-Land stellt sich hinter Salmtal im Streit mit Amprion

Weitere Beschwerde läuft : Bau einer Höchstspannungsleitung bei Salmtal – Verbandsgemeinde kritisiert Amprion ebenfalls scharf

Wittlich-Land stellt sich hinter die Gemeinde Salmtal und unterstützt deren Beschwerde gegen den Netzbetreiber. Dieser möchte den Verlauf der geplanten Höchstspannungsleitung trotz vieler Einwände und Vorschläge nicht ändern.

Nachdem sich in Salmtal und in den beiden Wittlicher Stadtteilen Neuerburg und Dorf Widerstand gegen den Verlauf der geplanten Höchstspannungsleitung des Netzbetreibers Amprion von Metternich nach Niederstedem geregt hat (siehe Info, wir berichteten mehrfach), erneuert nun die Verbandsgemeinde Wittlich-Land ihre Kritik an dem Verhalten des Dortmunder Unternehmens.

Der Rat der VG hat in seiner zurückliegenden Sitzung beschlossen, dass Wittlich-Land die Ortsgemeinde Salmtal weiterhin in ihren Bemühungen, die Trasse weiter vom Ort entfernt verlaufen zu lassen, unterstützt. Weiterhin befürwortet die VG die Beschwerde der Salmtaler gegenüber Amprion ausdrücklich.

Bürgermeister Dennis Junk hatte zuvor nochmals den Stand der Entwicklungen vorgestellt. Demnach hatte das Unternehmen nach dem Vor-Ort-Termin im September zugesichert, eine Alternativplanung der Trasse zu prüfen und sich mit der Sache auseinanderzusetzen, wenn die Gemeinde und die Bürgerinitiative ihre Hausaufgaben machten, um dies zu ermöglichen.

Bei einer Videokonferenz Ende Januar hat Amprion trotz aller Bemühungen von BI und Ortsgemeinde dann aber „kurz und knapp“, so Junk, den Bemühungen eine Absage erteilt. Die Salmtaler hatten in den Wochen zuvor alle Grundstückseigentümer in teils mühevoller Kleinarbeit ausfindig gemacht und angeschrieben, auf deren Parzellen eine Alternativtrasse verlaufen könnte, und hatten deren Zustimmung bekommen. Aber: „Der Wille war bei Amprion nicht erkennbar, sich damit auseinanderzusetzen“, sagte Junk. Wenn das Unternehmen den Bürgern nur um ein paar Meter entgegengekommen wäre, sei kein Präzedenzfall geschaffen worden und man hätte einen Kompromiss gefunden. Stattdessen sei ein Gutachter aus Aachen hinzugezogen worden, „der vermutlich noch nie im Salmtal war“, so Junk, und der sagte, dass die alternative Trasse so nicht gebaut werden könne, weil sie in einem hochsensiblen Bereich verlaufe und im Sichtbereich des Trierer Stadtwalds liege. Einen Kompromiss hat Amprion nicht vorgeschlagen. „So kann man mit den Menschen ncht umgehen“, sagt Junk zum VG-Rat.

In der Zwischenzeit haben sich die Salmtaler mit einem Beschwerdeschreiben an das Unternehmen gewandt, eine Reaktion darauf gibt es jedoch nicht. Die Gemeinde schließt nicht aus, rechtliche Schritte gegen Amprion einzuleiten, um den Bau der  bis zu 81,5 Meter hohen Masten der geplanten Höchstspannungstrasse nur wenige Meter neben Wohnhäusern zu verhindern. Rechtliche Schritte erwägen auch die beiden Wittlicher Stadtteile Dorf und Neuerburg, um einen Bau der Masten weiter von den Wohnhäusern entfernt zu erreichen.

Bei den Fraktionen des VG-Rats Wittlich-Land stieß der Beschluss  auf breite Zustimmung. Es sei enttäuschend, wie die Argumente der Bürger einfach weggewischt worden seien, sagt CDU-Fraktionssprecher Manuel Follmann. Der Salmtaler Manfred Hower (FWG) schlug in die gleiche Kerbe und sieht noch die Chance, dass die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord in dem aktuell laufenden Planfeststellungsverfahren „vernünftig abwägt“. Günter Theis (Bündnis 90/Die Grünen) bezeichnete das Verhalten von Amprion als „absolute Sauerei. Wenn es sachliche Gründe gibt, kann man die Entscheidung nachvollziehen, aber nicht auf diese Art und Weise.“ Auch die SPD-Fraktion schloss sich den Meinungen der anderen Fraktionen an.