Wittlich: Nicht nur die Damenwahl geht an die CDU

Wittlich: Nicht nur die Damenwahl geht an die CDU

Die CDU hat in Wittlich trotz Verlusten die Nase vorn. Nadine Zender, SPD, kann als relativer Politikneuling Elfriede Meurer, CDU, nicht schlagen, punktet jedoch mit guten Werten. Für den Landtag reicht das noch nicht.

Es ist ein wenig paradox: Für die Wittlicherin Nadine Zender, die recht überraschend mit der SPD besonders hoch in der Wählergunst liegt, bedeutet der Erfolg einiger Parteigenossen, die als Direktkandidaten in den Landtag einziehen, dass sie selbst dort doch keinen Platz haben wird: Überraschend hat unter anderem im Eifelkreis Bitburg-Prüm Nico Steinbach das Direktmandat vor dem bislang als sichere Hausnummer für die CDU geltenden Michael Billen gewonnen. Und nicht nur er hat sich auf diesem Weg durchgesetzt.

Damit reicht es auf Listenplatz 39 nicht für die Wittlicherin, ins Landesparlament einzuziehen, sie hätte mindestens Platz 29 benötigt. Das wäre bei der Wahl 2011 anders gewesen, auch, weil damals drei Parteien in den Landtag einzogen und nicht fünf wie aktuell: Dadurch bedeuten gleiche Prozentzahlen wie damals weniger Sitze, da diese unter mehr Parteien aufgeteilt werden müssen.

Ein Trost vielleicht: Nadine Zender hat sich aus dem Stand ganz ausgezeichnet behauptet, etwa gegenüber Elfriede Meurer, CDU. Diese erfahrene Landespolitikerin und ihre junge Stadtratskollegin trennen bei den Erststimmen in der Stadt Wittlich nur 2,5 Prozent. Man vergleiche die Erststimmen-Differenz vor fünf Jahren, als die SPD mit ihrem damaligen Direktkandidaten Jens Rieger 27,9 Prozent satte 14,8 Prozentpunkte hinter CDU-Zugpferd Elfriede Meurer, die damals noch 42,7 Erststimmen einfuhr, lag.

Rapider bergab geht es in der Wählergunst mit den Grünen, bei denen auch in Wittlich der Landestrend durchschlägt: Bei den Erststimmen geht es von ehemals 18 auf nun 6,5 Prozent runter, bei den Zweitstimmen von 16,9 auf 5,5 Prozent. Freuen kann sich die FDP, die von fünf auf 8,3 (Erststimmen) und von 5,4 auf 7,6 Prozent (Zweitstimmen) zugelegt hat. Die Liberalen luden angesichts des Erfolgs gleich am gestrigen Montag zum Feiern "dieses erfreulichen Ereignisses" am 23. März im Lindenhof ein. Theoretisch könnte das die AfD auch. Sie bekam aus dem Stand 11,5 (Erststimmen) und 11,2 Prozent (Zweitstimmen).

Ihr wollte jedoch direkt nach Bekanntgaben der Wahlergebnisse niemand von außen so recht gratulieren. Elf von 100 wahlberechtigten Wittlichern sehen das anders, immerhin doppelt so viele, wie sich zum Beispiel per Kreuz auf dem Stimmzettel für Bündnis 90/Die Grünen entscheiden haben. Und auch die nun auf Landesebene erstarkte FDP, die früher in der Stadt einen guten Stand hatte, reicht an die AfD-Werte nicht heran.

Die Einzelergebnisse (Erststimme/Zweitstimme) Clara-Viebig-Realschule: SPD 29,8/30,7, CDU 34,4/34,7, Grüne 3,4/3,8, FDP 9,5/7,4, AfD 12,9/13.

Grundschule Friedrichstraße I: SPD 28,6/31,8, CDU 31/31,6, Grüne 6,4/6,5, FDP 10/9, AfD 12,5/13,1.

Grundschule Friedrichstraße II: SPD 33,6/34,8, CDU 32,7/34,9, Grüne 8,6/6,3, FDP 10,1/ 9,1, AfD 9/8,6.

Altes Rathaus: SPD 32,5/33,6, CDU 34,5/36,7, Grüne 6,5/5,6, FDP 9,6/8,6, AfD 9,3/8,3.

Georg-Meistermann Grundschule I: SPD 30,3/32,6, CDU 34,7/34,8, Grüne 4,7/4,4, FDP 7,6/6,3, AfD 14,1/14,5.

Georg-Meistermann Grundschule II (niedrigste Wahlbeteiligung mit 54,2 Prozent): SPD 29,8/33,2, CDU 32,7/30,1, Grüne 5,7/4,9, FDP 6,5/7,8, AfD 15,1/15,2. Lüxem: SPD 30,4/34,8, CDU 40,7/40,4, Grüne 8/6,5, FDP 5,9/5,2, AfD 8,3/7,4.

Dorf (höchste Wahlbeteiligung mit 73 Prozent): SPD 29,9/29, CDU 37,7/37,1, Grüne 8,7/7,8, FDP 7,8/9, AfD 9,7/9,7.

Neuerburg: SPD 31,5/34,5, CDU 39/37,4, Grüne 6,6/5,1, FDP 5,4/4,9, AfD 11,7/11,4. Bombogen: SPD 34,1/37,7, CDU 34,9/34,1, Grüne 6,2/4,1, FDP 7,4/6,8, AfD 11,3/11,7.

Wengerohr I: SPD 29,7/31, CDU 31,3/32,3, Grüne 5,8/5,6, FDP 8,8/8,0, AfD 14,3/13,3. Wengerohr II: SPD 36,4/37,7, CDU 29,6/30,7, Grüne 6,6/5,7, FDP 7,4/7,0, AfD 11,4/11,1.

Von 13413 Wahlberechtigten haben 63,4 Prozent gewählt.