Bildung: Wittlich punktet mit Vorzeigebibliothek

Bildung : Wittlich punktet mit Vorzeigebibliothek

Wissenschaftsminister Konrad Wolf besucht Spitzen-Institutionen aus Rheinland-Pfalz und kam in die Wittlicher Stadtbücherei.

„Das Buch hier ist ein wunderbares Weihnachtsbuch, das kommt auch mit“, meint die ältere Dame, die ihrer Enkelin ein Bilderbuch in die Hand drückt. Sie läuft damit zur Mutter, die es zu dem Stapel der auszuleihenden Bücher hinzufügt. Weiter oben beschäftigt sich eine Kindertagesstätten-Gruppe auf der Suche nach berühmten Kinderbuchfiguren mit der Raben-Handpuppe auf Annette Münzels Hand. Spielerisch führt die stellvertrende Bücherei-Leiterin die Kinder so hin zur Literatur. Kurz darauf kommen Menschen mit Behinderungen von der Maria-Grünewald-Einrichtung in die Bücherei. „Wir bieten eine große Bandbreite für alle an. Integration geschieht durch Bildung“, erklärt Bücherei-Leiterin Elke Scheid. Es gibt hier Angebote für Kleinkinder, Schüler, Jugendliche, Menschen mit Migrationshintergrund, Senioren und viele mehr.

Dieses Engagement nimmt Konrad Wolf, Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Rheinland-Pfalz, zum Anlass, die Stadtbücherei Wittlich im Rahmen seiner Top-Tour als Beispiel einer „exzellenten und modernen öffentlichen Bibliothek“ zu besuchen. Gemeinsam mit Vertretern der Kreis- und Stadtpolitik, unter anderem  Landrat Gregor Eibes und dem Leiter des Fachbereichs „Landesbüchereistelle“ des Landesbibliothekszentrums, Günter Pflaum, lässt sich der Minister durch das Haus führen. Dabei wird das vielfältige Angebot erläutert und insbesondere auf den Wandel durch die Digitalisierung eingegangen.

„Wir bieten etwa Senioren Hilfe an, wenn sie ein Tablet oder einen E-Reader geschenkt bekommen haben, aber im Umgang noch unsicher sind“, sagt Scheid. Insbesondere für ältere, teils immobile Menschen, die in den kleinen Dörfern wohnen, biete dies eine hervorragende Alternative, um weiterhin auf das breit gefächerte Literaturangebot zugreifen zu können.

Noch immer seien Print-Ausgaben das gefragteste Medium. CDs werden mit dem Aufkommen von Online-Streaming-Diensten wie Spotify immer weniger wichtig. Bei den E-Books verzeichne man nur einen geringen Anstieg bei der Ausleihrate.

„Dieses Haus steht sinnbildlich für den Wandel der Bibliothek. Ich bemerke deutlich, dass dies ein Ort der Kommunikation und Integration ist, der mit Leben gefüllt wird“, schließt Minister Wolf den Rundgang. Er dankt insbesondere den Mitarbeitern, die mit ihrem Engagement dafür sorgen, dass dieser Raum generationenübergreifend angenommen wird. Rheinland-Pfalz liegt mit insgesamt 643 öffentlichen Bibliotheken an der bundesweiten Spitze und kann, so Wolf, „durch Häuser wie die Stadtbücherei Wittlich diese Spitzenstellung untermauern.“