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Wittlich stellt die Pläne für sein neues Kombibad vor

Aus dem Archiv Februar 2019 : Großprojekt für Wittlich: Ein neues Schwimmbad

Die Stadt hat die Pläne für ein neues Hallen- und Freibad vorgestellt. Der Entwurf erfüllt viele Vorgaben und Wünsche. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings. Und am Ende hängt vieles von den Zuschüssen des Landes ab.

Bürgermeister Joachim Rodenkirch machte während der rund zweistündigen Bürgerversammlung, in der die Pläne für das neue Kombibad in Wittlich vorgestellt wurden, keinen Hehl daraus, was ihn bedrückt. Die Finanzierung sei die größte Hürde beim Bau des neuen Bads in Wittlich. Denn diese zu sichern, hänge auch von den Zuschüssen ab, die Wittlich von Land und Bund für das 20-Millionen-Euro-Projekt bekommt. „Diese Summe können wir alleine nicht stemmen“, machte Rodenkirch klar. Deshalb musste die Stadt bei der Planung bereits viele Vorgaben beachten, zum Beispiel die Reduzierung der Wasserflächen.
Doch an dem Neubau führt kein Weg vorbei, das Hallenbad ist so marode, dass es keinen Sinn mehr mache, es zu reparieren. „Wir sind derzeit dabei, das Bad mit Bordmitteln am Leben zu halten.“ Heißt: Fällt die Technik aus, muss sie mit Mitteln aus dem eigenen Bestand repariert werden. Ersatzteile gebe es keine mehr, so Rodenkirch.

Und so sehen die Pläne des Architekturbüros Krieger für das ganzjährig nutzbare Kombibad aus:

Ausstattung Im Freibadbereich soll es ein 50-Meter-Becken mit drei Bahnen (statt fünf wie bisher) geben, an das sich ein Erlebnisbereich mit Rutsche anschließt. Zudem sind noch ein Freizeitbecken und ein Kinderbecken auf dem Gelände sowie Liegeflächen geplant. Im Hallenbad, das ebenerdig an das Freibad anschließt und von dessen Besuchern mitgenutzt werden kann, ist ein 25-Meter-Becken mit Teil-Hubboden, sechs Bahnen, Startblöcken, Rutschturm und Sprunganlage vorgesehen sowie ein Lehrschwimmbecken mit Hubboden, der es ermöglicht, die Wassertiefe zu ändern, und ein Eltern-Kind-Bereich mit Planschbecken sowie eine Textilsauna. Letztere ist allerdings, wie der Rutschturm, optional. Denn es ist fraglich, ob diese Zusatzeinrichtungen den Fördervorgaben des Landes entsprechen und nicht doch noch aus der Planung genommen werden müssen. „Als ich gesehen habe, was eine Rutschenanlage kostet, habe ich auch erstmal gestaunt“, sagt Bürgermeister Rodenkirch. Eine bis eineinhalb Millionen seien dafür nötig, bestätigt Planer Sebastian Neuhaus, denn für eine Rutsche muss quasi ein eigenes Gebäude im Gebäude gebaut werden, unter anderem mit einem Aufgang in einem Turm, der unterkellert werden muss.

Schwimmen mit Cabrio-Dach: Das neue Kombibad in Wittlich aus der Vogelperspektive mit geöffnetem Cabriodach über einem Teil des Hallenbads (oben). Rechts eine Ansicht der Erdgeschoss-Ebene des Bads. Foto: TV/Mik Schulz

Was aber definitiv eingeplant ist, ist ein Cabriodach über dem 25-Meter-Becken. Das kann, so Planer Neuhaus, in rund acht Minuten auffahren. So ist das 25-Meter-Becken im Hallenbad gefühlt ins Freibad integriert, da auch die Faltwände, die die Barriere zum Freibadbereich bilden, eingefahren werden können.

Stimmen der Bürger Bei den Vereinen kamen die Planungen weitgehend gut an, Eva Maria Kessler, Abteilungsleiterin Schwimmen des Wittlicher Turnvereins, begrüßte das Konzept. Ihre Frage nach ausreichen Lagerflächen für Materialien und besseren Orientierungshilfen im Schwimmbad konnte Planer Sebastian Neuhaus bejahen. Matthias Pauly von der DLRG Wittlich ist ebenfalls zufrieden mit dem Plan, „wenn es so kommt, wie es da steht“. Seine Rückfrage nach einem Aufenthaltsraum, zum Beispiel während Wettkämpfen im Hallenbad, bejahte Neuhaus ebenfalls. Harald Teusch aus Wittlich fragte unter anderem nach dem Verbleib des „einmaligen Baumbestands“ auf dem Freibadgelände. Bis auf fünf Bäume, einige kleinere und ein kranker Baum, blieben alle erhalten, so Neuhaus. Und Bürgermeister Rodenkirch sagte zu, für die wegfallenden Bäume neue zu pflanzen.

Der Zeitplan Am Ende der Vorstellungs- und Diskussionsrunde gab es von den rund 150 Zuhörern Applaus. Auch wenn die Wittlicher und die Nutzer aus dem Umland bis zur Realisierung des Projekts – die für die Jahre 2020 bis 2023 angedacht ist, wenn die Stadt in diesem Jahr mit den Ausschreibungen beginnen kann –. rund zwei Jahre lang komplett auf ein Schwimmbad verzichten müssen. Denn die Abriss- und Neubauarbeiten lassen wegen der aktuell gemeinsam genutzten Technik von Frei- und Hallenbad keine andere Lösung zu. Wenn das Bad fertig ist, komme, so Sebastian Neuhaus, noch eine zwei- bis dreimonatige Einfahrzeit hinzu, in der das Bad nur bestimmten Nutzern wie Vereinen oder Schulen zur Verfügung steht, um alles zu testen.

Mehr Infos zum Bad gibt es unter www.wittlich.de/projekte/projekt-vitelliusbad