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Wittlicher Eiche erzielt in Esch Höchstpreis

Holzvermarktung : Eifeler Eiche erzielt Höchstpreis

Das Gold des Waldes: Kostbare Stämme im Wert von 545 000 Euro wechseln in Esch den Besitzer.

Holz ist nicht gleich Holz: Während das Überangebot an Nadelholz im ganzen Land den Preis in den Keller drückt und das Einkommen der Waldbesitzer  schwer belastet, werden für ausgewählte Stämme edler Laubhölzer Höchstpreise gezahlt. Das hat die Wert- und Stammholz-Submission, eine Art Holz-Versteigerung,  in Esch gezeigt. Ende Februar haben die Landesforsten in Boppard und Esch die schönsten und edelsten Stämme aus dem gesamten Bundesland Rheinland-Pfalz unter den Hammer gebracht. 25 Forstämter schafften dabei ihr Wertholz und somit die schönsten Stämme ihrer Kommunen und Privatwaldbesitzer zur Auktion und dem Umschlagplatz bei Esch. Knapp 1100 Festmeter Laub- und zum Teil auch Nadelholz wurden dort nahe der A 1 bei Sehlem an zwei Tagen meistbietend zum Verkauf angeboten. Doch wer braucht so edle Hölzer und zahlt so hohe Preise?

Hauptabnehmer sind Möbel-, Furnier- und Parketthersteller sowie Fassbinder. Sie reisen aus ganz Deutschland sowie Frankreich an, um die Edelhölzer auf dem Wertholzlagerplatz an der A 1 bei Esch unter die Lupe zu nehmen.

Viele Kunden wie Schreiner gehen in Esch auf die Suche nach besonderen Hölzern wie Esche und Kirsche, die sie für die Umsetzung von Kundenwünschen mit dem gewissen Extra benötigen. Unter den seltenen Laubholzarten, die in Esch gehandelt werden, finden sich auch Stämme der Baumarten Elsbeere, Nussbaum, Roteiche, Linde und Ahorn.

Bei der Submission, einer Art Versteigerung, geben die interessierten Bieter später ein schriftliches Gebot auf die Stämme ab, die sie kaufen möchten. Das ist ein klein wenig wie Lotterie spielen. Wer Höchstbietender und damit Käufer ist, das erfährt der Meistbietende erst, wenn er den Zuschlag erhält. Wer zu wenig bietet, der läuft Gefahr,  leer auszugehen.

Ganz und gar nicht leer ausgegangen sind Landesforsten, Kommunen und Privatwaldbesitzer, deren Edelholz in Esch gehandelt wurde. 28 Firmen aus den Bereichen Furnier-, Fass-, und Schneideholz, Holzhandel und Schreinerhandwerk haben mit ihren Geboten den Waldbesitzern einen Gesamterlös in Höhe von 545 000 Euro in die Kassen gespült.

Finanzen Das Eichenholz wurde im Vergleich zum Vorjahr mit einem nahezu identischen Durchschnittspreis von 519 Euro pro Festmeter gehandelt. 89 Prozent des Angebots, und damit 2052 Festmeter, entfiel auf Eichenholz.

Wittlich Den höchsten Betrag für einen  Stamm zahlte ein Bieter für eine Traubeneiche aus dem Forstamt Wittlich. Das edle Gehölz ging für insgesamt 4513 Euro und 1228 Euro pro Festmeter über die Ladentheke. Für keinen anderen Stamm wurde in Esch so viel Geld auf den Tisch gelegt. Ein stolzes Sümmchen für einen Baum aus dem Wittlicher Forst. Mit 796 Festmetern trugen die Wittlicher bei den Wertholzversteigerungen der Landesforsten mit Abstand am meisten Edelholz zu Markte. Bei den Auktionen in Boppard und Esch wurden insgesamt 2085 Festmeter verkauft. Ein Erlös  von mehr als einer Million Euro. Der Durchschnittspreis lag bei 515 Euro pro Festmeter. Der höchste Festmeterpreis von 1290 Euro und ein Gesamterlös von 2722 Euro wurde für eine Traubeneiche aus dem Forstamt Idarwald gezahlt.

Bitburg „Das Marktinteresse der Käufer an gutem und stärkeren Eichen-Stammholz hält auch 2020 an“, erklärt das Forstamt Bitburg nach der Auktion. Die Bitburger trugen 108 Festmeter in Esch zu Markte. Den höchsten Erlös je Festmeter erzielte eine Eiche aus der Gemeinde Idesheim. Für „beachtliche“ 976 Euro pro Festmeter wird diese Eiche nun in Frankreich zu Fassholz verarbeitet.

Die Bitburger erzielten einen Durchschnittspreis von  591 Euro – 70 Euro über dem Durchschnittspreis der Auktion. So können sich die beteiligten Gemeinden aus Idesheim, Idenheim, Sülm und Röhl sowie die Stadt Bitburg über einen Gesamterlös in Höhe von 63 921 Euro freuen. „Dadurch, dass ein Teil des Holzes als splitterverdächtig eingestuft werden musste, ist dies ein hervorragendes Ergebnis“, erklärt das Forstamt. In manchen Stämmen finden sich demnach also womöglich noch Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg.

Den größten Erlös erzielte ein Eichenstamm aus der Gemeinde Idesheim. Er ging für  2075 Euro  an einen Käufer aus Frankreich und wird nun ebenfalls zu Fassholz verarbeitet. Ein in Idesheimer Eiche gereifter Bordeaux ist demnach wohl ein ganz besonderer Tropfen.