Wittlicher Freibad beschäftigt den Stadtrat

Kostenpflichtiger Inhalt: Erneut auf dem Prüfstand : Gibt es eine Alternativ-Planung fürs Freibad?

Beschließt der Wittlicher Stadtrat am Dienstagabend, was sich viele seit langer Zeit wünschen? Eine Alternativplanung zum Erhalt des Freibads im Rahmen der Sanierung des Vitelliusbades steht derzeit zur Diskussion.

Auf ein Neues: Wer dachte, die Planung für die Sanierung des Vitelliusbades sei abgeschlossen und die Bauarbeiten könnten im Frühjahr nach dem Ende der Hallenbadsaison beginnen, den wird die jüngste Entscheidung des Bauausschusses der Stadt Wittlich zur Sanierung der Einrichtung herbe enttäuschen. Hingegen all diejenigen, die vor allem am Erhalt des Außenbeckens in seinen bestehenden Dimensionen interessiert sind, muss diese Neuigkeit freuen: Der Bauausschuss der Stadt Wittlich hat auf seiner zurückliegenden Sitzung im Stadthaus einstimmig für die Erstellung einer Alternativplanung zur Sanierung des Hallen- und Freibades gestimmt.

Das letzte Wort dazu hat jedoch nach wie vor der Stadtrat, der am Dienstagabend, 10. Dezember, um 18 Uhr in der Kultur- und Tagungsstätte Synagoge zu einer öffentlichen Sitzung zusammenkommt.

Selbst wenn der Stadtrat eine Alternativplanung auf den Weg bringt, womit man rechnen darf, wäre damit der Erhalt des Freibades in seiner vollen Größe und Schönheit jedoch noch keine beschlossene Sache. Bürgermeister Joachim Rodenkirch erklärte den Mitgliedern des Bauausschusses, das Ministerium sei von seiner ehemals gestellten Forderung zur Reduzierung der Wasserfläche zwar abgerückt, „dennoch müssen wir die Wirtschaftlichkeit nachweisen. Und Wasserfläche ist nun mal der größte Kostenfaktor.“ Der Rechnungshof, sagte Rodenkirch, sei nun jedenfalls „mit im Boot“ und werde bei den Planungen und der Genehmigung der „größte Mitspieler“ werden. Selbst das Ministerium würde sich dem Rechnungshof nicht entgegenstellen, würde dieser zu der Einschätzung gelangen, dass eine Wirtschaftlichkeit nicht gegeben sei.

Und bei einem Erhalt des Freibades in seinen aktuellen Dimensionen werde es wohl schwierig werden, meint Rodenkirch, die Wirtschaftlichkeit nachzuweisen.

Im Rahmen einer alternativen Planung sei zunächst jedoch in einem „objektiven Gutachten“ zu untersuchen, ob die Kerne des Freibades noch tragen würden. Es müsse geprüft werden, so Pressesprecher Rainer Stöckicht, ob die Betonhülle unversehrt oder durch chemische Einflüsse wie Chloride beschädigt sei.

Darüber hinaus fordert das Gesundheitsamt eine Strömungssimulation. Dabei soll getestet werden, ob die Strömungsanlage mit ihren Düsen aus den 1990er-Jahren noch ausreichend sei. Damit wären die ersten Schritte genannt, die bei einer Alternativplanung zum Erhalt des Freibades anstünden. Ob das Wirklichkeit wird, liegt in der Hand des Stadtrats.

Die Wittlicher Freibadfreunde – zu denen sich auch Jörg Krames zählt –, die sich bereits mit Unterschriftenaktionen und weiteren Maßnahmen für den Erhalt des Freibades mit acht 50-Meter-Bahnen starkgemacht haben, sind über das Ergebnis der Vorberatungen im Bauausschuss hoch erfreut:

Krames: „Wir verlangen ja gar nicht mehr, als dass einmal abgeklärt wird, wie die Substanz des Freibades überhaupt aussieht. Es ist ja bislang fragwürdig, ob das Freibad überhaupt in einem sanierungswürdigen Zustand ist. Deshalb sind wir mit dem Ergebnis froh und hoffen, dass der Stadtrat gleichermaßen entscheidet.“ Man hoffe natürlich ebensosehr, dass eine Alternativplanung zum Erhalt des Beckens auch zustandekommt, „und dass die Wirtschaftlichkeitsprüfung letztlich ergibt, dass wir das Freibad in voller Größe behalten können.“

Doch bis dahin ist es noch ein langer Weg, wie auch nochmal Bürgermeister Rodenkirch in der Sitzung des Bauausschusses deutlich machte: „Das ganze Projekt wird jetzt natürlich länger dauern.“ Sobald eine Alternativplanung abgeschlossen sei und ein Entwurf vorliege, wolle man sich auch nochmal mit den Bürgern zusammensetzen, sagte Rodenkirch, und über die Planung diskutieren.

Zuletzt hatte die Stadt im September zu einer Bürgerinformationsveranstaltung ins Eventum eingeladen und den Dialog mit den Bürgern zu dem Thema gesucht (der Trierische Volksfreund berichtete). Sollte sich der Stadtrat am Dienstagabend für eine Alternativplanung entscheiden, wird diese natürlich nicht umsonst zu haben sein. „Hierfür sind honorarwirksame Wiederholungsleistungen der Vorentwurfs- und Entwurfsphase notwendig“, ist in der Sitzungsvorlage zu lesen. Veranschlagt sind derzeit für die Generalsanierung knapp 21 Millionen Euro. Eine Alternativplanung wird aber in jedem Fall teurer und das allein schon, weil sich damit der Baubeginn verzögert und die Baukosten jährlich um mehrere Prozent steigen.