Wittlicher Genussmarkt: Nicht alle Händler sind zufrieden

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Der Wittlicher Genussmarkt hatte im April Premiere. Sechs weitere folgten bis Oktober. Die Idee fanden die Händler zunächst alle super, aber nicht alle hatten die erhoffte Kundenfrequenz. Ein Gespräch mit allen Beteiligten soll Verbesserungen bringen.

Frische Produkte aus der Region anbieten, mit den Kunden ins Gespräch kommen, der Innenstadt Impulse geben und zum Treffpunkt werden. Das war das Ziel des Genussmarkts in Wittlich. Seit April fand er sieben Mal jeweils samstags statt. Rund 20 Stände waren dort mit verschiedensten Spezialitäten vertreten, wie beispielsweise Gewürze, Frischkäse, Bier, Brot, Essig, Wurst oder Spirituosen. Vieles konnte direkt an den Ständen probiert werden.

Die Idee ist bei einem Stammtisch des Alwinprojekts (der TV berichte mehrfach) entstanden. Hans Gelz ist Mitorganisator des Marktes, Inhaber eines Geschäfts in der Innenstadt und selbst mit einem Stand mit zuckerfreien Essigen, Öle, Gewürzen und Gin vertreten. Er berichtet: „Der Sinn des Ganzen ist ja, die Altstadt neu zu erleben, bummeln, probieren, Menschen treffen. Ich bin sehr zufrieden, denn es waren viele Kunden da, die das geschätzt und auch gekauft haben, aber es muss sich noch richtig durchsetzen.“ Es seien, so Gelz, neben Wittlichern viele Kunden von außerhalb gekommen. Wenn alle weiter daran arbeiteten, könne es sich zu einem echten Alleinstellungsmerkmal Wittlichs entwickeln.

Sehr zufrieden ist auch Sabine Enders, die bei allen sieben Genussmärkten mit Wildprodukten vertreten war. Sie sagt: „Die Leute waren begeistert, die Frequenz war in Ordnung und sie haben bewusst gekauft. Wir konnten Stammkunden gewinnen. Die Gastronomie am Marktplatz hat, glaube ich, profitiert, weil dort oft kein freier Platz mehr war. Wie es in der Innenstadt war, kann ich nicht bewerten.“ Im kommenden Jahr wäre sie beim Genussmarkt wieder dabei.

Heike Bauer und Christoph Gabler müssen sich das noch überlegen, denn sie waren nicht ganz so zufrieden. Christoph Gabler, der mit Escher Viez auf dem Markt vertreten war, meint: „Die Idee ist grundsätzlich super, es hat im April auch gut angefangen, aber dann ist es von Mal zu Mal weniger geworden. Zum Teil war das Wetter nicht besonders, einmal haben die Harleys die Innenstadt verstopft. Für uns ist es sehr aufwendig für das was bisher rumgekommen ist.“ Er ergänzt: „Wir gehen aber auf jeden Fall zum Abschlusstreffen der Stadt, denn grundsätzlich finden wir den Markt ja gut.“

Heike Bauer von Bauer und Bauer, die Edelobstbrände angeboten haben, wird ebenfalls zum Nachtreffen gehen. Sie erklärt: „Für uns hat es sich nicht so besonders gelohnt. Wir kamen uns auf dem Platz an der Lieser auch ein bisschen verloren vor. Als beim Oktobermarkt alle Stände auf dem Marktplatz waren, fanden wir es besser.“ Den Stand der Wittlicher Winzer hat einmal das Weingut Losen-Bockstanz betrieben. Eva Losen bewertet es positiv: „Der Weinstand wurde gut angenommen, wir waren zufrieden und hatten viele nette Gespräche.“

Hans Gelz möchte für das nächste Jahr weitere Händler für den Markt gewinnen, einen Bäcker und einen Demeterbetrieb, der Obst und Gemüse anbieten würde, fände er beispielsweise gut und ein Marktessen der ansässigen Gastronomen. Zudem würde er befürworten, wenn sich die Veranstaltung auf den Marktplatz konzentrieren würde. Die Stadt Wittlich will sich momentan noch nicht äußern, sondern den Austausch mit den Händlern abwarten.

Die Nachbetrachtung des Genussmarktes von städtischer Seite ist am Donnerstag, 14. November, ab 18.30 Uhr im Restaurant Daus.

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