Wittlicher haben die Wahl: Das sind die Kandidaten für den Stadtrat

Kommunalwahl 2019 : Wittlicher haben die Wahl: Das sind die Kandidaten für den Stadtrat

Neue Gesichter, Parteien und politische Themen: Am 26. Mai entscheiden die Wähler, wer im künftigen Stadtrat mitreden darf.

Alles neu macht der Mai: Bei der Kommunalwahl am Sonntag, 26. Mai, werden die Wittlicher ihren Stadtrat neu wählen. Die Kandidatensuche ist abgeschlossen und die Parteien haben ihre Listen für die Wahl aufgestellt. Bislang saßen im Wittlicher Stadtrat Vertreter von sechs Parteien. Die Zahl wird möglicherweise steigen. Neben der CDU, SPD, FWG, FDP, den Grünen und der Linken schickt nun auch die Alternative für Deutschland (AfD) als mögliche siebte Partei ihre Kandidaten ins Rennen.

CDU Die mit 14 Mitgliedern stärkste Fraktion im Stadtrat, die CDU, schickt mit der Landtagsabgeordneten Elfriede Meurer eine erfahrene Lokalpolitikerin auf dem ersten Listenplatz ins Rennen. Meurer (61) hat bereits seit 1999 einen Sitz im Stadtrat. Sie ist zuversichtlich und hofft, dass die CDU auch bei dieser Kommunalwahl wieder als stärkste Fraktion in den Wittlicher Stadtrat einziehen darf. Allerdings fehlen mit Carlo Bauer und Winfried Schabio zwei lang gediente Mitglieder in der CDU-Liste und damit wohl auch in der künftigen Stadtratsfraktion. „Aber ich bin stolz auf unsere Liste“, sagt Meurer, „weil viele junge Leute drin sind, darunter auch junge engagierte Frauen, und es eine bunte Mischung zwischen den Berufen und dem Alter der Bewerber gibt. Zwischen Anfang 20 und Anfang 80 ist alles vertreten.“

Thematisch werde man sich in einer nächsten Legislaturperiode im Stadtrat vor allem mit dem Großprojekt Kita, Mehrgenerationenhaus und Haus der Jugend unter einem Dach beschäftigen, sagt Meurer. „Auch das Schwimmbad wird uns weiter beschäftigen. Da sind noch viele Dinge zu leisten.“ Zudem seien der CDU die Themen Wohnen und Arbeit wichtig, „wobei wir Arbeitsplätze halten und ausbauen müssen.“ In künftigen Bebauungsplänen sei auch immer „eine kleine Ecke für Mehrfamilienhäuser zu berücksichtigen“, sagt Meurer, um den Bedarf an Wohnraum zu decken.

Zudem wolle die Partei den Bau des Kinos und des Hotels in der Innenstadt weiter unterstützen, sagt Meurer, die sich auch wieder um das Amt der Fraktionsvorsitzenden bewerben möchte. „Aber darüber reden wir nach der Wahl. Wichtig ist mir, dass die Menschen wählen gehen und ihr Wahlrecht wahrnehmen.“

1. Elfriede Meurer, 2. Jan Salfer, 3. Thomas Oehlenschläger, 4. Magdalena Zelder, 5. Leonard Preisler, 6. Michaele Schneider, 7. Peter van der Heyde, 8. Michael Praeder, 9. Martin Poth, 10. Andreas Rach, 11. Elisabeth Krämer, 12. Jürgen Junk, 13. Hubert Weinand, 14. Andrea Kien, 15. Matthias Becker 16. Rosemarie Bölinger, 17. Jacqueline Oehlenschläger, 18. Nils Petri, 19. Sebastian Klein, 20. Arne Jerosch, 21. Tahir Dogan, 22. Jürgen Vellen, 23. Alexa Spielmann-Sips, 24. Irene Dischke, 25. Christian Esch,  26. Rainer Becker, 27. Udo Reihsner, 28. Hermann Krämer, 29. Franz Josef Mertes, 30. Josef Salfer, 31. Lothar Scherl, 32. Albert klein, 33. Laura Birol, 34. Christoph Zelder;

SPD Als zweitgrößte Fraktion im Wittlicher Stadtrat spekulieren die Sozialdemokraten zumindest auf Erhalt der aktuellen Fraktionsstärke mit acht Sitzen im Stadtrat, sagt die  Fraktionsvorsitzende Erika Werner. Die 54-jährige Sozialpädagogin und Betriebswirtin, die bei der katholischen Kita GmbH in Trier als Gesamtleiterin tätig ist, hatte den Fraktionsvorsitz im vergangenen Jahr übernommen, nachdem die ehemalige Vorsitzende Nadine Zender diesen aus persönlichen Gründen niedergelegt hatte. Insgesamt geht die SPD mit 34 Bewerbern ins Rennen. Darunter seien auch einige neue Gesichter zu finden, sagt Werner. Die Partei habe bei der Aufstellung der Kandidatenliste großen Wert auf eine paritätische Verteilung zwischen Frau und Mann gelegt. Werner hofft,  dass ihre Genossen sie nach der Wahl im Amt der Fraktionsvorsitzenden bestätigen. In der nächsten Legislaturperiode möchten sich die Sozialdemokraten in der Wittlicher Lokalpolitik insbesondere für „mehr Transparenz“ stark machen, so Werner. „Deshalb halten wir unsere Fraktionssitzungen ja auch schon in den Stadtteilen ab.“ Außerdem wolle sich die SPD weiterhin dafür stark machen, dass die Kindergärten und Schulen der Stadt gut ausgestattet bleiben und werden. „Da muss man einen Schwerpunkt setzen.“

Aber auch das Thema Mobilität sei für die SPD bedeutend. Dabei gehe es um mehr Fahrradwege für E-Bikes sowie den Erhalt des Rufbusses, der Flexibilität erlaube. „Wir müssen uns aber auch um innovative Wohnkonzepte für Menschen, die sich kein Eigenheim leisten können, kümmern.“ Auch für den Erhalt des Ehrenamtes, sagt Werner, werde sich die SPD einsetzen.

1. Erika Werner, 2. Bernhard Lehnen, 3. Marmann Elfriede, 4. Siddik Simsek, 5. Maria Klein, 6. Joachim Gerke, 7. Monika Gassen, 8. Hans Peter Pesch, 9. Doris Mann-Backes, 10. Ahmet Altiparmak, 11. Sigrid Hübner-Bußmer, 12. Uwe Werner, 13. Petra Becker, 14. Martin Gesthuisen, 15. Michaela Lübeck, 16. Benedikt Bechtel, 17. Annette Weber, 18. Stefan Köhler, 19. Lena Werner, 20. Olaf Röder, 21. Miriam Lehnen, 22. Gerhard Deussen, 23. Ruth Thiesen, 24. Ralf Dörrenbächer, 25. Rita Bechtel, 26. Dieter Burgard, 27. Edith Lehnen, 28. Benjamin Mehrfeld, 29. Waltraud Mehrfeld, 30. Edwin Mehrfeld, 31. Petra Kreuz-Dörrenbächer, 32. Horst Kirsch, 33. Waltraud Condne, 34. Hubert Eichhorn;

Die Grünen Bei Bündnis 90/Die Grünen hofft man, dass sich bei der Wittlicher Stadtratswahl der „Bundestrend bemerkbar macht“, wie der langjährige Fraktionsvorsitzende Stephan Lequen erklärt. Aktuell hat die Partei vier Sitze und stellt mit Michael Wagner auch einen Beigeordneten. „Bei der Kommunalwahl sind nun aber mehr als vier Sitze möglich“, sagt Lequen. Mit der aufgestellten Bewerberliste sei er sehr froh, sagt der 44-Jährige, „es sind viele neue junge Leute dabei und auch Frauen. Mit diesem Team kann man viele Dinge angehen und gestalten.“ 24 Bewerber treten für die Grünen zur Wahl des Stadtrates an.
Wie sieht grüne Politik für die Zukunft der Stadt aus?
“Bei der Entwicklung neuer Gewerbeflächen müssen wir das Tempo etwas herausnehmen“, sagt Lequen, „weil das viele Auswirkungen auf die Stadt hat. Die Umwandlung von Ackerflächen zu Gewerbeflächen und die damit verbundenen Ausweisung von Ausgleichsflächen bereite den Landwirten zunehmend Probleme“, sagt Lequen. „Die Nähe der Industrie zur Wohnbebauung wie in Wengerohr hat dagegen Auswirkungen auf die Lebensqualität. Wir wollen die Ausweisung von Gewerbe- und Industriestandorten natürlich nicht ganz stoppen, aber bei der Ansiedelung von Gewerbe und Industrie sollten wir uns an ökologischen Kriterien orientieren – ebenso bei der Entscheidung, wer sich ansiedeln darf.“

Im Wittlicher Straßenverkehr möchten die Grünen mehr Radfahrer sehen und deshalb müsse das Radwegenetz deutlich ausgebaut und der Radverkehr gefördert werden, erklärt Lequen. „Das gilt auch für den ÖPNV und unser Wittlich-Shuttle, das wir nach der Testphase zu guten Konditionen in den Regelbetrieb überführen müssen.“

1. Stephan Lequen, 2. Stefanie Pützer-Queins, 3. Judith Teichmann, 4. Michael Wagner, 5. Adelheid Wax, 6. Lara Bollonia, 7. Silke Wolfgramm, 8. Sabine Hecker, 9. Volker Keßler, 10. Britta Kohlei, 11. Joseph Hecker, 12. Annemie Stolz, 13. Klaus Weber-Kadner, 14. Christina Becker, 15. Thomas Schmitt-Schäfer, 16. Brigitte Ambrosius, 17. Noah Becker, 18. Monika Ritter-Wagner, 19. Jörg Jochems, 20. Claudia Hennes, 21. Andreas Heinz, 22. Margit Schäfer, 23. Ralf Pützer, 24. Elmar Kohlei;

FWG Bei der Freien Wählergruppe, die bislang mit drei Mitgliedern im Stadtrat vertreten ist, ist man sich sicher, dass man auch in der nächsten Legislaturperiode mit drei Parteimitgliedern im Wittlicher Stadtrat vertreten sein wird. So sieht das Harald Fau, der den zweiten Listenplatz belegt – Fraktionsvorsitzender und Platz eins der Liste,  Michael Scheid, befindet sich derzeit im Krankenhaus.
Ziel sei darüber hinaus, sagt Fau, für einen weiteren Bewerber von der FWG-Liste einen Platz im Stadtrat zu bekommen.
In der nächsten Legislaturperiode haben sich die Freien Wähler für die Wittlicher Kommunalpolitik viele Ziele gesteckt. Beim Thema Verkehr möchte man insbesondere Fußwege, die morgens von Schülern benutzt werden, „richtig ausleuchten“.

Zudem möchte die FWG einen Ortsbeirat für die Kernstadt ins Leben rufen, „damit die Belange der Wittlicher Stadtbürger aus dem Zentrum mehr Gehör finden.“

Zudem fordere die FWG mehr Bürgerbeteiligung und -mitbestimmung  durch Bürgerentscheide,  wie es bei der Neugestaltung der Karrstraße der Fall war. „Die Bürger müssen verstärkt mit ins Boot genommen werden.“ Zudem fordere die FWG mehr sozialen Wohnungsbau. „Die Stadt soll Flächen bereitstellen, auf denen Genossenschaften und Unternehmen für die unteren Einkommensgruppen Mehrfamilienhäuser – ich rede da nicht von Hochhäusern – bauen können.“ Dort solle man nur bei Vorlage eines Wohnberechtigungsschein eine Wohnung bekommen, sagt Fau. Zudem sei für die FWG die Ausweitung der Kitaöffnungszeiten ein großes Thema.

1. Michael Scheid, 2. Harald Fau, 3. Leo Condne, 4. Renate Petry, 5. Marco Marczynski, 6. Ursula Springer, 7. Christian Brauch, 8. Jutta Caspari-Arent, 9. Ulrike Möhn, 10. Hans Gelz, 11. Joachim Demps, 12. Reinhold Fendrich, 13. Klaus Wagner, 14. Susanne Schimper, 15. Stefan Melcher, 16. Stefan Kiewel, 17. Günther Czogalla, 18. Hildegard Condne, 19. Marcus Fau, 20. Marlies Fendrich, 21. Horst Haep, 22. Petra Fau, 23. Elisabeth Sabel, 24. Maria Melcher;

FDP: Mit Winzer Thomas Losen auf Platz eins ihrer Liste schicken die Freien Demokraten (FDP) ihren amtierenden Fraktionsvorsitzenden für eine zweite Legislaturperiode ins Rennen. Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Jutta Zens-Hilsemer wird nach nunmehr 15 Jahren, die sie sich für die Lokalpolitik im Stadtrat engagiert hat, nicht mehr zur Wahl antreten. „Wir kommen mit einer verjüngten Mannschaft und neuen Gesichtern“, sagt Losen. Mehrere neue FDP-Kandidaten für den Stadtrat sind  jedoch bereits aus Ausschüssen, wo sie für die FDP sitzen, bekannt. Dazu zählen die Kandidaten Markus  Blasweiler, Bauausschuss, und Marvin Stablo, der für die FDP bereits im Wirtschaftsausschuss sitzt.

Insgesamt schickt die FDP, die derzeit mit zwei Mitgliedern im Wittlicher Stadtrat vertreten ist,  16 Kandidaten ins Rennen. Ziel sei zumindest der Klassenerhalt, zwei FDP-Mitglieder im Rat, sagt Losen, „aber drei oder mehr Sitze wären schön“. Kommen wir zur  Politik. Was hat die FDP mit Wittlich vor? „Wir wollen Wittlich weiterhin attraktiv gestalten, die Innenstadt stärken und beim Neubau des Schwimmbades darf auf gar keinen Fall eine Rutsche fehlen“, sagt Losen als Vater von drei Kindern. Auch der Haushalt der Stadt müsse ausgeglichen bleiben. „Solange Steuereinnahmen fließen, sind uns Investitionen recht.“ Aber als Unternehmer werde er weiterhin darauf achten und dafür plädieren, sagt Losen, dass sich „die Stadt nicht über alle Ohren verschuldet“.

1. Thomas Losen, 2. Marvin Stablo, 3. Markus Blasweiler, 4. Markus Lange, 5. Peter Bardeck, 6. Jens Bernard, 7. Michael Nemitz, 8. Herbert Cartus, 9. Karl-Josef Fischer, 10. Klaus Nummer, 11. Ralf Becker, 12. Hellmuth Wagner, 13. Axel Stolz, 14. Alfons Losen, 15. Heribert Wipperfürth, 16. Jörg Hosp;

Die Linke Mit einem neuen Gesicht und Katharina Koch auf dem ersten Listenplatz geht die Linke ins Rennen. Die 22-jährige Einzelhandelskauffrau und Mutter einer dreieinhalb Monate alten Tochter kandidiert zum ersten Mal als Bewerberin für den Wittlicher Stadtrat, in dem Ali Damar die Partei bislang als einziger Linker vertreten hat. „Wir halten es für möglich, dass wir bei der Kommunalwahl zwei Plätze im Stadtrat und damit endlich Fraktionsstärke bekommen“, sagt Koch.
12 Bewerber schickt die Linke insgesamt ins Rennen. Koch würde nach der Wahl auch gerne das Amt einer Fraktionssprecherin übernehmen, sollte die Linke zwei Sitze im Rat ergattern oder dort ein gemeinsames Bündnis mit anderen Parteien schmieden.
Programmatisch möchte sich die junge Mutter im Falle ihrer Wahl insbesondere für die Ausstattung und Größe der Schulen und Kindertagesstätten in der Säubrennerstadt engagieren. „Ich war schon erstaunt, als mir jemand während der Schwangerschaft sagte, ich müsse mich bereits jetzt schon um einen Kitaplatz bemühen.“

Zudem werde sich die Partei für günstigen und bezahlbaren Wohnraum für Menschen  mit geringem Einkommen stark machen, sagt Koch. „Barrierefreies Bauen ist ja schön, aber wenn damit nur Prestigewohnungen geschaffen werden, bringt das nichts.“
Zudem hat sich die Linke das Thema ÖPNV auf die Fahnen geschrieben: „Trotz Rufbus brauchen wir beim Linienverkehr zwischen den Stadtteilen eine engere Taktung.“

1. Katharina Koch, 2. Ali Damar, 3. Tom Jonas Ebertz, 4. David Koch, 5. Thomas Nummer, 6. Katharina Spang, 7. Ramona Patricia Nohl, 8. Alexander Nohl, 9. Alexandra Teusch, 10. Mehmet Damar, 11. Ayse Damar, 12. Marcel Schmidt;

AFD Neben den bereits etablierten Parteien erhofft sich  nun auch die AfD  ausreichend Wählerstimmen, um im Wittlicher Stadtrat mitzureden.

„Das klappt, davon gehe ich aus, zwei drei Sitze werden wir schon bekommen“, sagt der 63-jährige Nikolaus Filz, der auf dem vorderen Listenplatz der Partei steht. Insgesamt stehen für die AfD drei Bewerber bereit. Filz, der in der Verwaltung einer Stadt in Nordrhein-Westfalen gearbeitet hat, würde bei Einzug seiner Partei gerne den Fraktionsvorsitz übernehmen.

Wo liegen die thematischen Schwerpunkte der AfD für die Wittlicher Lokalpolitik? „Als studierter Betriebswirt würde ich mal die tatsächlichen Ausgaben für Investitionen unter die Lupe nehmen, nicht nur die geplanten Zahlen“, sagt Filz. „Den Schwerpunkt würde ich darin sehen, Steuergeld sinnvoll einzusetzen.“ Zudem stehe für die AfD die Attraktivität der Innenstadt im Vordergrund. „Wir müssen mehr für den Einzelhandel, der stiefmütterlich behandelt wird, tun und den Tourismus in der Stadt ankurbeln.“ Im Gegensatz zur bundespolitischen Ebene scheinen die Themen Einwanderungspolitik und Asyl für die AfD in der Lokalpolitik also gar kein großes Thema zu sein, oder doch? Filz: „Wir sollten nur schauen, dass Asylbewerber gemäß den Zuweisungen auch auf den Dörfern wohnen bleiben und im Kreis nicht alle nach Wittlich ziehen.“

1. Nikolaus Filz, 2. Jürgen Kaut, 3. Alex Kuraev;

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