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Wittlicher Impfskandal: Lieferchaos verunsichert die Bürger

Meinung : Durcheinander verunsichert die Bürger oder: Zurück in die Zukunft

Die Lieferung und Vergabe von Impfterminen erinnert an den Spielfilm „Zurück in die Zukunft“

Ist der Impfstoff nun so rar, dass er genau auf den einzelnen Impfling abgezählt ausgeliefert werden muss oder gibt es da noch Luft nach oben? Es drängt sich der Eindruck auf, dass das ganz unterschiedlich gesehen wird. Einerseits können die Impfzentren offenbar unabhängig vom Land impfen und dabei auch Zweitimpfungen garantieren, andererseits müssen Impfberechtigte sich generell über die Internetseite des Landes anmelden, von wo aus Impfmengen und Impflinge zentral gesteuert werden. Wenn plötzlich nicht genug Impfstoff für die Zweitimpfung da ist, reduziert man wieder die Zahl der Impflinge, aber nicht die Menge des Impfstoffs für deren Erstimpfung. Bei diesen Rechenkünsten fühlt man fühlt sich fast schon wie im Spielfilm „Zurück in die Zukunft“, in dem auch von der Zukunft aus die Vergangenheit begradigt wird. Das Gesundheitsministerium will nun reagieren und die Terminkoordination zentralisieren, um die Abläufe zu verbessern.

Der Ärger und die Verunsicherung, die diese Vorfälle bei den Bürgern auslösen, sind groß. Sie fragten sich, wie es dazu kommen kann, dass mehr Impfstoff ausgeliefert wird als Impflinge einbestellt werden. Und manche Impfberechtigte fragen sich natürlich auch, warum sie möglicherweise nicht gefragt wurden, aber Bürger der zweiten Priorisierung auf dem kleinen Dienstweg die begehrte Immunisierung erhalten haben. Wenn nicht bald mehr Impfstoff zur Verfügung steht und breitflächig in den Arztpraxen geimpft werden kann, wird es immer wieder zu solchen Diskussionen kommen. Das trägt gewiss nicht dazu bei, das Vertrauen der Bürger in die ohnehin in der Kritik stehende Pandemie-Politik zu stärken. Aber genau dieses Vertrauen brauchen wir alle. Einfach das Gefühl zu haben, dass sich flächendeckend und ohne komplizierte Anmeldeverfahren die Menschen impfen lassen können. Denn nur so kommen wir aus diesem Corona-Alptraum heraus.

hp.linz@volksfreund.de