Wittlicher müssen 1,2 Million Euro für Sanierung zahlen

Wittlich · Damit das Kapitel Stadtsanierung abgeschlossen werden kann, muss die Stadt Wittlich 1,2 Millionen Euro ans Land zahlen. Einen Großteil dieser Summe wird sie sich am Ende von Grundstücksbesitzern im Sanierungsgebeit zurückholen.

Wittlich. Die Kirmes ist vorbei, nun beginnt wieder der Ernst des Lebens in Wittlich. Der Stadtrat wird in seiner Sitzung am heutigen Donnerstag, 18 Uhr, laut Beschlussvorschlag die Überweisung von rund 1,2 Millionen Euro an das Land beschließen. Das ist der finanzielle Beitrag, den die Stadt an der 1972 begonnenen Stadtsanierung noch zu begleichen hat. Insgesamt 16,5 Millionen Euro sind im rund 12,3 Hektar großen Bereich der Altstadt verbaut worden.
Stadt muss Zinsen zahlen


Rund 13,5 Millionen Euro flossen in städtische Projekte wie den Bau der Rommelsbach-Parkplätze oder den Bau der Altstadtbrücke sowie die Neugestaltung der Feldstraße. Rund drei Millionen Euro sind nach Auskunft der Verwaltung für Vorhaben von privaten Investoren bewilligt worden.
Rund eine Million Euro wird die Stadt nun von Besitzern von Grundstücken als deren Anteil fordern. "Die Stadt ist zur Erhebung von Ausgleichsbeiträgen gesetzlich verpflichtet", sagt Jan Mußweiler, Sprecher der Stadtverwaltung Wittlich. Das entsprechende Verfahren werde wohl im Herbst anlaufen. Ähnlich wie vor einigen Jahren in Morbach oder in weiteren Orten in der Region wird wohl der ein oder andere Eigentümer mit den zu erwarteten Beitragsbescheiden nicht einverstanden sein. Denn die meisten Projekte der Stadtsanierung wurden in der Zeit kurz nach dem offiziellen Startschuss 1972 verwirklicht. 1997 wurde das letzte Vorhaben im Rahmen der Sanierung abgeschlossen. Seitdem herrschte jahrelang Ruhe. Es war wohl eine trügerische. Denn wie bei der Kirmes gilt, dass am Ende die Zeche fällig wird. Zu zahlen von den aktuellen Besitzern der Flächen.
Wie viel die mehr als 200 Eigentümer zahlen müssen, steht noch nicht fest. Musweiler: "Die endgültige Höhe der Ausgleichsbeträge wird vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte für den Bereich des Landkreises Bernkastel-Wittlich festgestellt." Sie richtet sich danach, wie viel ein Grundstück durch die Stadtsanierung an Wert gewonnen hat.
Nachtragshaushalt notwendig


Zur Orientierung: In Gerolstein wurden in einem innerstädtischen Sanierungsgebiet je nach Lage zwischen 4,5 und 7,5 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche veranschlagt.
Damit nicht genug. Neben der fälligen Rückzahlung von rund 972 000 Euro muss die Stadt rund 287 000 Euro Zinsen ans Land zahlen. Laut Beschlussvorlage hat die zuständige Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier nach rund dreijähriger Prüfung festgestellt, dass unter anderem in der Vergangenheit zu viele Zuschüsse ausgezahlt worden seien. Es sei festgestellt worden, dass "verschiedene Ausgaben nicht als förderfähig anerkannt werden."
Die ans Land zu zahlenden rund 1,2 Millionen Euro waren bisher nicht im Haushalt eingestellt. Sie werden deshalb in einem Nachtragshaushalt verbucht.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort