Wittlicher Narren feiern erstmals gemeinsam

Freizeit : Fünf Vereine, eine Fastnacht

Die Jecken in Wittlich wollen zusammenarbeiten: Am 23. November gibt es erstmals eine gemeinsame Veranstaltung. Auschlaggebend dafür war auch ein Jubiläum in der Stadt.

Die Idee ist Hermann Barzen, Vorsitzender des Wittlicher Karnevalvereins Schääl Saidt, in Bombogen gekommen. Bei den Feiern zu „50 Jahre Stadtteile“ im Juni dachte er sich beim Anblick des Mottos „Fünf Stadtteile  – eine Stadt: „Warum machen wir nicht fünf Stadtteile – eine Stadt – eine Fastnacht?“

Gedacht, getan: Ende Juli trafen sich Vertreter der Vereine und beschlossen, enger zusammen zu rücken. „Das ist das Ergebnis von zwei Ende Juli kurzfristig anberaumten Gipfeltreffen binnen einer Woche mit den Vorsitzenden aller Karnevalsvereine der Stadt Wittlich und den Stadtteilen“, erzählt Barzen. Eines der Treffen fand an einem geschichtsträchtigen Tag statt: „Am 25. Juli, dem wärmsten Tag in Deutschland“, sagt Barzen und lacht.

Die Auftaktveranstaltung, „ein bunter Abend mit ein paar karnevalistischen Einlagen, aber keine Kappensitzung“, so Barzen, ist am Samstag, 23. November, im Jugendheim St. Bernhard in Wittlich, „unserem Wohnzimmer“ wie Hermann Barzen den Veranstaltungsort von Schääl Saidt und Narrenzunft nennt. „Dort haben wir einfach die nötige Logistik.“ Das Datum wählten die Karnevalisten, weil es in der Session liegt und weil der Termin nicht mit der Prinzenproklamation der Wengerohrer Karnevalsgemeinschaft am 16. November zusammenfallen soll.

„Der gesellschaftliche Wandel verpflichtet uns, schon jetzt neue Wege zu gehen, auch wenn noch kein dringender Handlungsbedarf besteht“, resümiert Günnes Eller, Vorsitzender der Narrenzunft Rot-Weiß Wittlich die einhellige Entscheidung in einer Pressemitteilung. Christoph Ballmann und Jörg Jochems, Vorsitzende der Karnevalsvereine Burgnarren Neuerburg und  Karnevalsgemeinschaft Wengerohr, sehen für kurz oder lang vor allem die Notwendigkeit eines partnerschaftlich orientierten Netzwerkes, das die Interessen aller Wittlicher Narren lebt und vertritt. Auch Herbert Cartus, Vorsitzender der Doafa Hinn  gibt dem Vorhaben gute Chancen, wie in einer gemeinsamen Mitteilung steht: „Zurzeit gestalten wir die Fastnacht nicht wie andere Karnevalsvereine. Aber wir unterstützen gerne diese Initiative“. In Bombogen und Lüxem gibt es keine aktiven Karnevalsvereine. Hier stehen die Jecken nach eigener Aussage mit den beiden Ortsvorstehern Mario Wellenberg und Sebastian Klein in engem Kontakt, um Möglichkeiten zur Bildung einer funktionierenden Netzwerkpartnerschaft zu eruieren. Zum Programm für den 23. November lässt sich Barzen noch nicht viel entlocken. Nur so viel: Die Bombogener Formation Altmetall werde auftreten, weitere Programmpunkte könne man aber erst ab Mitte September genau nennen, wenn die Organisatoren nach einem weiteren Treffen alles festgezurrt haben. Nur so viel: „Wir rechnen mit einem ausverkauften Haus.“

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