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Wittlicher Pfarrerin fängt an der Nordsee neu an

Abschied nach 17 Jahren : Wittlicher Pfarrerin fängt an der Nordsee neu an

Susanne Triebler hat 17 Jahre lang in der Evangelischen Kirchengemeinde Wittlich Christen getauft, Gottesdienste gehalten und sich um Kinder- und Jugendarbeit gekümmert. Nun zieht es sie an die Nordsee.

Es ist die gleiche Arbeit, die Susanne Triebler bei ihrer neuen Stelle in Ostfriesland antreten wird, und doch will sie mit ihrem Umzug einen ganz neuen Lebensabschnitt beginnen. 17 Jahre lang hat sie als Pfarrerin in Wittlich gearbeitet. „Es ist einfach Zeit für einen neuen Lebensabschnitt. Ich brauche neue Herausforderungen.“ Es liege nicht daran, dass es ihr hier nicht mehr gefalle – im Gegenteil. „Es hat mir hier unheimlich viel Spaß gemacht.“

Gründe für den Umzug gebe es mehrere, sagt die 53-Jährige. „Unser Herz hängt einfach schon immer am Ostfriesland, wir haben beinahe jeden Urlaub in unserem kleinen Häuschen dort verbracht.“ Mit uns meint sie ihre Familie, zu der ihr Mann und ihre 13-jährige Tochter gehören. „Meinem Mann habe ich das schon gleich beim Kennenlernen erzählt, dass es mit einer Pfarrerin nicht immer so einfach wird – aber er hat gesagt: ‚Ich geh mit dir wohin du willst’“, sagt die Pfarrerin lächelnd. Und die Tochter? „Die ist mir quasi um den Hals gefallen. Sie hat da oben ein Pferd stehen und auch einen größeren Freundeskreis als hier.“

Fehlen werde ihr vor allem der Umgang mit den Menschen, die sie oft schon seit ihrer Taufe kennt. „Die, die ich damals getauft habe, fangen jetzt so langsam an zu heiraten. Die sagen jetzt: ‚Aber Frau Triebler, Sie können nicht gehen, Sie müssen doch mein Kind taufen!’“ Das zu hören sei traurig und sehr schön zugleich. Die Taufen in der Lieser, die sie selbst eingeführt hat, werde sie vermissen. Sie blickt auch auf Erfolge zurück: Die Evangelische Kirche in einer eher katholisch geprägten Region wieder etwas mehr in das Bewusstsein der Leute zu rufen, habe erfreulich gut funktioniert, sagt sie.

In ihrem neuen Job, der dort übrigens Pastorin statt Pfarrerin genannt wird, umfasst ihre Gemeinde rund 4500 Menschen. Die Nordsee wird ihre dritte Station als Pfarrerin. Nach ihrem Studium in Wuppertal und Bochum war sie sechs Jahre in Saarbrücken, dann kam sie in die Evangelische Kirchengemeinde Wittlich. Dass sie Pfarrerin werden möchte, fand sie in der elften Klasse heraus. „Ich habe damals eine Freizeitfahrt mitbegleitet. Der Pfarrer, der dort mit dabei war, hat mich mit seiner Arbeit so tief beeindruckt, dass ich zurückkam und dachte – wow, ich glaube, das möchte ich auch machen.“

Aber was überwiegt bei so einem Abschied – die Vorfreude oder die Wehmut zum Abschied? Triebler sagt, es sei für die Menschen, die gehen, immer etwas leichter, weil sie sich auf etwas freuen können. „Das Leben ist Veränderung“, sagt sie. „Und wir freuen uns sehr darauf, auch wenn es natürlich schade ist, dass wir uns hier von vielen Menschen verabschieden müssen.“

Susanne Triebler hält am Sonntag, 8. Dezember, ab 9.30 Uhr in der Wittlicher Christuskirche einen Gottesdienst zu ihrem Abschied.