1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Wittlicher Rentner ärgert sich über vergammelte Sitzbänke

Öffentliche Infrastruktur : Wittlicher Rentner ärgert sich über modernde Sitzbänke

Rentner Horst Kirsch ist täglich zu Fuß im Wittlicher Stadtgebiet unterwegs. Doch bei seinen Spaziergängen muss sich der 78-Jährige in letzter Zeit oft ärgern. Er hat dem Trierischen Volksfreund erzählt, was ihn so auf die Palme bringt.

Wer sich auf seinem Weg durch und um die Stadt Wittlich mal einen Moment lang ausruhen möchte, der hat nach Meinung des Wittlicher Rentners Horst Kirsch derzeit ein Problem. Denn der 78-Jährige ekelt sich vor „den Pilzen, Flechten und dem Grünspan auf den Holzbänken der Stadt Wittlich.“ Er sagt, dreiviertel der hölzernen Sitzbänke  – insgesamt stehen im Stadtgebiet 370 Stück – seien so stark befallen, dass man sich dort nicht mehr hinsetzen könne.

Kirsch: „Wie fast alle Rentner bin ich viel zu Fuß durch die Stadt unterwegs, aber wenn ich so etwas sehe, ärgere ich mich.“ Man könne Wanderern und älteren Menschen nicht zumuten, sich dort hinzusetzen. Wer es dennoch täte, der hätte danach eine schmutzige Kleidung.

Kirsch: „Die Pilze und der Grünspan, den man darauf sieht, wachsen nicht in einem Jahr“, sagt der pensionierte Polizeibeamte, der auch für die SPD im Wittlicher Stadtrat sitzt.

Es sei auch schade um die Bänke, sagt Kirsch. „Es wäre für die Stadt bestimmt auch günstiger, man würde sie von Zeit zu Zeit reinigen. Um den Dreck von dem Hartholz jetzt noch runterzukriegen, muss man schleifen und das Holz danach neu streichen.“ Kirsch: „Wittlich als Kreisstadt, die gerne mehr Touristen und Gäste haben möchte, müsste auch saubere Sitzbänke anbieten, oder nicht? Aber wann wird das mal gemacht?“ Er habe sich schon mehrmals mit der Stadtverwaltung über das Problem unterhalten, sagt Kirsch, „aber es passiert nichts!“ Der Trierische Volksfreund hat in dieser Angelegenheit die Stadtverwaltung Wittlich um Auskunft gebeten.

Das sagt die Stadt Zunächst zeigt sich die Stadtverwaltung dankbar für den Hinweis von Rentner Horst Kirsch, der sagt,  dass die Bänke in teils schlechtem Zustand sind: „Es ist durchaus möglich, dass das auf einzelne Ruhebänke zutrifft. Wir sind jederzeit dankbar für den Hinweis. Diese können auch direkt an die Stadt gerichtet werden“, sagt Sebastian Klein, der bei der Stadtverwaltung für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Die Bänke würden jedoch regelmäßig von den Stadtwerken geprüft, gereinigt und wenn nötig auch ausgetauscht. Klein: „Wenn das Holz von der Substanz her noch in Ordnung ist, wird es gereinigt und neu gestrichen. Anderenfalls werden die Bretter der Bänke ausgetauscht.“ Marode Sitzbänke würden ausgetauscht und auf dem Bauhof des Servicebetriebs aufgefrischt. Zudem gebe es ein jährliches Kontingent für den Austausch von Bänken, bei denen eine Reparatur nicht mehr wirtschaftlich sei.

Reaktion Rentner Kirsch ist mit der Antwort der Stadtverwaltung in mehreren Punkten nicht zufrieden.

Kirsch: „Es sind nicht nur einzelne Bänke befallen. Es gibt kaum eine Bank, die in Ordnung ist.“ Wenn die Bänke regelmäßig gereinigt und gepflegt würden, sagt Kirsch, könnten sie doch nicht in solch einem Zustand sein. „Da muss über mehrere Jahre geschludert worden sein. Wenn man dahinter her ist, passiert so etwas nicht. Man  kann Holz in der freien Natur nicht ohne Konservierung stehen lassen.“

Er müsse seinen Holzgiebel am Haus auch regelmäßig streichen, sagt der Rentner. „Und dabei bleibe ich“, sagt Kirsch, „in einer Kreisstadt sollten die Sitzbänke sauber sein.“