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Wittlicher Stadtrat möchte Kombibad und Sauna

Wittlicher Stadtrat möchte Kombibad und Sauna

Der Stadtrat hat sozusagen den Startschuss für einen Marathon gegeben, bei dem das Ziel feststeht: Erhalt des Wittlicher Vitelliusbades. Die Eckpunkte: Das Hallenbad wird abgerissen, ein ganzjährig nutzbares Kombibad soll entstehen und geprüft werden, ob ergänzend eine Saunalandschaft und Gastronomie möglich sind.

Sonne scheint? Freibadwetter! Drei Wölkchen am Himmel oder gar Regen? Wittlichs schöne Anlage unter freiem Himmel ist so gut wie menschenleer. Theoretisch könnten Schwimmer ja ins Hallenbad ausweichen. Doch das hat Sommerpause und sowieso ist es so marode, dass feststeht: Es wird abgerissen. Über eine Ersatzlösung, die sehr viel Geld kosten wird und ohne Unterstützung des Landes unmöglich sein wird, wird in Wittlich schon seit Jahren immer wieder mal diskutiert.

Und so langsam werden, auch weil die Uhr tickt, Nägel mit Köpfen gemacht: Der Stadtrat nebst seinen Ausschüssen und die Verwaltung haben sich des Themas nun verbindlich angenommen, andere Badeanstalten besichtigt, mit dem Land vorverhandelt.

Das Signal aus Mainz: Wenn die Stadt einen Neubau des Vitelliusbades will, müssen künftig zum einen die Wasserflächen insgesamt reduziert werden und auch die Betriebskosten durch eine energetische Sanierung.

Doch wie soll das künftige Schwimmbad aussehen? Dazu hat der Stadtrat am Donnerstagabend bei einer Enthaltung einen Grundsatzbeschluss gefasst.

Ziel ist ein kombiniertes Hallen- und Freibad, bei dem das ganze Jahr beide Bereiche genutzt werden könnten. Der Hallenbadteil wäre anders als jetzt auch im Sommer bei Schlechtwetter geöffnet.

So sagte Berichterstatter Peter van der Heyde, CDU, als Fazit zu anderen Bädern: "Bei den Ganzjahresbädern war der meiste Betrieb auch im Sommer in den Hallenbadbereichen."

Dass für dieses Projekt womöglich ein Teil der Freibadbecken überbaut wird, ist zwar eine mögliche Folge, die nicht alle gutheißen. Zugestimmt hat die Mehrheit aber doch, um das Vorhaben insgesamt nicht zu gefährden.

Eine neue Erkenntnis aufgrund der Besichtigungen etwa der Anlage in Speyer, hat auch Eingang in den nun gefassten Stadtratsbeschluss gefunden: "Ferner soll im Konzept eine attraktive Saunalandschaft und eine von allen Bereichen zugängige Gastronomie geprüft und möglichst integriert werden."

Bürgermeister Joachim Rodenkirch betonte: "Es geht um eine Grundsatzentscheidung, dass wir weiterkommen. So ein Schwimmbad bekommen wir nicht von heute auf morgen. Da werden wir noch viele, viele Sitzungen haben. Dass wir bauen müssen, ist klar. Und wir müssen nachhaltig bauen, auch für die nächste Generation. Und da sind wir noch nicht bei den Details."

Die Aufnahme des Projektes Saunalandschaft in den Beschluss bedeute nicht, dass die Wittlicher Stadtpolitiker "in irgendwelchen Sphären schweben, sondern, dass damit Geld verdient werden kann."

 Ein Name, zwei Bäder, so war es bisher. Künftig soll es ein Kombibad geben.
Ein Name, zwei Bäder, so war es bisher. Künftig soll es ein Kombibad geben. Foto: Sonja Sünnen

Und die Ergänzung durch eine Gastronomie könne das gesamte Sportzentrum aufwerten, in dem bislang ein solches Angebot fehle. Dazu steht in den Unterlagen für die Stadträte: "Unabhängig voneinander haben alle Badbetreiber die Wichtigkeit einer attraktiven und innovativen Saunalandschaft und gut geführten Gastronomie hervorgehoben." Ausschließlich eine attraktive Saunalandschaft könne schwarze Zahlen schreiben und im besten Fall das Schwimmbaddefizit aufbessern.

Das sagen Menschen aus Wittlich und Umgebung:

Adejoke Adeniye, 33, aus Wittlich"Würde das Hallenbad eine Sauna bekommen, wäre das toll, denn die macht nicht nur Spaß sondern ist auch gut für die Gesundheit. Allerdings müsste man darauf achten, dass der Eintritt so gering ist, dass alle daran teilhaben können."

Doreen Munke, 18, aus Niederöfflingen: "Wie ein Bad spricht eine Sauna alle Altersgruppen an - also ein gutes Projekt für die Stadt. Aber sie müsste auch häufig besucht werden, damit sie sich lohnt. Und das würde sie vermutlich nicht."

Johanna Ludwig, 18, aus Niederöfflingen: "Natürlich ist eine Sauna eine zusätzliche Attraktion für ein Bad. Aber ich glaube, sie würde nicht häufig besucht werden. Das wäre eine Verschwendung von Baugeldern - ein öffentlich finanziertes Kino käme bestimmt besser an."

Markus Klein, 53, aus Wittlich: "Ich denke, dass eine Sauna im Hallenbad der Stadt und dem Tourismus gut täte. Ich selbst nutze so etwas zum Beispiel gern. Vereine oder Familien könnten sie etwa bei Ausflügen besuchen."