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Wittlicher Synagoge rückt in den Fokus

Wittlicher Synagoge rückt in den Fokus

Heute wird unsere Serie "Autobahnkultur" fortgesetzt. Sie startet auf der A 60 und führt von Wittlich über Bitburg und Prüm bis nach Belgien. Die erste Hinweistafel zwischen dem Autobahnkreuz Wittlich und der Abfahrt Wittlich-West wirbt für einen Besuch der größten Synagoge in Rheinland-Pfalz. Diese steht jetzt zum Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November wieder im Fokus der Aufmerksamkeit.

Wittlich. (ger) In Abstimmung mit der jüdischen Gemeinde Trier wurde 1976 die ehemalige Wittlicher Synagoge renoviert. Die größte in Rheinland-Pfalz erhaltene Synagoge wurde 1910 für die 250 Mitglieder der jüdischen Gemeinde Wittlich im Jugendstil unter Anlehnung an neoromanische Elemente erbaut.

Es entstand eine traditionelle Synagogenanlage mit einem rechtwinkligen Hauptraum für die Männer - mit Chorabschluss und schmaler, nach Osten gerichteter Nische als Aufbewahrungsort der Thora-Rollen - und mit Emporen für die Frauen.

Damals waren die jüdischen Mitbürger wichtiger Bestandteil des Lebens in Wittlich und fast allen Orten der Region. Viele lebten vom Vieh- oder Textilhandel. Im November 1938 wurde die Synagoge geschändet. Während des Krieges diente sie als Lager für französische Kriegsgefangene.

Aus diesen Jahren stammt auch der Stacheldraht im Rundfenster an der Südseite der Synagoge, der heute zur Mahnung dem großen Fenster hinterlegt ist. Dann folgten 30 Jahre Leerstand. Das Gebäude wurde von 1975 bis 1977 restauriert und in eine Kultur- und Tagungsstätte umgebaut. Konzerte, Ausstellungen und Veranstaltungen verschiedenster Art werden angeboten und gerne besucht.

Die Atmosphäre im kleinen und dennoch großzügig bemessenen Rahmen ist begehrt. Eine Dauerausstellung zur deutsch-jüdischen Geschichte ist in den Nebenräumen untergebracht. Von dienstags bis sonntags, 14 bis 17 Uhr, kann die Synagoge bei freiem Eintritt besichtigt werden. Weitere Informationen im Internet: www.wittlich.de.