Wittlicher VG-Chef läuft bei den Bayern auf: Dennis Junk spielt in der Nationalelf der Bürgermeister

Wittlicher VG-Chef läuft bei den Bayern auf: Dennis Junk spielt in der Nationalelf der Bürgermeister

Wittlich-Lands VG-Chef Dennis Junk ist frischgebackener Fußball-Nationalspieler: Der 32-Jährige hat gemeinsam mit anderen fußballspielenden Kollegen Deutschland und seine Verbandsgemeinde in China repräsentiert. Dabei schaffte er es sogar ins deutsche Fernsehen.

Seine Position: Mittelfeld. Seine Aufgabe: die Bälle verteilen und den direkten Mitspieler davor schützen, viel laufen zu müssen. Eine Woche lang hat Dennis Junk, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wittlich-Land, sein Land und die Verbandsgemeinde als Fußballer in China repräsentiert.

Denn Junk, der vor seiner Politikerlaufbahn höherklassig gespielt hat, ist frischgebackenes Mitglied der deutschen Fußball-Nationalmannschaft der Bürgermeister (siehe unten). Unter den Kollegen, die alle hauptamtlich tätig sind, gehört Junk mit seinen 32 Jahren zu den Jüngsten.

In China besuchten die Fußball spielenden Gemeindechefs, die für ihre Reise Urlaub genommen hatten und den Aufenthalt privat finanzierten, unter anderem die Städte Qingdao und Peking. "Die Chinesen waren sehr gastfreundlich, und wir wurden behandelt als wären wir die echte Fußball-Nationalmannschaft", erzählt Dennis Junk. So wurden sie zum Beispiel beim Besuch auf der Chinesischen Mauer von Fans umringt und gebeten, Autogramme zu geben und für Bilder mit den Chinesen zu posieren. Auch das Fernsehen war zu Gast: Einen Ausschnitt eines Spiels mit Dennis Junk wurde in der ARD gezeigt.

China sei sehr daran interessiert, ein positives Bild nach Deutschland zu geben und so hätten sie sich viel Mühe bei der Programmgestaltung gegeben. In Qingdao wurden sie von zwei Übersetzern der Sino-German-Group begleitet, die dort den deutsch-chinesischen Ökopark Qingdao baut.

Dort will unter anderem der FC Bayern München bald eine Fußballakademie etablieren. Und so war es kein Wunder, dass auch auf dem Bayern-Platz gegen die Chinesen gespielt wurde. Aber auch Schulen wurden zwischen den Hochhauskomplexen im deutsch-chinesischen Ökopark errichtet. Der Park soll, neben seiner wirtschaftlichen Funktion zur Vertiefung industrieller Kooperation zwischen China und Deutschland, auch als Plattform für den Kultur- und Sportaustausch dienen.

Und bei den Mahlzeiten, essen die Chinesen wirklich Hunde und Schweineohren? Das lässt sich nicht genau klären, denn alle Unterschiede zwischen den beiden Kulturen konnten die Übersetzer nicht überbrücken. "Ich wusste nicht immer so genau, was wir gerade essen. Auf jeden Fall war es nicht so wie das Essen, was man hier als chinesisches Essen kennt."

Bei dem Besuch im Land des Lächelns stand neben dem Fußball das Networking im Vordergrund: Zahlreiche dienstliche Kontakte nach China oder zu den andren Gemeinden der mitgereisten Kollegen hat Dennis Junk auf seiner Reise geknüpft.

Neben dem Austausch von Ideen zum Beispiel im touristischen Bereich hat Dennis Junk eine Absichtserklärung zur Förderung des Aufbaus von wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Gemeinde Wittlich-Land und dem Sino-German -Ecopark Qingdao unterzeichnet (siehe unten). Unter dem Namen "Dânnísî Yôngkè" - so die Übersetzung seines Namensschildes während der Reise - stellte Dennis Junk bei dem Symposium der Sino-German-Group zudem seine Verbandsgemeinde vor.

Und auch ein Weingut besuchte die Gruppe. Die chinesischen Winzer seien sehr wissbegierig gewesen und wollen gerne von den deutschen Winzern lernen, wie man einen richtig guten Wein herstelle, erzählt Junk. Aber nicht nur Wein wurde getestet, auch das Bier aus der Stadt Qingdao - geschrieben Tsingtao - wurde probiert. Gebraut wird es nach deutschem Reinheitsgebot - Qingdao war früher eine deutsche Kolonie, und die Brauerei wurde von Deutschen gegründet.

Und wer weiß, vielleicht wird durch die Kontakte von Junk auch das Salmtalstadion wieder mal eine Blütezeit erleben: 2019, zum 50. Geburtstag des Landkreises, der Verbandsgemeinde und der Ortsgemeinde, könnten die kickenden Bürgermeister dort ein Gastspiel geben. Und dann kommen, so der Wunsch von Junk, auch mal mehr als die 250 Zuschauer, die sich wöchentlich die Oberliga-Spiele des FSV Salmrohr ansehen.

DIE NATIONALMANNSCHAFT DER BÜRGERMEISTER
Zurzeit besteht die Mannschaft aus rund 20 Spielern aus acht Bundesländern. Durchschnittsalter: etwa 48 Jahre. Eine der Aufgaben des Teams ist es — neben dem Austausch mit ausländischen Kollegen — Spenden für soziale Projekte für Kinder und Jugendliche zu sammeln. Der nächste Länderspiel-Termin ist im Juni oder Juli gegen Armenien im baden-württembergischen Muggensturm. Mehr Infos unter www.dfnb-online.de

DIE ABSICHTSERKLÄRUNG
In der Erklärung wird festgehalten, dass die Verbandsgemeinde Wittlich-Land und der Sino-German-Ecopark Qingdao den Austausch in den Bereichen Wirtschaft, Technologie, Bildung, Sport und Kultur fördern wollen. Zur Erschließung der jeweiligen Märkte soll der Austausch deutscher Produkte aus Wittlich-Land und chinesischer Produkte aus Qingdao über die Plattform der "Deutsch-Chinesischen Handelsbrücke" des Sino-German-Ecoparks gefördert und unterstützt werden.