Wittlicher Wehr plant Investitionen in Höhe von 2,12 Millionen Euro

Wittlicher Wehr plant Investitionen in Höhe von 2,12 Millionen Euro

Irgendwann machen auch Feuerwehrfahrzeuge schlapp und müssen ausgemustert werden. Für Wittlich legt Wehrleiter Christian Vollmer in einer Planung für die kommenden zehn Jahre vor, welcher Wagen wann zu welchen Kosten neu gekauft werden muss, um einsatzfähig zu bleiben. Wichtig sind dafür auch genügend Freiwillige, die bereit sind, bei der Feuerwehr mitzumachen.

Groß, rot, speziell ist diese Fahrzeugflotte. Jeder sieht auf den ersten Blick, wem sie gehört. Keineswegs dem sogenannten Otto-Normal-Verbraucher. Der könnte sie sich auch gar nicht leisten und kaum etwas mit den Automobilen anfangen. Eine Drehleiter für damals rund 440000 Euro oder einen Gerätewagen Gefahrgut für 245?000 Euro: So etwas hat kein Privatmann in der Garage. So etwas brauchen aber die freiwilligen Helfer bei der Feuerwehr der Stadt Wittlich für die Notfälle, zu denen sie eilen.

Die Drehleiter beispielsweise ist unersetzbar für Rettungseinsätze in der Höhe. Das Wittlicher Spezialgefährt ist dabei seit 1997 zugelassen. Eine neue Drehleiter wird teurer. In einer Übersicht wird mit 650?000 Euro plus 10?000 Euro Betriebsausstattung kalkuliert, die vermutlich im Jahr 2021 fällig werden. Der städtische Anteil an der Kaufsumme läge bei rund 430?000 Euro. Wehrleiter Christian Vollmer legt unter anderem diese Zahlen aktuell im Stadtrat vor: "Wir wollten das, was wir tun, was wir tun müssen und wie wir dazu kommen, transparent machen. Wir hätten Ihnen auch fünf Seiten Excel-Tabellen vorlegen können, aber das wollten wir nicht. Das Wichtigste bei allem ist aber, dass wir die Menschen haben und Personal gewinnen."

Wie das gehen kann, hat der Stadtrat kurz zuvor gesehen: dank des aktuell für einen Preis nominierten Kurzfilms der Jugendfeuerwehr Wittlich (der TV berichtete mehrfach). Mit Szenen zu Schlagworten wie "Action, Technik, Teamwork, Erste Hilfe" wollen die Jüngsten im Team der Helfer für ihr Ehrenamt begeistern. Vom Stadtrat gibt es schon mal Applaus als Einstieg in die dann vorgelegte 95-seitige Dokumentation der planbaren Zukunft der Feuerwehr. Insbesondere der Fuhrpark ist Thema. Christian Vollmer sagt: "Die Fahrzeuge sind nach 15 Jahren abgeschrieben, aber die Feuerwehr pflegt sie gut, so dass wir davon ausgehen, dass ein Fahrzeug mindestens 25 Jahre alt werden muss."Zu dem höchsten Posten von allen, einer neuen Drehleiter im Jahr 2021, gibt es eine Nachfrage aus dem Stadtrat. Stephan Lequen, Grüne, will wissen. "Ist die Leiter denn dann verschlissen? Sie ist ja nicht dauernd im Einsatz?" Christian Vollmer sagt: "Ich würde Ihrem Zweifel recht geben, wenn es um eine Stehleiter ginge. Aber die Drehleiter ist ein Rettungsgerät, mit dem man in einer Höhe von 30 Metern arbeiten kann. Im Alter wird beispielsweise die Sensortechnik sehr störanfällig und durch Verschleiß bekommt sie Spiel. Wir hoffen aber noch auf einen kleinen Erlös, wenn wir sie nach 25 Jahren verkaufen."

Auch die 27 Jahre alte Schlauchpflegeanlage, für die es keine Ersatzteile mehr gibt, muss laut Vollmer erneuert werden. Sie verbrauche zudem 90?000 Liter Trinkwasser, das jährlich in den Abfluss laufe, was bei modernen Anlagen nicht mehr der Fall sei. Aktuell werden für dieses Projekt rund 105?000 Euro als Investition schon im kommenden Jahr geschätzt. Das ist der einzige Posten für 2016. Addiert man sämtliche geplante Investitionen bis ins Jahr 2025, kommt man auf eine Summe von rund 2,12 Millionen Euro. Davon zieht die vorgelegte Rechnung des Wehrleiters Landeszuschüsse ab. Es bleibt ein Anteil von rund 1,42 Millionen Euro über zehn Jahre verteilt bei der Stadt. Es soll auch strukturell gehandelt werden. Im Plan steht: "Eine Zusammenlegung der Standorte 4 (Lüxem) und 1 (Stadtmitte Wittlich) ist anzustreben."