Wittlichs Sprache der Wirtschaft

WITTLICH. (sos) Axel Gloger ist Chefredakteur des Trendletters aus Bonn, ein monatlich erscheinender, zwölfseitiger Informationsbrief. Laut eigenen Angaben besteht die Leserschaft aus mittelständischen Unternehmern, Inhabern, Geschäftsführern, Unternehmensberatern. In der August-Ausgabe wird Bürgermeister Ralf Bußmer als Wirtschaftsförderer gelobt. Der TV hat nachgefragt, wie Axel Gloger auf die Kleinstadt aufmerksam wurde.

"Zukunftsthemen, die Unternehmern bei ihrer Arbeit helfen", will Axel Gloger publik machen. Unter der Schlagzeile "Städte werben bald noch aggressiver um Unternehmen" bringt er im Trendletter August Beispiele für diese Tendenz: "Ralf Bußmer, Bürgermeister der Kleinstadt Wittlich, geht persönlich auf Werbetour für Neuansiedlungen von Unternehmen." Diesen einen Satz im kurzen Artikel trug der Bürgermeister stolz in der Stadtratssitzung vor. Immerhin wird Wittlich gleich nach Düsseldorf als beispielhaft genannt. "Was hat Sie besonders beeindruckt, um die Kleinstadt als exemplarisch kurz zu würdigen?", hat der TV bei Axel Gloger nachgefragt. Der Chefredakteur kennt Wittlich nicht nur als regelmäßiger Gast beim Unternehmerforum Wittlich, wo er auch schon als Referent auftrat. Bei der Veranstaltung des Instituts für Mittelstandsökonomie (inmit), der Uni Trier und der Stiftung Stadt Wittlich lernte er Helmut Hagedorn und seinen Nachfolger Ralf Bußmer kennen. "Mit Herrn Bußmer hat sich ein sehr netter und informativer Gesprächskontakt ergeben, nachdem Professor Hermann Simon, Kurator des Unternehmerforums, mich mit ihm zusammengebracht hat", sagt Axel Gloger und führt aus: "Wittlich macht auf mich den Eindruck eines sehr intakten Mittelzentrums am Rande der Eifelberge. Ein schöner Stadtkern mit ansprechender historischer Bebauung, herrliches Umland. Neulich bin ich mit meiner Frau den wundervollen Maare-Mosel-Radweg gefahren, Ausgangs- und Endpunkt war Wittlich." Lob für kurze Wege, Sorge wegen Einkaufszentrum

Aus seiner Sicht besitzt Wittlich reichlich Kleingewerbe, sehr solide und innovative mittelständische Unternehmen. Und er betont die Standortqualitäten: "Überdies liegt Wittlich gut mit Anbindung an die A 48, bald auch die A 1 nach Köln, und IC - jetzt auch ICE - Bahnhof, wenn auch der Bahnhof Wittlich Stadt nicht mehr betrieben wird." Zur städtischen Wirtschaftsförderungspolitik sagt Axel Gloger: "Nach allem, was ich weiß, spricht Herr Bußmer die Sprache der Wirtschaft. Er ist so unkompliziert, wie es Unternehmer brauchen, hat die Ansiedlung zur Chefsache gemacht, steht hinter den Dingen, die er anleiert. Er vertritt eine Politik der kurzen Wege, öffnet Wittlich für weitere Neuansiedlungen." Das sei außergewöhnlich, immerhin hätten in anderen Städten Unternehmer nicht immer einen derart kooperativen Partner. In Wittlich dagegen pflege man eine offene Tür und: "Herr Bußmer schiebt die Arbeit nicht, wie in anderen Städten mitunter üblich, an eine Wirtschaftsförderungsgesellschaft ab, die nichts entscheiden darf. Vorteil Wittlichs ist, dass die Stadt eben keine Großstadt ist und deshalb über eine überschaubare Verwaltung verfügt." Allerdings sieht der Chefredakteur nicht jede Entwicklung in der Kreisstadt als unproblematisch und nennt das geplante Einkaufszentrum zwischen Schloßstraße und Kürfürstenstraße. "Das Shopping-Center wird sich nach Einschätzung des Trendletter als Bedrohung des innerstädtischen Handels erweisen. Wie in anderen Städten auch, etwa Celle, Hamburg-Harburg, Siegen, wird das Shopping-Center für einige der bestehenden Handelsbetriebe das Ende bedeuten. Der heute recht geringe Leerstand von Ladenlokalen in Fußgängerzone und altem Stadtkern dürfte sich dadurch erhöhen."