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Wittlichs Stadtteil Bombogen soll klimafreundlicher werden

Energiewende : Bombogen soll klimafreundlicher werden

Im Wittlicher Stadtteil Bombogen wird nun aktiv etwas gegen den Klimawandel getan. Ein Energiekonzept soll den Bewohnern helfen und zeigen, wie sie in Zukunft ihr Haus klimafreundlicher gestalten können.

Der Klimawandel betrifft und beschäftigt die Gesellschaft nun schon seit langer Zeit in ihrem alltäglichen Leben. Grund dafür ist unter anderem der hohe CO2 Ausstoß. Dagegen wird nun im Wittlicher Stadtteil Bombogen etwas unternommen. Ein energetisches Quartierskonzept soll dabei helfen. Was genau steckt dahinter und was wird getan?

„Wir haben durch das Klimaschutzabkommen von Dezember 2015 in Paris das Ziel, den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Das ist ja ein Ziel, was uns alle eigentlich betrifft!“, sagt Mario Wellenberg, Ortsvorsteher von Bombogen. In dem Stadtteil sehe man ein großes Potential, die Energiekosten senken und Maßnahmen für den Klimaschutz zu ergreifen. Das gelte sowohl für öffentliche, gewerbliche und private Gebäude. „Daher haben wir uns mit der Stadt zusammen dazu entschieden, dieses Konzept durchzuziehen“, so Wellenberg, der selbst auch Architekt und Energieberater ist.

Geleitet werde das Projekt von einer Steuerungsgruppe, die aus Energiefachexperten, Mitarbeitern aus dem Ortsbeirat und einem Vertreter der Stadtverwaltung bestehe. Von den rund 51 000 Euro hohen Kosten werden 85 Prozent bezuschusst. Davon werde 20 Prozent vom Umweltministerium übernommen und die restlichen 65 Prozent von der Förderbank KFW.

„Es geht darum, das Potential aufzudecken, was gemacht werden kann“, erklärt der Ortsvorsteher. In Bombogen stehen einige Gebäude aus den Siebzigern und Achtzigern, die man auf den neusten Stand bringen könnte, beispielsweise durch eine Fassadensanierung oder einen Heizungsaustausch. Auch überlege man, wie man die Grundschule mit der Turnhalle oder den Aussiedlerhof miteinbeziehen könnte und was dort energetisch zu tun sei.

„Wir haben eine Bestandsauffassung der ausgewählten Gebäude gemacht.“ Anfang Juli letzten Jahres sei ein Fragebogen an alle Haushalte in Bombogen geschickt wurden. Das seien ungefähr 350 gewesen, von denen sich etwa ein Viertel zurückgemeldet habe. Mit der Rückmeldung sei Wellenberg sehr zufrieden. In diesem Fragebogen seien Energieverbräuche und allgemeine Angaben abgefragt worden, zum Beispiel das Baujahr des Gebäudes oder welche Heizung das Haus nutzt. So könne man dann einen Rückschluss auf den energetischen Zustand der Gebäude im Stadtteil ziehen. „Diejenigen, die sich zurückgemeldet haben, wurden erfasst. In den gemeldeten Haushalten wurde dann von dem Ingenieursbüro eine Begehung gemacht“, erzählt Wellenberg. Das sei ab August 2020 geschehen. Man habe Fotos gemacht und Bestandsdaten erhoben. Durch Corona sei die Aktion allerdings ein bisschen in Verzug geraten. Nachdem das Projekt beauftragt wurde, sollte es eine Auftragsveranstaltung im April letzten Jahres geben. Diese mussten allerdings abgesagt werden. „Ich habe auch nochmal zwei geplant, die dann wieder aufgrund von Corona abgeblasen werden mussten.“ Nun habe man für den nächsten Donnerstag eine Videokonferenz angesetzt, bei der die ersten Ergebnisse der Bestandsaufnahme und des Energiefragebogens ausgewertet werden sollen. Dann könne man Schwerpunkte setzen und den Zeitplan nochmal neu fassen. „Wenn Corona es zulässt, wird das Projekt Ende 2021 abgeschlossen.“ Momentan sei man noch damit beschäftigt, die Potentialanalysen zu machen, die voraussichtlich bis Februar abgeschlossen seien, so der Ortsvorsteher. Dann werde überlegt, wie es weiter gehe.

Dabei wolle man die betroffenen Eigentümer natürlich mit einbinden. Die teilnehmenden Haushalte bekommen laut Aussage des Ortsvorstehers eine „kostenlose Energieberatung.“ dabei werde den Bürgern aufgezeigt, was sie an ihrer Immobilie machen könnten, um diese klimafreundlicher zu gestalten, und welche Fördermöglichkeiten es dazu gebe. Daneben werde für die Immobilie ein Energieausweis erstellt. Wellenberg: „Die Bürger können also nach der Beratung entscheiden, was sie sich leisten können und machen wollen.“ Zusätzlich werde es auch einen Maßnahmenkatalog geben, der Ratschläge von den Experten beinhalte.

Die letzte Chance, an der klima­freundlichen Aktion teilzunehmen, haben die Bombogener noch nicht verpasst. „Wer jetzt noch Lust hat, da mitzumachen, und einen Fragebogen abgeben möchte, kann das gerne jederzeit noch tun!“, so der Ortsvorsteher.

 Nicht zu übersehen: Ein großer Info-Würfel macht in Wittlichs Stadtteil Bombogen auf die Aktion zum Klimaschutz aufmerksam.
Nicht zu übersehen: Ein großer Info-Würfel macht in Wittlichs Stadtteil Bombogen auf die Aktion zum Klimaschutz aufmerksam. Foto: Myriam Kessler

Um das Projekt nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, wurde am vergangenen Freitag ein Klimawürfel von der Energieagentur Rheinland-Pfalz vor der alten Tabakscheune in Bombogen aufgebaut. Dieser weist auf die Klimaproblematik hin und  passt somit thematisch gut zu dem Konzept. Wellenberg: „Es hat sich jetzt angeboten den Würfel aufzustellen, damit die Leute auch sehen: Da tut sich was!“