Witzig, absurd und ohne Worte

Sprechen ohne Worte, Menschen unterhalten, überraschen: Das sind die Inhalte eines Pantomime-Workshops der Volkshochschule Wittlich Stadt und Land, der vom Künstler Elie Levy an drei Abenden ab Montag, 28. September, in der Abtei Himmerod angeboten wird.

Großlittgen. Traurig, glücklich, überrascht? Ein wichtiger Chef oder ein kleiner unbedeutender Angestellter? Das alles kann man mit Mimik und Körpersprache darstellen. Schwieriger wird es, wenn komplexe Situationen dargestellt werden sollen, ganz ohne Worte. Pantomime heißt diese besondere Art des Schauspiels, bei der gänzlich ohne Sprache gearbeitet wird. Der in Israel geborene Elie Levy ist Experte in Sachen Körpersprache und gibt Ende September einen Workshop in Wittlich. Er erzählt, was die Kunst der Pantomime ausmacht. "Sie ist wie eine Karikatur", sagt Levy. Die Darstellung basiert also auf wenigen Details, die aber besonders betont und teilweise überspitzt werden. Ein Besuch in einem Schnellimbiss eignet sich laut Levy gut für eine Szene. Anders als in einem guten Restaurant, wo sehr gesittet gegessen wird, sind in der einfachen Umgebung mehr komische Situationen denkbar. "Der Wettlauf, wer schneller ist, die Mayonnaise, die runtertropft, oder die Zunge, die sie aufleckt, bevor sie auf dem Hemd landet", das könne sehr witzig sein. Oder eine andere Situation: "Man sitzt in einem Restaurant und der Kellner reagiert nicht." Rufen ist nicht möglich, denn Worte gibt es in der Pantomime ja nicht. Die daraus entstehende Situation kann auch sehr komisch sein.
Und ganz wichtig ist für Levy auch, dass das Publikum bei der Pantomime überrascht wird, dass etwas Unerwartetes, Absurdes passiert. Niest beispielsweise im Publikum jemand, dann wischt sich Levy durchs Gesicht, als wenn er vom Niesen nass geworden wäre, auch wenn es allein wegen der Entfernung gar nicht sein kann. Etwas über Pantomime zu lernen, ist auch für jene hilfreich, die nie vorhaben, selbst auf der Bühne zu stehen. "Sie verstehen Schauspieler besser", verspricht Levy. Denn auch die arbeiten viel mit Körpersprache. Und wer sich da auskennt, erlebt ein Theaterstück mit viel mehr feinen Nuancen.
Grundsätzlich sind keine besonderen Voraussetzungen für den Workshop erforderlich. Doch wer über gute Koordination und Körperbeherrschung verfügt, hat es leichter, sagt Levy. Menschen, die sportlich sind, tanzen können oder auch ein Instrument spielen, kommen eher zurecht. Generell hat er die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die in großen Familien mit vielen Geschwistern aufgewachsen sind, sich leichter tun mit der Körpersprache. Auch seien Südeuropäer eher geneigt, zu gestikulieren, als Nordeuropäer. Den Deutschen stellt Levy ein gutes Zeugnis aus. "Die sind viel lockerer geworden in den vergangenen Jahren", meint der Künstler.
Vermittelt werden den Schülern im Workshop Improvisation, Technik und Körperbeherrschung. Wobei Levy diese Punkte nicht nacheinander abhandeln will, sondern die Teilnehmer jeden Abend sich in verschiedenen Bereichen weiterbilden können. Am Schluss sollen sie in der Lage sein, kleine Szenen zu spielen. Zunächst alleine, später auch im Wechselspiel mit anderen, was dann noch schwieriger ist.
Teilnehmer bei seinen Pantomime-Workshops sind häufig Theaterschauspieler, aber auch Laienschauspieler und eben vollkommene Anfänger. Manch einer will danach gar nicht auf der Bühne stehen. "Ich bringe den Menschen das Alphabet bei, was sie danach schreiben, ist ihre eigene Sache", sagt Levy. Und verspricht noch eines: "Der Workshop wird amüsant und witzig."

Termin: Montag, 28. September, 18 bis 21.30 Uhr, Dienstag, 29. September, 18 bis 21.30 Uhr, Mittwoch, 30. September, 18 bis 21.30 Uhr in der Abtei Himmerod.
Kursnummer: 13802.15
Kosten: bei 15 Teilnehmern 132 Euro; bei zwölf Teilnehmern 165 Euro.
Anmeldung per E-Mail vhs@vg-wittlich-land.de ,
Telefon 06571/10739

Extra

Elie Levy ist in Israel geboren und hat dort von 1973 bis 1975 Schauspiel studiert. Bis 1978 hat er in Paris sein Studium im Fach Pantomime fortgesetzt. Seine berufliche Laufbahn begann als Straßenkünstler unter anderem in Deutschland, Italien, Belgien und der Schweiz. Er hatte viele Gastauftritte an Theatern und arbeitet als Gastdozent neben seinen Workshops und Vorträgen. noj