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Wo bleiben die Wittlicher Appetithäppchen?

Wo bleiben die Wittlicher Appetithäppchen?

WITTLICH. Wo geht man als Tourist in einer fremden Stadt meist als erstes hin? In die Touristinformation. Dort erwartet man eine ausführliche Beratung über die Stadt und die Möglichkeiten, die man dort hat. In Wittlich ist dem nicht so.

"Die Touristinformation? Die ist doch im Alten Rathaus." Das ist die häufigste Antwort, die bei einer zufälligen Umfrage des TV in der Fußgängerzone in Wittlich gegeben wurde. Aber damit liegen die Befragten falsch. Schon seit 1993 ist die Touristinformation nicht mehr dort, sondern aus Kostengründen im Reisebüro Metzen. Doch ist sie nicht so ganz einfach zu finden, denn die Schilder vor dem Reisebüro selbst, die auf die Touristinformation hinweisen, sind nur bei genauerem Hinsehen zu erkennen. "Trier ist auch eine sehr schöne Stadt"

Auch die vielen Hinweisschilder in den Straßen und in der Fußgängerzone sind leicht verwirrend. Teilweise geben sie die alte Adresse, Neustraße 6, teilweise die neue, Neustraße 7, an. Vor der Touristinformation selbst fällt auf den ersten Blick nur die Informationssäule mit Plakaten über Moselfahrten, verschiedene Feste und Veranstaltungen in Wittlich und Umgebung und verblasste Landkarten auf. Drinnen im Reisebüro reagieren die Angestellten auf die leicht unsichere Nachfrage, ob man denn hier bei der Touristinformation richtig sei, sehr verwundert - und auch ein wenig empört: "Die Touristinformation ist doch schon seit zehn Jahren hier. Das kann doch gar nicht sein, dass Sie ins Alte Rathaus geschickt wurden!" Auf die Anfrage, was ein junger Mensch denn in Wittlich mit seiner alten Tante, aber auch alleine unternehmen könne, bekommt man die prompte Antwort: "Die Maare in der Eifel sind unbedingt sehenswert und Trier ist auch eine sehr schöne Stadt - auch gut von Wittlich aus zu erreichen. Vor allem abends zum Weggehen eignet sich Trier gut. In Wittlich gibt es da eigentlich nichts." Leute, die sich in Wittlich auskennen, wundert das vielleicht. Kein Wort vom Kino, den über 100 Kneipen in Wittlich und der Verbandsgemeinde Wittlich-Land und der Kartbahn, auch das Georg-Meistermann-Museum und die Ausstellung in der Synagoge werden nicht erwähnt. Lediglich eine Fahrradtour auf dem Maare-Mosel-Radweg, wird vorgeschlagen. Nach den spärlichen mündlichen Informationen geben die Angestellten für den Nachhauseweg noch einige Prospekte mit. Aber auch diese machen nicht unbedingt Lust auf einen Besuch in Wittlich, denn optisch fehlen ansprechende Fotos und inhaltlich sind fast auschließlich Informationen über Trier, die Eifel und Wittlichs Umgebung zu finden. Laut Georg Metzen, Geschäftsführer der Moseleifel-Touristik in Wittlich, ist aber eine Optimierung des Layouts in Arbeit. Den Umstand, dass Touristen in der Touristinformarion kaum etwas über die Stadt Wittlich selbst erfahren, erklärt Metzen damit, dass die Moseleifel-Touristik für Wittlich, Wittlich-Land und die Eifel zuständig sei. "Deswegen können wir auf keine dieser Regionen einen Schwerpunkt legen, auch nicht auf Wittlich", so Metzen. Außerdem stünden ihm, im Gegensatz zu benachbarten Gemeinden, die teilweise bis zu 200 000 Euro erhielten, nur sehr knappe finanzielle Mittel zur Verfügung. 50 000 Euro hauptsächlich für Fixkosten

"Die Prospekte finanzieren sich durch die Werbung. Für die Beiträge von insgesamt rund 50 000 Euro, die wir erhalten, werden hauptsächlich Fixkosten wie Miete, Telefonrechnung, Personal- und EDV-Kosten gedeckt und das Versenden touristischer Informationen bezahlt. Die Anfragen dafür kommen zu 60 Prozent telefonisch und zu 10 Prozent per E-Mail", sagt Metzen. Werbung für die Moseleifel-Touristik mache er vor allem in regionalen und überregionalen Zeitungen, beispielsweise der Bild am Sonntag, und auf Messen wie der CMT Stuttgart (Caravan, Motor, Touristik) und der Vakantie- beurs, einer Touristikmesse im holländischen Utrecht. Mitglieder der Moseleifel-Touristik sind mit der Arbeit, die die Touristinformation für sie leistet mehr oder weniger zufrieden. Der Hotelier Michael Braun vom Lindenhof in Wittlich sagt zu der Zusammenarbeit mit der Touristinformation: "Wir haben keine verstärkte Zusammenarbeit, was bisher erfolgte, verlief aber unproblematisch und reibungslos. Metzen legt unsere Hausprospekte im Büro aus und die Mitarbeiter empfehlen unser Haus. Desweiteren sind wir im Katalog der Moseleifel-Touristik mit einer Anzeige vertreten." Der Inhaber des Hotels Well, Elmer Rinkel, meint: "Der Standort Wittlich lässt sich generell nicht so gut vermarkten, da er zwischen zwei Stühlen, der Eifel und der Region Mosel, hängt. Der Fremdenverkehrsverein ist zwar bemüht, es kommt aber kaum zur Zusammenarbeit. Der Großteil unserer Gäste kommt so zu uns." "Verwalten touristischer Belange in unserem Sinne"

Von der Arbeit im Vorfeld, wie Beratung und Werbemaßnahmen, bekomme er allerdings nichts mit. Die Stadtverwaltung Wittlich ist laut TV -Nachfrage ist mit der Arbeit der Moseleifel-Touristik zufrieden, dazu Ulrich Jacoby, Pressesprecher der Stadt Wittlich: "Wir haben keine Probleme mit der Touristinformation. Sie verwalten die touristischen Belange in unserem Sinne."