Wo der "Broadway" Loretta-Halle heißt

Wo der "Broadway" Loretta-Halle heißt

TRABEN-TRARBACH. Die "Broadway"-Premiere des Musikvereins Traben-Trarbach ist geglückt: Das Motto "Oper und Musical" hat sich als Publikumsmagnet erwiesen.

Dass sie leidenschaftlich gern konzertieren, ist schwerlich zu übersehen - und erst recht nicht zu überhören. Doch eines scheint den Aktiven des Musikvereins Traben-Trarbach 1900 noch wichtiger zu sein: Dass sie und ihr Publikum Spaß haben. Beim diesjährigen Stiftungsfest unter dem Motto "Oper und Musical" ist es den Musikern ein weiteres Mal gelungen, den Zuhörern Freude zu bringen - und das obendrein in voll besetztem Haus. Dabei war allen ein wenig bang vor dieser Premiere am Traben-Trarbacher "Broadway", der Loretta-Halle. Hatten sie doch bisher immer ins kleinere Heinrich-Held-Haus eingeladen. Umso beachtlicher, dass ihnen nun mit Leichtigkeit gelungen ist, 350 Zuhörer zu begeistern. Doch dafür haben die 35 Aktiven - plus 17 Jungmusiker - auch alle Register gezogen und teils sogar den eigenen Vorsitzenden Karl-Heinz Heinrich verblüfft. Denn der bekam es gar nicht mit, als Jürgen Kullmann und Dietrich Wachsmuth heimlich Mozarts "Spiegel-Kanon" einstudierten. Dass das Notenblatt des genialen Komponisten spiegelbildlich wie "normal" spielbar ist, führten die Querflötisten zur Freude des Publikums mitten im Saal vor. Denn die Musiker wissen Opern und Operetten von Strauß, Lehar, Offenbach oder Verdi nicht nur zu interpretieren, sondern auch zu inszenieren. So auch via Leinwandeinspielungen ihres Dirigenten Bernd Fröhlich in Aktion. Zu Gershwins "Summertime" können sie zudem dank Klarinettistin Stefanie Zang auch mit Gesang glänzen. Noch stürmischeren Applaus erntet die Sängerin für "Ich gehör nur mir" aus dem Musical "Sissi". Ihre Vielseitigkeit beweisen sie und ihre Musikerkollegen zudem bei den vielen Stil-Wechseln. Sissi zwischen Hair und dem Phantom der Oper

So platzieren sie die Kaiserin zwischen "Hair" - bildlich untermalt von einem Foto-Shooting in passendem Outfit - und dem "Phantom der Oper". Respekt gebührt aber auch der Anfängergruppe. Nach nur wenigen Monaten Einzelunterricht und vier Wochen gemeinsamen Übens haben die Schüler ihren ersten öffentlichen Auftritt mit Bravour absolviert. Die langjährigen Musikvereins-Mitglieder würdigte der Kreismusikverband Bernkastel-Wittlich beim Stiftungsfest. Dirigentenvater Peter Fröhlich überreichte den langjährigen Musikern die Auszeichnungen des Verbands. Nicht minder hat die Akteure die Resonanz des Publikums gefreut. "Das Konzert ist super vorbereitet, die haben tolle Stücke ausgewählt", lobt Christel Krieger. Vor allem finde sie es "klasse, dass sie die Kinder am Anfang so integriert haben". Für Richard Wiedemeyer erübrigt sich eigentlich die Frage, ob ihm das Konzert gefallen hat. "Meine ganze Familie spielt mit, Frau und drei Kinder", erzählt der Traben-Trarbacher. Während die Gattin mit dem Klarinettespiel anfing, als ihre älteste Tochter schon zwei Jahre am lernen war, fühlte er sich nie dazu animiert. "Einer muss ja Beifall klatschen", kommentiert er schmunzelnd. EHRUNGEN: für 30 Jahre: Jürgen Kullmann , Andre Pouliot ; für zehn Jahre: Sebastian Haag, Florian Trasser, Ingeborg Blau-Wiedemeyer . Das Jugendehrenzeichen für fünf Jahre erhielt Jonas Haag . Die Dirigentennadel in Bronze ging an Bernd Fröhlich und Egbert Kiwitt .

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