Wo man besser einen Parkschein zieht

Wo man besser einen Parkschein zieht

5199 Bescheide fürs Falschparken haben die Mitarbeiter der VG Bernkastel-Kues bereits in diesem Jahr hinter Scheibenwischer geklemmt - in der VG Wittlich Land waren es gerade mal 50 Stück. Dort haben Falschparker bedeutend bessere Chancen, ungeschoren davon zu kommen. Die Verbandsgemeinden gehen bei der Überwachung des ruhenden Verkehrs ihre eigenen Wege.

Mehr als ein Jahr blieb Falschparken in der Verbandsgemeinde Wittlich-Land mehr oder weniger ungeahndet. Grund für die mangelnde Überwachung des ruhenden Verkehrs sei die Erkrankung der zuständigen Mitarbeiterin gewesen, sagt Herbert Billen, Pressesprecher der Verbandsgemeinde (VG). Neuerdings sei wieder ein Mitarbeiter im Einsatz, der Verwarnungsgelder verhängt oder dementsprechende Protokolle schreibt. "Ein Beamter des mittleren Verwaltungsdienstes nimmt die Aufgabe bei uns wahr. Er wurde neu eingestellt und kümmert sich um Außentermine wie Wildschäden, Baustellenkontrollen und Umweltdelikte." Anlässlich dieser Termine kontrolliere er nebenbei auch den ruhenden Verkehr, sagt Herbert Billen, Pressesprecher der VG Wittlich-Land. 50 Protokolle an Falschparker seien in diesem Jahr innerhalb der VG Wittlich Land verteilt worden. "Bußgelder werden nur da verhängt, wo es unbedingt notwendig ist." 2014 rechne die Verbandsgemeinde mit Einnahmen aus Bußgeldern in Höhe von 2000 Euro, sagt Billen. Kein Geld im Vergleich zu den Einnahmen, die andere Verbandsgemeinden im Landkreis durch Falschparker generieren.

VG Bernkastel Kues: Mehr Touristen, Falschparker, Knöllchen und Bußgeldeinnahmen: 76 000 Euro hat die VG Bernkastel-Kues 2013 durch die Bußgelder der Falschparker eingenommen. Die Vollzeitkraft und zwei Mitarbeiter in Teilzeit, die dort den ruhenden Verkehr überwachen, stellten 2013 dort 8000 Knöllchen aus. 2014 haben die drei Mitarbeiter bereits 5100 Strafzettel ausgestellt, was Einnahmen in Höhe von 51 000 Euro entspreche, sagt Christian Phillips, Sachbearbeiter der VG Bernkastel-Kues. Neben der Stadt Bernkastel-Kues überwache man auch die kleineren Ortsgemeinden wie Kröv, Piesport und Ürzig mit großer Sorgfalt.
VG Traben-Trarbach: 1550 Knöllchen für 22 000 Euro stellte die Halbtagskraft der VG Traben-Trarbach 2013 aus. Seit diesem Jahr kümmert sich keine ausgebildete Kraft mehr um den ruhenden Verkehr. Deshalb ahndete die Verwaltung bislang nur 700 Falschparker und kassierte Bußgelder in Höhe von 7000 Euro.

Einheitsgemeinde Morbach: Die zwei kommunalen Vollzugsbeamten, die neben anderen Tätigkeiten in der verbandsfreien Gemeinde Morbach auch Falschparkern auf der Spur sind, haben 2013 rund 1130 Strafzettel verteilt. Die Einnahmen hieraus betrugen 11 000 Euro. In diesem Jahr haben sie schon 780 Knöllchen geschrieben und 9500 Euro kassiert.

VG Thalfang: Wer in der VG Thalfang vergisst, einen Parkschein zu lösen, oder halb auf dem Bürgersteig parkt, muss hingegen nur selten mit einem Strafzettel rechnen. Denn die Verbandsgemeinde verteilte 2013 nur 170 Strafzettel für 3700 Euro. In diesem Jahr habe er bis jetzt 50 Knöllchen für rund 1000 Euro ausgestellt, sagt Herbert Gerstel, Mitarbeiter des Ordnungsamts. Er kümmert sich neben seinen Hauptaufgaben wie Brandschutz auch um die Überwachung des ruhenden Verkehrs in der VG.

Stadt Wittlich: Mit Verwarngeldern in Höhe von 109 000 Euro im Jahr 2013 ist die Stadt Wittlich bei der Überwachung des ruhenden Verkehrs im Landkreis der Spitzenreiter. 2013 verteilten die beiden Mitarbeiter der Stadt und zwei Vollzugsbeamte, die stundenweise Falschparker jagen, 8900 Strafzettel. 2014 hat die Stadt bereits mehr als 7000 Falschparker bestraft und dabei 92 000 Euro eingenommen.

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