Wo Spitzenweine der Mittelmosel wachsen

Wo Spitzenweine der Mittelmosel wachsen

Weinkenner kommen ins Schwärmen, wenn sie Namen wie Brauneberger Juffer, Erdener Treppchen, Graacher Domprobst oder Ürziger Würzgarten hören. Solche Weinlagen haben die Moselweine berühmt gemacht. Wir stellen neun vor, wohlwissend, dass auch andere Weinlagen den Anspruch erheben können, zu den besten der Welt zu gehören.

Bernkastel-Kues. Was ist eine Spitzenweinlage? Was zeichnet sie aus? Warum wachsen gerade dort so hervorragende Weine? Wir haben uns auf eine kleine Entdeckungsreise entlang der Mittelmosel gemacht und stellen berühmte Steillagen vor.

Riesling: Die Weinberge in den Spitzenlagen der Mosel sind fast ausschließlich mit der Rebsorte Riesling bepflanzt. Diese Lagen bieten der "Königin der Weißwein-Rebsorten" ideale Wachstumsbedingungen. Der Riesling braucht besonders günstige kleinklimatische Bedingungen, seine Ansprüche an die Bodenqualität sind dabei eher gering.

Boden: Die Steillagen mit ihren steinigen Schieferböden können die Wärme speichern. Die Wärme wird am Abend, oder wenn sich Wolken vor die Sonne schieben, wieder abgegeben. Eine erhöhte Bodentemperatur und das warme Bestandsklima fördern den Wachstums- und Reifeprozess. Weine von Reben, die auf Schieferböden wachsen, zeichnen sich in der Regel durch eine "Mineralität" aus. Darunter verstehen Fachleute raue oder manchmal seidige Geschmackseindrücke, die nicht mit Frucht, Zucker, Säure, Alkohol oder Tannin erklärbar sind.

Hangausrichtung: Das Anbaugebiet Mosel befindet sich an der Nordgrenze des Weinanbaugebietes. Deshalb ist die Intensität der Sonneneinstrahlung ein wesentlicher Faktor für die Qualität eines Weinbergs. Durch die sehr starke Hangneigung der Weinberge erreicht das Sonnenlicht die Steillagen (bei Weinbergen mit 30 Prozent oder mehr Steigung spricht man von einer Steillage) fast im senkrechten Winkel. Dies sorgt für eine optimale Lichtausbeute und Wärmeaufnahme. Dies kann man auch sehen. Wenn die Weinberge mit Schnee bedeckt sind und die Sonne scheint, schmilzt der Schnee zuerst in den sehr guten, nach Süden, Südost oder Südwest geneigten Steillagen. Dort also, wo die Sonneneinstrahlung am intensivsten ist. Da die Sonneneinstrahlung direkter und länger erfolgt als in flachen Gebieten, sind die Weine aus Steillagen meist sehr fruchtig und gehaltvoll im Geschmack. Außerdem vermindert die Hangneigung die Kaltluftgefährdung des Weinberges.

Schwere Arbeit: Steillagen sind mit sehr hohen Arbeitskosten verbunden. Sie sind dort drei bis viermal so hoch wie in der Ebene. Neue Techniken und Maschinen wie Weinbergsraupen, handgeführte Kleinraupen, Transportbahnen, Steillagen-Mechanisierungssysteme und auch Steillagen-Traubenvollernter können den Aufwand zwar mindern, doch Steillagenweinbau wird immer deutlich teuer sein als Flachlagenweinbau.
Die Fotos zeigen ausgewählte Top-Steillagen der Mittelmosel.
Quellen: Geoportal Wein der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Wikipedia, www.weinlagen-info.de