Wohlbefinden aus dem Wingert

Nicht nur der Rebensaft zieht die Menschen nach Bernkastel-Kues. Produkte aus Traubenkernen und aus dem Schieferboden sollen die Region noch bekannter machen und noch mehr Urlauber locken.

Bernkastel-Kues. In Maßen genossen wird Wein eine gesundheitsfördernde Wirkung zugesprochen. Schließlich gesundete, so die Legende, der kranke Trierer Kurfürst Boemund II. bei einem Besuch auf der Burg Landshut an einem Wein, der seither die Bezeichnung "Bernkasteler Doctor" tragen darf. In Bernkastel-Kues und den Orten der Region sollen in Zukunft aber unter anderem auch Öle, Cremes und Mehl aus Traubenkernen sowie Produkte aus Schiefer fürs Wohlbefinden sorgen.

Wie berichtet, gehört die Stadt Bernkastel-Kues zu fünf rheinland-pfälzischen Kurorten und Heilbädern, die Mitte 2009 aus einem Ideenwettbewerb als Sieger hervorgingen. Die Stadt hatte sich mit dem Konzept "Vino Sanitas" (Gesundheit durch Wein) beworben. Der Lohn: Derzeit erstellt ein Berliner Fachbüro (dwif-Consulting) einen so genannten touristischen Masterplan. Die Kosten dafür (etwa 100 000 Euro) bezuschusst das Land mit 80 Prozent.

Am kommenden Samstag, 20. Februar, ist nun die große Auftaktveranstaltung, zu der alle touristischen Leistungsträger, Ärzte, Physiotherapeuten sowie die Dienstleister aus den Bereichen Wellness und Kosmetik, aber auch alle vor Ideen sprühenden Bürger eingeladen sind. Schauplatz ist von 14 bis 17 Uhr die Güterhalle in Bernkastel-Kues.

Unter der Moderation von Dr. Manfred Zeiner (dwif-Consulting) wird die Thematik umfassend beleuchtet: Was halten Ärzte, Physiotherapeuten und medizinische Dienstleister von dem Projekt? Welche Voraussetzungen sind notwendig? Welche Ansprüche haben Gesundheitstouristen? Welche Produkte sind schon auf dem Markt und was kann noch hinzukommen? Das Projekt zielt auch darauf ab, Bernkastel-Kues und seine Umgebung als Zentrum der Forschung und des Wissenstransfers zu profilieren.

"Am 20. Februar geht es darum, die Idee Vino Sanitas mit Leben zu füllen. An diesem Tag werden erste Fakten auf den Tisch gelegt", sagt Jörg Lautwein, Leiter des Mosel-Gäste-Zentrums. "Es ist eine große Sache für die Stadt, macht aber nur Sinn, wenn sich möglichst viele Leistungsträger damit identifizieren und dann auch Angebote machen", erläutert Stadtbürgermeister Wolfgang Port die Zielsetzung.

Nach einer umfassenden Diskussion sollen am Samstag auch mehrere Arbeitsgruppen gebildet werden. Die gehen sofort ans Werk.. Erste Ideen fließen noch in den Masterplan ein, der voraussichtlich im Juli vorgelegt wird.