Wohlwollen und kritische Blicke

Die Veranstaltung im Gutenthaler Bürgersaal war gut besucht: 150 Besucher interessierten sich für die Ideen und Vorhaben, die rund 30 Aktive in vier Arbeitskreisen entwickelt hatten. Im Rahmen der Veranstaltung stellte Bürgermeister Gregor Eibes auch ein neues Logo inklusive eines neuen Slogans für die Gemeinde vor.

Morbach/Gutenthal. "Morbach - mit Energie Zukunft gestalten", so soll der neue Slogan heißen, der den engagierten Prozess der Morbacher Kommunal-Entwicklung begleiten soll. Kombiniert mit einer Bildmarke, die abstrakt die vier Arbeitskreise und ihre Themen darstellen soll, allerdings auch Assoziationen an Blumen, Windräder und Lebensfreude weckt. Entworfen wurde sie von dem Wahl-Gonzerather Stephan Zanders. Die Akteure der Arbeitskreise haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. "Wir wollen erreichen, dass künftig jeder Geschäftsbrief, der Morbach verlässt, das Logo trägt und damit Werbung für die Einheitsgemeinde macht", macht Bürgermeister Gregor Eibes deutlich.Die Anspielung im Logo an die Energielandschaft ist gewollt. Erneuerbare Energien sollen auch zukünftig im Prozess der Kommunal-Entwicklung eine große Rolle spielen. Das kommt bei den Bürgern offenbar gut an. Immerhin sind die für 2008 bereitgestellten 200 000 Euro für die Förderung für Maßnahmen im Bereich des Energiesparens und des Einsatzes von erneuerbaren Energien laut Eibes nach nur 16 Tagen "so gut wie aufgebraucht".Mutmachen für Mammut-Projekt

In diesem Kontext will man in Morbach neue Wege beschreiten: Zusammen mit den beiden Banken will man mit gemeinsamen Anzeigen intensiv auf günstige Kredite aufmerksam machen. "Sie haben in diesem Modell-Projekt hervorragende Arbeit geleistet", versicherte Gastreferent Michael Staaden vom Mainzer Umweltministerium den Morbachern. Seine Behörde bezuschusst das Modellprojekt mit 20 000 Euro. Der zweite Gastredner Alois Kettern, Vorstandsvorsitzender der Wasgau AG in Pirmasens, machte den Morbachern auch Mut für ihr Mammut-Projekt. Die demografischen Probleme würden Morbach weniger hart treffen als andere Gemeinden. Bis zum Jahr 2015 werde die Einwohnerzahl wohl noch zunehmen und bis 2020 lediglich stagnieren. Mit niedriger Arbeitslosigkeit, überdurchschnittlicher Kaufkraft, einer guten Infrastruktur und einem ausgeglichenen Kommunalhaushalt attestierte er Morbach, eine "starke Gemeinde" zu sein. Im Anschluss an die Vorträge eröffnete Moderator Karl J. Eggers eine kurze Diskussionsrunde. Willi Gorges aus Gonzerath wünschte sich, dass das Vorhaben auch auf die Dörfer ausgedehnt werde. Dies sei ohnehin vorgesehen, antwortete Eibes. Ansonsten sprach Dieter Kronenberger aus Gutenthal gegenüber dem TV aus, was nach der dreistündigen Veranstaltung wohl viele dachten: "Es war gut, aber für einen Abend fast zu viel." Meinung Bürger kamen zu kurz Die Info-Veranstaltung über die Kommunal-Entwicklung der Gemeinde Morbach stieß auf große Resonanz. Eine Fülle von Ideen und Projekten wurden ihnen präsentiert. Die ersten Ergebnisse des Vorhabens können sich sehen lassen. Auch die Beiträge der Gastredner waren sehr aufschlussreich. Zu kurz kamen in dieser Veranstaltung die Zuhörer, die sich zumindest teilweise nicht nur informieren wollten. Wer, wie zuvor aufgefordert, auch eigene Vorschläge einbringen oder diskutieren wollte, war nach dreistündigen Vorträgen wohl nicht mehr energiegeladen genug, um sich noch zu äußern. Diese Chance wurde verpasst. Die Verantwortlichen sollten sich durchaus überlegen, wie sie andere Bürger schnell mit ins Boot holen, damit die Entwicklung nicht an ihnen vorbeigeht. i.rosenschild@volksfreund.de