Wohnhof als Herzstück

THALFANG. Der demografische Wandel ist derzeit in aller Munde. Eine gemeinnützige Gesellschaft will den Herausforderungen der Zukunft mit einem besonderen Wohnkonzept auf dem Gelände des ehemaligen Thalfanger Bades begegnen.

Wo in der Vergangenheit junge und alte Menschen gemeinsam ihre Runden im kühlen Nass drehten, sollen sich die Generationen auch künftig wieder treffen. Auf dem Areal des ehemaligen Hallenbades leben junge Familien mit kleinem Geldbeutel schon bald in Nachbarschaft mit Senioren. Entweder unmittelbar unter einem Dach in Mehrgenerationen-Häusern oder zumindest auf dem gleichen Gelände. Dieser Gedanke ist Wolfgang Krause, Geschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtverbands Rheinland-Pfalz und Saarland, wichtig. Die Gemeinnützige Gesellschaft für ambulante und stationäre Altenhilfe (GFA) mbH in Mainz, die beim Projekt federführend ist, ist eine hundertprozentige Tochter seines Verbands. Auch Bürgermeister Hans-Dieter Dellwo und Ortsbürgermeister Franz-Josef Gasper waren nach eigener Aussage "sofort begeistert von der Idee". Ein Drittel der 9000 Quadratmeter, die zur Verfügung stehen, ist nach den Schilderungen von Architekt Bernd König reserviert für Betreutes Wohnen. 15 etwa 61 Quadratmeter große Wohneinheiten sind in maximal zweigeschossiger Bauweise geplant. Auch die Sozialstation AHZ wird in die neue Anlage "Auf der Nah" oberhalb von Thalfang integriert. In unmittelbarer Nachbarschaft zu Schule und Kindergarten sind zudem vier Einfamilienhäuser (120 Quadratmeter Wohnfläche) und drei Mehrgenerationen-Häuser (160) geplant. Der wichtigste Aspekt: Nach Vorstellungen von Krause sollen "Auf der Nah" Familien mit Kindern zum Zuge kommen, die sich sonst kein Eigenheim leisten könnten. Möglich wird das zum Einen, weil die Gemeinützige Gesellschaft keine Gewinne erwirtschaften muss und sie das Gelände zum Anderen bei einer Versteigerung preisgünstig erwerben konnte (siehe Extra-Kasten unten). Eine konkrete Bausumme konnte Krause noch nicht nennen, allerdings solle der Neubau inklusive erschlossenes Grundstück "deutlich unter 150 000 Euro" liegen. Herzstück des Wohnkomplexes wird ein barrierefreier Wohnhof. Die Zielgruppe für das Angebot sind Menschen, die enger zusammenleben und vieles gemeinsam machen möchten. Beispielsweise nach dem Vorbild des Schammatdorfes in Trier. Als Baubeginn für das Betreute Wohnen wird der Frühsommer 2007 angepeilt. Infos bei der GFA, Telefon 06131/971800, im Internet unter www.gfa-mainz.de oder bei Hubert Oos, AHZ, Telefon 06504/99015.

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