Wohnzentrum Müller in Bengel macht 2020 zu

Wirtschaft : Wohnzentrum Müller macht 2020 zu

Die Betreiberfamilie gibt Probleme bei der Unternehmensnachfolge als Hauptgrund für die Aufgabe des Bengeler Unternehmens an. Die Töchter mit in die Geschäftsführung zu integrieren, habe sich als nicht machbar herausgestellt.

Wer auf der B 49 durch Bengel fährt, für den zeigt sich das dort ansässige Wohnzentrum Müller noch in gewohnter Weise. Flaggen und große Werbeschilder weisen darauf hin, dass Kunden dort Möbel erwerben können.

Doch wer sich zu den Eingängen der beiden Verkaufshäuser begibt, der bemerkt, dass damit bald Schluss ist. Denn nach 30 Jahren schließt Inhaber Robert Müller sein Geschäft, das für viele Kunden von der Mosel und aus Eifel und Hunsrück ein fester Anlaufpunkt für den Möbelkauf gewesen ist.

Familiäre Gründe seien dafür ausschlaggebend, sagt Ruth Stäglich, die Tochter des 71-jährigen Inhabers und Mitglied der Geschäftsführung. Als vor zwei Jahren ihre Mutter plötzlich gestorben ist, habe sich die Familie Gedanken über die Nachfolge gemacht. Doch die Lösung, die beiden Töchter des Unternehmers mit in die Geschäftsführung zu integrieren und ihnen mehr Aufgaben zu übertragen, habe sich als nicht umsetzbar herausgestellt. Denn Stäglich wohnt 50 Kilometer entfernt in Kempfeld, Kreis Birkenfeld, und müsste sich neben der Geschäftsführung auch noch um die Erziehung ihrer drei kleinen Kinder kümmern. Und auch für ihre Schwester Sylvia Schütz sei es alleine zu viel. „Es hat sich herausgestellt, dass es in der Praxis nicht machbar ist“, sagt Stäglich.

Zudem sei der Möbelhandel in der Vergangenheit für einen Mittelständler inmitten der Rabattschlachten der großen Möbelkonzerne immer schwieriger geworden, sagt Robert Müller. „Die Kunden werden dadurch verunsichert“, sagt er. Außerdem sei bei den Menschen der Stellenwert von Möbeln gegenüber dem von Autos, Elektroartikeln und Urlaub gesunken.

Bis März 2020 soll der Verkauf noch weitergehen. Die Abwicklung der Käufe gehe aber darüber hinaus. „Montage, Lieferung und Hilfe bei möglichen Rückfragen ist darüber hinaus sichergestellt“, sagt Stäglich. Von den 20 Mitarbeitern, die im Wohnzentrum Müller beschäftigt sind, hätten einige schon eine neue Arbeitsstelle gefunden.Was mit den Immobilien passiert, steht noch nicht fest, sagt sie.

Robert Müller hatte das Geschäft 1989 übernommen, das bis dahin unter dem Namen Möbel-Bregenzer in Bengel betrieben worden war und stetig erweitert und ausgebaut. In zwei Verkaufshäusern hat Möbel Müller zum Schluss eine Verkaufsfläche von rund 5000 Quadratmetern.

Erst vor drei Jahren hatte das Unternehmen eine neue Lagerhalle gebaut, weil eine dafür genutzte Traglufthalle im Winter unter einer Schneelast zusammengebrochen war.

Ortsbürgermeister Bruno Kihm bedauert das Ende des Möbelgeschäfts: „Wohnzentrum Müller war weithin bekannt. Wenn man irgendwo sagte, dass man aus Bengel ist, hieß es sofort, das ist doch dort, wo das Möbelgeschäft ist“, sagt er. Für den rund 800 Einwohner zählenden Ort sei das Ende ein Rückschlag. Zum einen habe dieser Gewerbesteuer gebracht, des Weiteren Arbeitsplätze geboten. Kihm: „Es tut einem leid, wenn ein solcher Betrieb schließen muss.“

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