Wolfgang Preßler ist der neue Küchenchef im Luxushotel Schloss Lieser

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Wolfgang Preßler ist Küchenchef im neu eröffneten Luxushotel Schloss Lieser. Der 34-jährige gebürtige Österreicher kann bereits auf eine bemerkenswerte Karriere zurückblicken.

Kochen ist seine Leidenschaft. Das hört sich banal, ja geradezu selbstverständlich für einen Spitzenkoch an. Doch wer Wolfgang Preßler, Küchenchef im Fünf-Sterne-Luxushotel Schloss Lieser, das im August dieses Jahres eröffnet wurde, zuhört, spürt, das ist einfach nicht nur so daher gesagt. Preßler zieht einen gewagten Vergleich: „Ich habe den Beruf kennen- und lieben gelernt wie eine Frau.“

Gerade mal 34 Jahre alt ist der gebürtige Österreicher, der mit seiner Freundin in einem Moselort wohnt. Und er hat schon eine bemerkenswerte Karriere vorzuweisen. Früh stand er in Küchen von Hongkong und Wales. Mit nur 20 Jahren wanderte er nach Deutschland aus. Dort kochte er unter anderem als Sous-Chef in Johann Lafers Stromburg, im Le Val d‘Or. 2012 fing er im Aqua, dem Restaurant des The Ritz Carlton Wolfsburg, an. Und jetzt ist er Küchenchef in einem Haus von dem er sagt: „Schloss Lieser, das ist einfach atemberaubend.“

In der Küche von Schloss Lieser mit Chefkoch Wolfgang Preßler

Gutes Kochen ist für Wolfgang Preßler eine Kombination von Kreativität und Produktliebe. Die Suche nach dem besten Produkt ist für ihn eine ganz wichtige Motivation. Er will vor allem regionale Produkte verarbeiten – ob Fleisch, Gemüse, Fisch, Obst, Käse. Und er ist bereits fündig geworden. Im kleinen Hunsrückort Kappel betreibt Gerhard Stümper eine Damwild-Farm. Von dessen Produkten ist Preßler überzeugt. Stümper ist für Preßler inzwischen zu einem „Scout“ geworden, also jemand, der ihn auf andere Lieferanten, die Top-Produkte erzeugen, aufmerksam macht. Preßler: „Gute Lieferanten sind das A und O. Alle reden von Bio, für mich ist Regionalität Bio.“ Natürlich geht er auch über die Grenzen von Mosel, Eifel und Hunsrück hinaus. Hummer, Austern, die zu jeder Spitzenküche gehören, aber auch Kürbiskern­öl aus seiner Heimat Steiermark, lässt er sich von weither liefern.

Überhaupt Österreich: Die ein oder andere Süßspeise hat er aus dem Land, wo man eine ganz besondere bodenständige Küche liebt, mitgebracht. Dabei darf auch das original Wiener Schnitzel auf der Speisekarte nicht fehlen.

Wenn‘s um Wein geht, sind Spitzenerzeuger von Mosel, Saar und Ruwer die erste Adresse. Preßler: „Das ist doch ganz selbstverständlich.“

Zwölf Leute umfasst sein Küchenteam in Schloss Lieser. Die erste große Bewährungsprobe hat es mit Bravour bestanden. Als Mitte September Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an der Mosel weilte, tischte Preßler zum Abendessen 230 Gästen neun kleine Gänge mit ausgesuchten regionalen Produkten auf.Schloss Lieser ist für Preßler das erste Haus, wo er als Küchenchef arbeitet.

„Das ist schon eine andere Kategorie“, sagt er, „man steht viel mehr im Rampenlicht, man trägt die Verantwortung, man gibt seinen Namen her.“

Ob er denn einen Michelin-Stern anstrebe? Preßler: „Nein, das ist nicht mein Ziel. Ich will vielmehr eine eigene Handschrift entwickeln, mich ständig verbessern. Letztlich geht es nur darum, den Gästen einen genussvollen, schönen Abend zu bieten. Wenn man einen Stern haben will, kommt er schon von ganz alleine.“

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