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Wolken können Säubrenner nicht erschüttern

Wolken können Säubrenner nicht erschüttern

WITTLICH. (scho) Wetterfest, waschecht und warm angezogen: So konnte den Säubrennern weder der meist bewölkte Himmel noch das eine oder andere Gewitter etwas anhaben. So leicht lassen sich die Wittlicher eben nicht vom Feiern abhalten. Entsprechend zufrieden sind durch die Bank auch die Standbetreiber mit ihren Kirmes-Geschäften.

Montagmittag, am Markt unterhält das Blasorchester Wittlich, die Stände sind gut besucht, am Grill schmort Sau 82, der Himmel ist bewölkt, die Säubrenner-Sonne lacht: "Wir liegen in einem super Schnitt", sagt Andreas Mittler vom Saubratenstand. Der Röstmeister muss es wissen. Mittler hat die Marke fest im Visier: "Der heutige Tag ist entscheidend. Es ist der Tag der Wittlicher. Da ist traditionsgemäß viel los. Wenn nur das Wetter hält." Dann ist vielleicht sogar die Rekordmarke von 121 Sauen (2004) zu knacken. Das Regenwetter hat vor allem den Händlern auf dem Handwerkermarkt zu schaffen gemacht. "Hier waren nicht ganz so viele Leute wie im Vorjahr. Aber wir haben gut gegessen und sind zufrieden", sagen Andrea und Reinhard Bäz, die Objekte aus ihrer Glasbläserei verkaufen. "Das Wetter war noch nie so schlecht. Das merkt man auch am Besuch", sagt auch Heinz Ries von der Mandelbrennerei, der seit 25 Jahren nach Wittlich kommt. Seine Erfahrung: "Es ist ja überall ruhiger geworden. Wir sind gerne hier." Dass viel Besuch nicht unbedingt viel Umsatz bedeutet, ist die Bilanz von Anne Funk vom Blumenkörbchen Hetzerath: "Die Leute geben ihr Geld nicht mehr so leicht aus, aber das ist ja überall so." Dennoch kommt sie gerne: "Die Stimmung ist einfach gut."Kirmes-Profis finden Wittlich klasse

Die gute Säubrenner-Stimmung heben auch die Frauen und Männer hinter den Essens- und Getränkeständen hervor. Sie haben trotz Regenwetters gut verkauft. "Sogar besser als im Vorjahr", sagt Bernhard Bäumler-Kerpen vom Weinstand am Pariser Platz. Ihm hat gefallen, das es für jede Altersgruppe passende Musik gab. Peter Kickartz vom Weinstand beim Freckmann fand die Stimmung am Freitag am besten: "Da haben die Leute zur Musik des Blasorchesters Wittlich mitgesungen. Das war schön heimisch." Die Umsätze seien seit Jahren leicht rückläufig. Kickartz: "Aber wir kommen ja auch für den Spaß." Am meisten wettergeschädigt war der Sonntagabend, wo der Markt bedrohlich leer war. "Aber die Geschäfte liefen wegen des guten Betriebs tagsüber deshalb nicht schlechter", sagt Heinz Zender vom Weingut Zender-Göhlen. So sehen es auch Irmgard Lütticken vom Weingut Lütticken, Wolfgang Faber vom Weinstand Erden und Klaus und Edith Mittler vom Schwenkgrill (alle rund um den Markt): zufrieden mit dem Umsatz trotz des etwas mauen Sonntagabends. Gut lief es auch für die Karikaturen-Malerin Sylvia Voss und Kunstmaler Erkan Kaya, der seine Werke vor allem an Amerikaner verkaufte. Kirmes-Profis wie die Schausteller heben die gute Stimmung hervor. Mit den Geschäften sind sie zufrieden. "Bei den Schauern kamen viele zu uns unters Dach", sagt Ovidiu Weber von Autoscooter Barth. Anna Schmitt von Karussell Schmitt ist fast eine Wittlicherin. Sie kommt sei 40 Jahren zur Säubrennerkirmes und will, wie die meisten auch, nächstes Jahr wieder ihr Geschäft aufstellen. Heute ist auf dem Rummel Familientag mit Preisnachlass.