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Worüber der Trierische Volksfreund im Februar 2001 berichtete

Geschichte : Darüber berichtete der Trierische Volksfreund vor 20 Jahren: Randale und zerplatzte Pläne

Bernkastel-Wittlich (ca) Im Februar 2001 berichtete der Trierische Volksfreund unter anderem über diese Themen:

Betriebe stehen Gewehr bei Fuß: „Die Planung des Industriegebiets Wengerohr-Süd nimmt Konturen an. Wo jetzt noch landwirtschaftliche Fläche ist, sollen sich bereits im kommenden Jahr die ersten Betriebe ansiedeln“, schrieb der TV im Februar vor 20 Jahren. Damals stellte der Trierer Planer Hans-Peter Stolz im Stadtrat den Bebauungsplan für das rund 95 Hektar große Industriegebiet vor und erhielt viel Lob. Ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Lärmgutachten kam zu dem Schluss, dass dort problemlos ein Industriegebiet ausgewiesen werden könne. Der damalige Bürgermeister Helmut Hagedorn versprach, die Bürger – insbesondere was die Lärmfrage und den an die bestehende Wohnbebauung angrenzenden Bereich angehe – in die Planung einzubeziehen.

Dorfjugend will eine zweite Chance: Randale in der Neujahrsnacht und Gerüchte um Drogen-Missbrauch: In Lieser stand vor 20 Jahren die Jugend in der Kritik. Um das zum Positiven zu wenden,  investierten die Jugendlichen mehr als 100 Arbeitsstunden in die Renovierung des kommunalen Jugendraumes in der Paulsstraße. Der Jugendraum war erst fünf Jahre zuvor eröffnet worden und nicht unbedingt renovierungsbedürftig. Bis zum Jahreswechsel. Da lieferten junge Leute selbst den Grund. Was die jungen Menschen im Alter von 13 bis 18 Jahren in der Neujahrsnacht in ihrem Jugendraum anlässlich der Silvesterparty veranstalteten, war auch für die ansonsten toleranten Anwohner zu viel. Am Morgen des 1. Januar waren die Sperrholztüren in den Räumen eingerissen, ein Waschbecken wurde völlig zerstört, und auf dem gesamten Gelände des Jugendraums lagen leere Bier- und Sektflaschen zertrümmert umher. Der Jugendraum wurde vorerst geschlossen. Die Jugendlichen gingen selbst an die Öffentlichkeit und übernahmen die Verantwortung für ihr Handeln, entschuldigten sich und begannen umgehend, die entstandenen Schäden zu reparieren.

Alte Volksschule wird abgerissen: „Die Tage der alten Markus-Schule sind gezählt. Der markante Bau in der Karrstraße wird abgerissen.“ Das vermeldete der TV im Februar 2001. Geplant war das so genannte „Markus-Center“, ein Komplex mit Laden, Büros, Praxen und Zimmern für betreutes Wohnen. Doch daraus wurde nichts. Das Areal lag zehn Jahre lang brach. Im Sommer 2011 machte Karl-Heinz Kaspari mobil und sammelte Unterschriften für die fast 3000 Quadratmeter große Fläche, damit sie als Parkplatz erhalten bleibt. In einem Bürgerentscheid hatte dann 2015 die Mehrheit der Wittlicher gegen eine Bebauung des Parkplatzes in der Karrstraße gestimmt.

Architektonische Pracht: In mühevoller Kleinarbeit hatten Historiker Anfang 2001 damit begonnen, die Geschichte der Klosterkirche in Springiersbach zu erforschen. Sie entdeckten dabei Sensationelles. Die Wissenschaftler konnten nicht nur nachweisen, dass an der Stelle der heutigen barocken Kirche eine romanische, dreischiffige Basilika gestanden hatte. Mit Hilfe von Graphiken konnten sie sogar darstellen, wie sie aussah. Demnach muss es sich um ein Gebäude gehandelt haben, das erheblich größere Ausmaße hatte als die heutige Kirche.

Glück für die Forscher: Viele romanische Elemente waren beim damaligen Neubau, wenn auch zugebaut oder überputzt, erhalten geblieben. So konnten die Fundamente eines Turmes wiedergefunden werden oder auch ein Mönchsgrab, das sich heute außerhalb der Kirche, direkt an der Nordmauer befindet.