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Zahl der Biocontainer im Landkreis wächst

Abfallentsorgung : Angst vor Maden und Gestank in Biogutcontainern

Die 86 Biogutcontainer, die mittlerweile im Landkreis Bernkastel-Wittlich aufgestellt wurden, spalten die Gemüter.  Der TV hat  in den Kommunen nach  ersten Erfahrungen mit den Sammelstellen für Essensreste und Haushaltsmüll gefragt.

Gegenüber den Biogutcontainern, von denen seit Jahresbeginn mehr und mehr im Landkreis Bernkastel-Wittlich aufgestellt werden, gibt es viele Vorbehalte. Bei einigen Bürgern lösen die Sammelstellen echte Urängste vor krabbelndem Ungeziefer aus. Kritiker befürchten zudem unangenehme Geruchsbelästigungen.  Doch Zeit, um längere Erfahrungen mit den neuen Biocontainern zu sammeln, hatten bislang erst wenige Ortsgemeinden und Städte im Kreis.

Vom Jahreswechsel bis zum heutigen Tag stehen mittlerweile  86 Biomüll-Container im Landkreis, in die Biotüten eingeworfen werden können, teilt der Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART) auf TV-Anfrage hin mit. Täglich kommen neue Standorte hinzu, wobei jede Kommune für sich entscheidet, ob sie einen Container aufstellen möchte. Darüber hinaus können die  Biotüten werktags bei den Grüngutsammelstellen abgegeben werden. Mit den Biogutcontainern versuchen der ART und der Landkreis der gesetzlichen Verpflichtung zum getrennten Erfassen von Bioabfall nachzukommen, und eine flächendeckende Biotonne zu vermeiden.

Wie viele Tonnen Biomüll im Landkreis derzeit schon wöchentlich eingeworfen und gesammelt werden, kann der Zweckverband zu diesem Zeitpunkt noch nicht mitteilen. „Eine Bewertung zur Einführung der Biotüte wäre zum jetzigen Zeitpunkt auch verfrüht. Ziel ist es, 5000 Tonnen Nahrungs- und Küchenabfälle pro Jahr über die Biotüte zu erfassen.“

Der TV hat nachgefragt, wie die ersten Erfahrungen mit den Biogutcontainern ausfallen. Müffeln die Container oder stinken sie gar bestialisch, krabbeln Maden heraus oder sind sie in ihren Geruchsemissionen vielleicht kaum von Glascontainern zu unterscheiden?

„Maden in Biogutcontainern sind uns bislang nur in wenigen Ausnahmefällen bekannt. Davon waren aber keine Biogutcontainer betroffen, die im Landkreis Bernkastel-Wittlich stehen“, erklärt der Zweckverband. Die Erfahrungen mit den neuen Containern halten sich in den Kommunen jedoch noch stark in Grenzen, derweil die Sammelstellen teils erst vor wenigen Tagen oder Wochen platziert wurden.

Die Bürger der Gemeinde Salmtal hatten allerdings nun schon sechs Wochen Zeit, um mit ihrem neuen Biomüllcontainer, der hinter der Bürgerhalle bei den Altglascontainern steht, in Kontakt zu kommen. „Bislang gab es keine Beschwerden“, sagt Ortsbürgermeister Anton Duckart. „Allerdings war es noch nicht so richtig heiß. Aber bislang stinkt er nicht“, sagt Duckart. Er habe seit dem Aufbau jede Woche mindestens ein Mal Essensreste eingeworfen, die er zuvor zu Hause in die speziellen Biotüten aus verrottendem Papier gepackt habe. Duckart: „Aus Gesprächen mit anderen Einwohnern habe ich den Eindruck, dass der Biomüllcontainer gut angenommen wird, aber er könnte noch mehr genutzt werden.“

Eine bislang eher schwache Nutzung der drei Biocontainer in seiner Stadt, hat auch Wolfgang Port, Stadtbürgermeister von Bernkastel-Kues beobachtet. Port sind jedoch ebenfalls bislang keine Beschwerden zu den drei Sammelstellen in Bernkastel-Kues zu Ohren gekommen. Gleiches weiß auch Rainer Stöckicht, Pressesprecher der Stadt Wittlich, zu berichten. In der Säubrennerstadt stehen über alle Stadtteile verteilt seit knapp einem Monat bereits elf Container. Stöckicht: „Beschwerden gab es bislang keine.“

Auch wenn bisher, so weit die TV-Umfrage reicht, im Landkreis keine negativen Erfahrungen bekannt zu sein scheinen. Der Vorbehalt gegenüber den Biogutsammelstellen ist dennoch weit verbreitet. Hermann-Josef Clemens, Ortsbürgermeister von Niederöfflingen, will nicht lange fackeln, „wenn einem die Maden entgegen kommen oder es Stinkerei gibt, dann ist Schluss mit lustig. Dann kann der ART das Ding wieder abholen“, sagt Clemens. Auf dem Dorf werde jedoch auch noch viel kompostiert, weswegen sich die Nutzung sicher in Grenzen halten werde. Obwohl in die Container Fleischreste eingeworfen werden dürfen, sagt Clemens.  „Aber wenn da Fleisch- und Knochenreste eingeworfen werden, dann wird es lustig.“