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Zahl der Insolvenzverfahren steigt deutlich

Zahl der Insolvenzverfahren steigt deutlich

Die gute Konjunktur und die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt führen dazu, dass mehr Menschen aus der Arbeitslosigkeit heraus einen Job finden und dass sich ihr Haushaltseinkommen erhöht. Doch die Überschuldung bleibt nach wie vor ein Problem. Darauf weist die Schuldnerberatung im Diakonischen Werk der evangelischen Kirchenkreise Trier und Simmern-Trarbach in ihrem Jahresbericht 2010 hin.

Kirchberg. Immerhin: "Durch die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung erwarten wir für dieses Jahr zumindest keinen weiteren Anstieg bei den Verbraucherinsolvenzfällen", so Schuldnerberater Bernd Hilgert (Kirchberg). Die sind 2010 deutlich angestiegen. Für 41 Personen wurde 2010 die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens erreicht - doppelt so viele wie 2008. Im Rahmen dieser Insolvenzverfahren wurden Forderungen von über 2,5 Millionen Euro als Verbindlichkeiten angemeldet und in ein Restschuldbefreiungsverfahren überführt.
Die Gründe für eine Überschuldung sind dabei vielfältig. "In über 30 Prozent der Fälle sind es gescheiterte Hausfinanzierungen sowie eine Trennung oder Scheidung", meint Hilgert. Auch spielten der Verlust des Arbeitsplatzes oder eine gescheiterte Selbstständigkeit eine Rolle.
2010 wurden von der Schuldnerberatung im Kirchenkreis Simmern-Trarbach 175 Menschen beraten und begleitet, davon 69 Personen in einer Erst- und Kurzberatung sowie 106 Klienten in einer Langzeitberatung mit mehr als drei Beratungskontakten. Die meisten Betroffenen sind zwischen 20 und 55 Jahre alt, rund ein Viertel von ihnen bezieht Arbeitslosengeld II. Dennoch: "Man kann nicht sagen, dass bestimmte Bevölkerungs- oder Altersgruppen stärker in der Beratung vertreten sind", so Werner Huesgen, der ebenfalls Schuldnerberater ist.
Positiv bewährt hat sich die Einführung des Pfändungsschutzkontos im Juli 2010, urteilen beide Schuldnerberater. Dadurch sei die Zahl der Kontopfändungen deutlich zurückgegangen. Die Schuldnerberatung begrüßt daher auch nachdrücklich die Erhöhung der Pfändungsfreigrenzen zum 1. Juli 2011 von bisher 985,15 Euro auf 1028,89 Euro. "Das ist ein wichtiger Schritt", so Hilgert.
Seit 20 Jahren gibt es nun die Schuldnerberatung im Kirchenkreis Simmern-Trarbach, die am 2. Januar 1991 ihre Arbeit aufgenommen hatte und für die Region zwischen Rheinböllen und Traben-Trarbach zuständig ist. "Ich denke, die Arbeit hat sich bewährt", meint Hilgert. Seit kurzem gibt es nun ein weiteres Beratungsangebot im Haus der Diakonie in Simmern, wo Montags und Freitags jeweils von 9 bis 12 Uhr zusätzliche Sprechstunden angeboten werden. Daneben bleibt die Beratung in Kirchberg weiterhin bestehen.

Kontakt: Schuldnerberatung des Diakonischen Werks der Kirchenkreise Trier und Simmern-Trarbach, Telefon 06763/9320-39 (Kirchberg), 06761/9677315 (Simmern). dju