Zahl der Weinküfer geht zurück

Die Region Trier ist für ihren Weinanbau bekannt. Umso wichtiger sind ausgebildete Fachkräfte, beispielsweise Weinküfer. Diesen Beruf gibt es im handwerklichen Bereich, aber auch in der Industrie.

Trier. (svp) Wein ist ein mehrere tausend Jahre altes Getränk und kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Eine lange und vor allem traditionsreiche Geschichte kann auch der Beruf des Weinküfers vorweisen."Die Küferzunft in Trier hat im Jahr 2003 ihr 700-jähriges Jubiläum gefeiert", sagt Johannes Lorscheider, Weinküfer- und Kellermeister mit eigenem Familienbetrieb in Trier. Weinküfer und Kellermeister verrichten im Prinzip die gleiche Arbeit. Sie keltern den Wein, bauen Jungwein aus und überwachen die Gärung. Zudem füllen sie den fertigen Wein ab und stellen ihn Kunden vor. Der Unterschied zwischen Weinküfer und Kellermeister besteht darin, dass Weinküfer einen handwerklichen Berufsabschluss vorweisen müssen. Der Kellermeister hingegen bezeichnet einen Berufsabschluss im Industriebereich, also in Großkellereien. Dort herrscht eine größere Arbeitsteilung bei der Herstellung von Wein. Für jeden Schritt ist eine andere Person verantwortlich. Beim Handwerk hingegen bleibt alles in einer Hand.Neben dem Weinküfer gibt es den Holzküfer, auch Böttcher genannt. Johannes Lorscheider ist beides, ebenso wie sein Vater. Ein Holzküfer stellt Fässer aller Größen her, teilweise auch für die Industrie."Die Industrie saugt das Handwerk auf"

Die Anzahl der Weinküfer ist in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Gerhard Hilsamer von der Handwerkskammer Trier sagt: "Das Handwerk wird von den Betrieben der Industrie aufgesogen". Seiner Aussage nach gibt es noch vier handwerkliche Weinküferbetriebe und drei Böttcher in der Region. Johannes Lorscheider ist der Meinung: "Der Beruf ist nicht vom Aussterben bedroht. Ich denke, dass sich die Zahl der Betriebe mittlerweile gefestigt hat und sich nicht weiter reduziert." Die Nachfrage am Beruf des Weinküfers bestünde auch weiterhin. Zudem biete der Beruf gute Weiterbildungschancen bieten. So könnten sich die Experten beispielsweise zum Weinbau- oder Getränketechniker fortbilden. In seinem Familienbetrieb bildet Lorscheider Lehrlinge aus. Derzeit hat er aber keinen Auszubildenden. Nach Auskunft Gerhard Hilsamers hat es seit einigen Jahren in Trier keinen Lehrling mehr im Handwerksberuf des Böttchers oder Weinküfers gegeben. Seiner Aussage nach gibt es aber derzeit 29 Auszubildende zum Weinküfer im Industriebereich. "Die Ausbildung in größeren Unternehmen ist für viele Jugendliche interessanter", sagt er. Die Ausbildung zum Weinküfer dauert drei Jahre und kann in handwerklichen und industriellen Betrieben absolviert werden.