Zehn Jahre Einsatz für bolivianische Kinder
Wittlich · Mit einem Besuch in einem Kinderheim während einer Urlaubsreise hat alles angefangen. Susanne Teusch lernte Ordensschwester Rosario kennen, war von ihrem Einsatz beeindruckt und von der Not der Kinder bestürzt. Zu Hause gründete sie einen Verein, der heute 35 Mitglieder hat.
Wittlich. Wenn Susanne Teusch von Bolivien und den Kindern im Kinderheim in La Paz erzählt, leuchten ihre Augen. Sie spricht mit einer großen Intensität, die spüren lässt, wie sehr sie sich für die Kinder dort einsetzt. Dem können sich nur wenige entziehen. Freunde und Familie helfen mit, die Not der Kinder im fernen Land zu lindern. Barbara Drautzburg, Mitglied bei Panuves bestätigt: "Obwohl wir selbst alle noch nicht in Bolivien waren und das Heim nicht kennen, sind wir mit vollem Einsatz dabei, weil uns Frau Teusch mit ihren Erzählungen mitreißt, und weil wir von Schwester Rosario informiert werden, was mit dem Geld passiert."
Jeder Cent wird dokumentiert
Insgesamt hat der Verein in den zehn Jahren seines Bestehens 216 000 Euro nach Bolivien überwiesen. Angeschafft wurden davon, auf jeden Cent dokumentiert, unter anderem Schulmaterial, Kleidung, Matratzen und vor allem Erstlingsnahrung für die 20 Säuglinge, die dort mit den anderen 100 Kindern leben. Mit dem Geld wurde auch eine Wasserleitung gelegt. Auch Elektroradiatoren für das Säuglingszimmer wurden angeschafft. Marita Moll sagt: "Das Gebäude ist in einem schlechten baulichen Zustand. Es gibt keine Heizung, obwohl es nachts um null Grad kalt ist. Deshalb ist es notwendig, dass die Säuglinge es warm haben und die richtige Nahrung. Inzwischen überleben alle."
Wichtig ist für Susanne Teusch aber noch etwas anderes: "Die Kinder bekommen auch Werte vermittelt und werden emotional gestärkt, beispielsweise indem sie mit den Helferinnen schmusen und Nähe erleben."
Das Geld, das sie nach La Paz geben, bekommen sie durch Spenden, Mitgliedsbeiträge und Aktionen, die der Verein angestoßen hat. Darunter der jährliche Flohmarkt, mit dem auch alles begann.
Teusch erklärt: "Wir waren in Bolivien, um unseren Kindern ihr Herkunftsland zu zeigen und haben uns das Heim angesehen. Die Kinder waren sehr ordentlich und sauber, aber es fehlte beispielsweise an Nahrung und Ausstattung. Zu Hause habe ich dann Freunde und Bekannte gefragt, ob wir für das Heim einen privaten Flohmarkt machen sollen." 2000 Euro kamen damals zusammen. Der Freundeskreis entschloss sich, einen Verein zu gründen. Viel erlebt haben die 35 Vereinsmitglieder in den vergangenen zehn Jahren. Unter anderem bekamen sie eine Spende von 1200 Euro von einem Mann, der einen wertvollen Orden auf ihrem Flohmarkt für fünf Euro gekauft hat, der aber ein Vielfaches davon Wert war. Für die Zukunft wollen sich Schwester Rosario und ihre Spender dafür einsetzen, dass noch mehr Kinder aus dem Heim, nicht nur eine Berufsausbildung bekommen, sondern auch die Möglichkeit zu studieren.
Das zehnjährige Bestehen feiert der Verein mit einem Dankgottesdienst am Sonntag, 12. Oktober, um 11 Uhr in der Pfarrkirche St. Markus. Anschließend informiert Dr. Karl-Heinz Teusch über den Verein in einem kurzen Vortrag. Gegen 12.30 Uhr gibt es Suppe und Kaffee und Kuchen im St. Markus-Haus.