Zehn Jahre zwischen Traum und Tatsache

Zehn Jahre zwischen Traum und Tatsache

Timo Schweiger und Steven Megerle haben sich einen Jugendtraum erfüllt: Gemeinsam haben sie eine Internetplattform entwickelt, die Nutzern von Video-, Computer- und Konsolenspielen nicht nur eine Kaufoption, sondern vor allem Informationen und Beratung bietet.

Wittlich. Man nehme einen Vertriebsspezialisten, einen kreativen Kopf und eine gemeinsame Idee: eine Internetplattform schaffen, die nicht nur eine Einkaufsfunktion hat, sondern auch Informationen bereitstellt, die mit Computer- und Konselenspielen und allem, was damit zu tun hat, in Verbindung steht — Gamesell.de.
Doch so einfach, wie sich das Vorhaben anhört, war die Verwirklichung für Timo Schweiger und Steven Megerle nicht. "Wir haben die Idee seit 2006", erzählt Steven Megerle, der wie sein Freund und Geschäftspartner Timo Schweiger Inhaber und Gründer von GameSell ist. Realisiert haben die beiden das Projekt aber erst vor kurzem.
Nachdem Megerle und Schweiger die Idee zum ersten Mal haben konkret werden lassen, "mussten wir erstmal Lehrgeld bezahlen", wie sie sagen. Im wahrsten Sinne des Wortes: "Wir haben viel Zeit und Geld investiert und auch Geld verloren."
Die Finanzierung der Entwicklung von GameSell mussten Megerle, der gelernter Mediendesigner ist, und Schweiger, der im Vertrieb arbeitet, erst einmal mit anderen Jobs sicherstellen. Steven Megerle gründete deshalb 2010 eine Werbeagentur, in die Schweiger 2012 einstieg. Heute arbeiten im Firmensitz der Agentur in Wengerohr drei Mitarbeiter, zwei weitere, ein Azubi und eine Vollzeitkraft, sollen in diesem Jahr dazukommen. Ihre Kunden kommen aus der Region, aber auch überregional agierende Unternehmen zählen dazu.
Neben der Arbeit in der Agentur steckten Megerle und Schweiger derzeit täglich einen Teil ihrer Arbeitszeit in das GameSell-Projekt. Seit kurzem ist die Internetseite online und verbucht bisher etwa 400 Klicks am Tag, wie Timo Schweiger sagt. Der Umsatz in dieser Zeit habe im mittleren vierstelligen Bereich gelegen.
Doch vorrangig ist der Verkauf von Artikeln auf der Seite nicht das Ziel, wie die beiden Unternehmensgründer sagen, "auch wenn sich GameSell natürlich finanziell tragen muss". Aber: "Wie sagt man so schön: Content is king", sagt Timo Schweiger, Inhalt ist alles, frei ins Deutsche übersetzt. "Wir wollen den Leuten sagen, was zu ihren Bedürfnissen passt und was nicht", sagt Schweiger.
Die Kunden sollen erst einmal informiert und beraten werden, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen. "Wir bieten damit unseren Kunden den gleichen Service, den sie auch in einem Laden vor Ort bekommen können", sagt Schweiger. "Quasi ein Zuhause für Gamer", sagt Megerle.
Der informative Inhalt der Seite setzt sich aus Rezensionen, Tipps und Tests von externen Medien wie gängigen Fachzeitschriften zusammen, beruht aber auch auf eigenen Erfahrungen. "Eigentlich spielen wir jeden Tag nach der Arbeit noch zusammen", sagt Steven Megerle. "Und wir haben einen eigenen YouTube-Kanal, auf dem man sich Spiele ansehen kann", sagt Megerle. Der Kanal wird von zwei 18-jährigen Mitarbeitern bestückt, die die Spiele testen und die Tests auf YouTube veröffentlichen.
Aber nicht nur die Nutzer von Computerspielen können sich auf der Seite informieren, auch zum Beispiel Eltern finden dort Informationen über die Spiele, die ihre Kinder spielen. Eben wie ein Einkauf im Laden um die Ecke, nur ohne direkten Kontakt.

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