"Zeit zu gehen"

MORBACH. (urs) Von Morbach nach Monzelfeld führte der 15. Hungermarsch, zu dem sich knapp 200 Menschen aller Altersstufen eingefunden hatten, um ihren Beitrag gegen Hunger, Not und Krankheit zu leisten.

"Der ursprüngliche Gedanke war damals, dass wir nach Ideen suchten, um finanzielle Mittel für Mali zu bekommen", erinnert sich Peter Brucker, der Vorsitzende der Mali-Hilfe. Daher hätten sie versucht, Missionare von anderen Dörfern in dieses Vorhaben einzubinden. Die Beteiligung sei von Anfang an sehr gut gewesen. Aus 50 bis 60 Personen wurden bis zu 200. Inzwischen gingen auch viele Kinder - wie Firmgruppen oder Konfirmanden - mit. Die Menschen würden aus Wittlich ebenso kommen wie von der Mosel oder aus Hermeskeil. Zirka 180 Personen hatten sich dieses Mal in der Morbacher Pfarrkirche St. Anna versammelt, um dort eine Sonntagsmesse zu feiern. Zur festlichen Gestaltung des ökumenischen Gottesdienstes trug neben den Sängerinnen und Sängern des Morbacher Dekanatschor eine Gruppe Jugendlicher bei, die sich im Vorfeld Gedanken zu der Thematik gemacht hatte. Um eine Weltkugel herum debattierten sie als Vertreter aus Politik, Management, Forschung und Militär, wem von ihnen wohl die Herrschaft über die Welt zusteht. Anna Jost und Tana Watts, zwei 15-Jährige aus Gutenthal, hatten sich für diesen Beitrag als Akteure zur Verfügung gestellt. Im Anschluss an den ökumenischen Gottesdienst machten sich die Wanderer dann auf den Weg. Die Route führte über Wenigerath und Gonzerath, wo es eine Teepause gab, nach Annenberg und Monzelfeld. Dort erwartete sie eine deftige Suppe der Frauengemeinschaft. Die Motivation für den Marsch war bei den Teilnehmern unterschiedlich.Teilnahme hat für einige schon Tradition

"Um zu zeigen, dass wir uns schon Gedanken machen, dass andere leiden", begründet beispielsweise Christina Falkenburg ihre Teilnahme. Die 16-jährige Moselanerin ging mit dem gleichaltrigen Moritz Kropp mit. Für einige Ältere hat die Teilnahme dagegen schon Tradition. Die Ehepaare Klenk aus Bernkastel - Maria und Jürgen sowie Gudrun und Fritz - sind zum Beispiel von Anfang an dabei. Ihr sei vor allem der ökumenische Gedanke wichtig, erklärt Maria Klenk. Edeltrud und Helmut Bauer beteiligen sich hingegen vor allem wegen ihrer Mitgliedschaft in der Mali-Hilfe am Hungermarsch. Außerdem wandern sie gern. Was auch für den Monzelfelder Bürgermeister Wolfgang Stein und seine Tochter Daniela kein unwesentlicher Faktor war. Klenks berichteten lachend, dass sie nicht immer solches Glück mit dem Wetter hatten und einmal "von Morscheid bis Langweiler nur Regen" gehabt hätten. Ein andermal sogar Eis. Dennoch sind sie so gut wie immer dabei. Das gilt auch für Anita und Rainer Koller aus Hoxel, die mit ihrer Beteiligung das Projekt gegen Hunger und Not unterstützen wollen. "Das war immer toll", sagt Anita Koller, "sogar, wenn es geschneit hat." Und Edeltrud Reinhard aus Morbach meint: "Am meisten freut man sich immer auf die Suppe." Der Erlös aus Teilnehmerbeiträgen und Spenden kommt laut Veranstalter "unmittelbar und ohne Abzüge" den ausgewählten Projekten zugute. In diesem Jahr fließt die Summe in eine Zufluchtsstätte für Leprakranke im indischen Hyderabad, in Babystationen zur flächendeckenden Mutter-Kind-Versorgung in Mali sowie in medizinische Geräte und Medikamente für Brasilien. Das Lepra-Projekt wird seit vielen Jahren von der evangelischen Kirchengemeinde Morbach unterstützt. Bindeglied zu dem Engagement in Mali ist die Mali-Hilfe, die dort seit zehn Jahren Beiträge zur Selbsthilfe leistet. Ansprechpartner in Brasilien ist die Monzelfelder Schwester Jazinta Schneider, die seit 17 Jahren im Amazonasgebiet als Krankenschwester arbeitet. Wer keine Zeit zum Gehen hatte, aber dennoch helfen möchte, kann dies nachträglich tun. Spendenkonten sind bei der VR-Bank Hunsrück-Mosel (Raiffeisenbank Morbach), Konto-Nummer 805 749, und bei der Kreissparkasse Morbach, Konto 100 314 74, eingerichtet.