Zeitreise zum 200. Geburtstag

Zum Abschluss der Weihnachtszeit und Eröffnung des Jubiläumsjahres hat der Kirchenchor St. Briktius Malborn gezeigt, was in ihm steckt. Die 35 Sängerinnen und Sänger verstärkten sich mit dem Streichorchester der Kreismusikschule und Solisten, um Musik aus der Geschichte ihrer Pfarrei erklingen zu lassen.

Dirigent Stefan Mörschbächer leitete einen großen kirchenmusikalischen Abend. Sopranistin Elisabeth Philipps (vorne links) sang auch von der Empore aus. TV-Foto: Herbert Thormeyer

Malborn. (doth) "Im Jahr 1808 wurde Malborn eine eigenständige katholische Pfarrei", begründete der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Thalfang und Chormitglied (Bass), Christoph Knippel, das Jubiläumsjahr in seiner Festansprache. 16 Pfarrer seien in den letzten 200 Jahren hier tätig gewesen. "Rekordhalter" wird wohl Ansgar Schneider sein, der von 1938 bis 1986 in St. Briktius Seelsorger war.Knippel versprach ein großes kirchenmusikalisches Ereignis, bei dem bei harter Probenarbeit gemeinsam mit Dirigent Stefan Mörschbächer an jeder Note gefeilt wurde. Von zeitgenössischer Musik bis ins Barock führte der Chor seine Zuhörer in dem kleinen Gotteshaus, und das in Deutsch, Latein und Englisch.Die Akustik wurde voll ausgeschöpft, denn Sopranistin Elisabeth Philipps und Organist Thomas Dietrich wechselten von der Empore und der großen Kirchenorgel in den Altarraum, wo noch ein elektronisches Instrument aufgebaut worden war. Mit Posaunist Walter Melcher kam eine weitere Klangfarbe in den kirchenmusikalischen Abend.Berühmte Werke erklangen. So etwa "Air" von Johann Sebastian Bach, "Largo-Allegro" von Antonio Vivaldi oder das besonders knifflige, weil dezent dissonant komponierte "Agnus Dei" von Georges Bizet.Die Zuhörer spendeten viel Beifall, wenn auch nicht immer an der richtigen Stelle. Das 45-köpfige Ensemble bedankte sich mit einer ganz besonderen Zugabe, dem Schlusschor aus dem Weihnachtsoratorium von Camille Saint- Saens.Im Jubiläumsjahr ist noch für den 9. und 10. August ein großes Pfarrfest geplant. Doch hier ist noch nichts entschieden. "Das müssen wir noch mit unserem schwer erkrankten Pfarrer Thomas Rauber besprechen", erklärte die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Zita Maßmann. Ganz allgemein richteten Dirigent Mörschbächer und Bassist Knippel angesichts des Nachwuchsmangels im Chor den Appell an alle Freunde des Gesangs: "Öffnen sie ihr Herz für die Kirchenmusik".