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Zentrale Flüchtlingsunterkunft in Morbach ist aufgelöst

Morbach : Zentrale Flüchtlingsunterkunft ist aufgelöst

Asylbewerber in Morbach haben sich anscheinend gut integriert. Dazu beigetragen haben auch zahlreiche ehrenamtliche Helfer, die die Flüchtlinge beim Deutschlernen und bei Behördenbesuchen unterstützen.

Mehr als zwei Jahre ist das Freizeitzentrum Idarwald in Bischofsdhron die Wohnstätte für bis zu 60 Flüchtlinge gewesen, die zu einem großen Teil im Herbst 2015 nach Deutschland gekommen waren.

Doch die letzten zehn Asylbewerber, die Ende 2017 dort noch untergebracht waren, sind innerhalb der Gemeinde inzwischen in gemeindeeigenen  und von Privatpersonen angemieteten Wohnungen untergebracht worden, sagt der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal. Denn zum 31. Dezember ist der Vertrag der Gemeinde mit der Bischofsdhroner Einrichtung abgelaufen.

Ende Dezember 2017 hätten sich insgesamt 44 Asylbewerber in der Zuständigkeit der Einheitsgemeinde befunden, sagt Hackethal. Bereits vorher seien nach Absprache mit der Kreisverwaltung 16 Asylbewerber aus dem Freizeitzentrum aufgrund des Überhangs im Verteilerschlüssel in andere Verbandgemeinden umverteilt worden, sagt er.

Acht Personen sind demnach in die VG Traben-Trarbach gekommen, weitere fünf in die VG Thalfang und weitere drei in die VG Bernkastel-Kues. Die Unterkunft im Freizeitzentrum Idarwald sei aus logistischer Sicht einwandfrei gewesen. Probleme habe es nicht mehr gegeben „als in anderen Privatwohnungen auch“, sagt der Bürgermeister, ohne das weiter auszuführen. Über die Kosten, die für die Gemeinde entstanden sind, könne er noch keine abschließenden Zahlen nennen.

Zu ihren Erfahrungen mit den Flüchtlingen wollen Karin Reichert und Michael Jutzi, Betreiber des Freizeitzentrums, keine Stellungnahme abgeben.

Das sei so mit der Gemeinde besprochen, sagen sie. Im Freizeitzentrum gehe es wieder normal weiter wie vor der Beherbergung der Flüchtlinge, sagt Jutzi. Man habe sich auf die Situation vorbereiten können und verfüge bereits über Buchungen für das laufende sowie für die kommenden Jahre.

Über Erfahrungen mit den Flüchtlingen gibt das Ehepaar Gröber Auskunft, das sich im rund 20-köpfigen Team des Café Miteinander engagiert. Daneben hätten sich sowohl Vertreter der Kirchen, als auch der Arbeiterwohlfahrt um die Asylbewerber gekümmert. Das Café ist als Treffpunkt für Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer gegründet worden.

„Unsere Erfahrungen sind zu 90 Prozent positiv“, sagen die Gröbers zu den Flüchtlingen, die das Café Miteinander besuchen. Nahezu alle typischen Flüchtlingsländer seien in Morbach vertreten. wEinige Flüchtlinge seien inzwischen weggezogen in Städte, andere hätten eine eigene Wohnung, oft als Wohngemeinschaft. Sehr viele von ihnen hätten inzwischen Arbeit gefunden in verschiedenen Betrieben, teilweise auch über Zeitarbeitsfirmen.

Was Rita Gröber besonders fasziniert: „Die Flüchtlinge kommen alle gut miteinander aus, egal welche Nationalität“, sagt sie. Auch die Religionszugehörigkeit spiele keine Rolle, sagt sie. Dass das Freizeitzentrum in Bischofsdhron nicht mehr als Wohnstätte für die Flüchtlinge diene, sieht Georg Gröber positiv. Denn jetzt seien diese auf sich gestellt und müssten sich selbst versorgen. Bei Behördenbesuchen und Ausfüllen von amtlichen Formularen benötigten diese trotz ihrer gewonnenen Deutschkenntnisse aber weiter Hilfe.

Nicht ganz so positiv sind die Erfahrungen der ehrenamtlichen Lehrer, die Flüchtlinge in Deutsch unterrichtet haben. Einige der Asylbewerber seien fleißig gewesen, andere aber nur unregelmäßig zu den Stunden gekommen, sagt Mechthild Baußmann.

„Es ist wie überall: Es gibt solche und solche“, sagt sie. Derzeit seien die Lehrer weniger als am Anfang der Flüchtlingswelle gefordert, da die Volkshochschule in Bernkastel-Kues ihr Kursangebot für Flüchtlinge ausgeweitet habe. Lediglich eine Gruppe erhält in Morbach noch Unterricht.

(cst)